"Dancing Auschwitz": Auf den ersten Blick ein Tabubruch, auf den zweiten eine Provokation

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und auf den dritten eine kluge Antwort auf die Frage, wie man an das Ungeheuerliche erinnern kann, das im Steinbruch der "Erinnerungskultur" längst zu historischem Schotter verarbeitet wurde (Henryk M. Broder)
Montag, 9. August 2010 - 14:55

Auschwitz
Adam "Adolek" Kohn hat Auschwitz überlebt. Dies feiert er jetzt mit einem Video auf youtube. Auf dem KZ-Gelände tanzt Adam Kohn, 89 Jahre alt,  mit dreien  seiner sechs Enkel zu dem Disco-Hit "I will survive", zunächst verhalten, dann immer entspannter und ausgelassener. In einer Szene steht Adam Kohn vor einem der Öfen, in dem Leichen verbrannt wurden, in einem weißen Pullover mit der Aufschrift "Survivor" - und macht das V-Zeichen.

Darf man das? Darf man einen solchen Film drehen und öffentlich zeigen?

Die Video-Regisseurin Jane Korman, übrigens die Tochter von Adam Kohn, sagt ausdrücklich "Ja!". Jane Korman weiter: " Wenn wir irgendwo auf der Straße oder irgendwo in Israel getanzt hätten, wäre das lange nicht so wirkungsvoll gewesen". Hier das Interview des Deutschlandfunks mit Frau Korman: "Wir haben gelitten, wir lagen am Boden, und jetzt tanzen wir".

 

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