Burg Zwingenberg am Neckar
Anfang Mai veranstalte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens eine Denkmalfahrt in die Region Unterer Neckar.
Besucht wurden während dieser ganztägigen Fahrt das Stift Sunnisheim in Sinsheim, die ehemalige Synagoge in Sinsheim-Steinsfurt, das Kommandantenhaus der Festung Dilsberg sowie die Burg Zwingenberg.
Burg Zwingenberg.
Die imposante Burg Zwingenberg thront landschaftsprägend auf einem Höhenzug über dem Neckar. Berühmt ist das geschlossene Gesamtbild der Burg einschließlich der seit dem Spätmittelalter nahezu unveränderten Befestigungsanlagen. Die Burg Zwingenberg gilt als „eine der besterhaltenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen Deutschlands".Ihren Namen verdankt die Burg Zwingenberg den Zwingenbergs, die 1253 erstmals erwähnt werden. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Burg vielfach die Besitzer gewechselt. Im Jahre 1364 kauften der Pfalzgraf und der Mainzer Erzbischof gemeinsam die Burg. Aber 1403 werden Hans und Eberhard von Hirschhorn mit der Burg belehnt. Als 1632, mitten im Dreißigjährigen Krieg, das Geschlecht derer von Hirschhorn erlosch, fiel die Burg Zwingenberg an die Kurzpfalz. Weitere Besitzerwechsel folgten - was oftmals mit Streitigkeiten verbunden war.
Im Jahre 1806 gelangt Zwingenberg ans Großherzogtum Baden, dessen Herrscher Karl Friedrich sie schon zwei Jahre später erwirbt, um sie seinen Kindern, den Grafen von Hochberg, zu schenken.
Von der Burg geht die Geschichte, dass der tief in den Stein gehauene Burg-Halsgraben Carl Maria von Weber zu seiner grusligen Wolfsschluchtszene im „Freischütz" (1821) inspiriert haben soll. Abwegig ist dies nicht. Der Komponist soll bereits im Sommer 1810 auf Schloss Neuburg bei Heidelberg den Stoff zu seiner romantischen Oper entdeckt haben. Und wenn die Geschichte nicht stimmen sollte, so ist sie zumindest schön erfunden.
Die Vor- und Hauptburg gehen noch wesentlich auf die Herren Hirschhorn zurück. Bemerkenswert ist der Kapellenanbau von 1424 mit seinen mittelalterlichen Malereien. In diesem kleinen Raum ist kein Fleckchen unbemalt geblieben.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erfolgten bedeutende Ausbauten der Burg, mit denen sie im Wesentlichen ihr heutiges Gesicht erhalten hat.
Mittlerweile sind die Schäden an der Burg erheblich. Die Oberfläche des unverputzten Mauerwerkes „sandet" oft bis zum völligen Steinverlust ab. Salze blühen aus, Mörtel verwittert und Wasser dringt ins Mauerwerk ein.Seit bald einem Vierteljahrhundert wird die Burg saniert, wobei allein bis zum Jahre 2004 über zwei Millionen Euro vom Bund, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Landesdenkmalamt und Denkmalstiftung investiert wurden. Jetzt ist die Burg aber wirklich in einem respektablen Zustand.
Schon am Burgeingang wurden die Besucher von Ludwig Wilhelm Georg Ernst Christoph Prinz von Baden und dessen Frau per Handschlag begrüßt. Nach einer kurzen ersten Besichtigung der Burg, eine längere Besichtigung der Burg gab's am Nachmittag, wurden die Teilnehmer der Fahrt in der früheren Burgküche bewirtet. Fleischkäse, Kartoffelsalat, Grüner Salat und Brot.
Die Besucher wurden auch mit den Tischsitten der Ritterzeit bekannt gemacht: "Keine langen Fingernägel, weil sie Krätze verursachen. Halte den Platz vor dir sauber und wirf keine Abfälle unter den Tisch. Schneuz dich nicht zu laut, und wenn du schneuzen mußt, dann tue es nicht mit der Hand, die das Fleisch anfaßt. Bei Tisch kratzt man sich nicht und spuckt nicht über den Tisch. Säubere deine Zähne nicht mit der Messerspitze. Tu Salz auf deine eigene Brotscheibe und tunke nicht das Fleisch ins Salzfaß. Wenn du Brot in den Wein tauchst, trinke den Wein ganz aus oder gieß den Rest auf die Erde. Leg nicht die Ellenbogen auf den Tisch, wie es die reichen Leute tun. Die Hand, mit der du das Fleisch aus der gemeinsamen Schüssel nimmst, sei nicht fettig oder schmutzig. Es ist wenig schicklich, sich die Finger abzulecken. Nage nicht die Knochen mit den Zähnen ab oder mit den Fingernägeln. Aber du darfst sie mit dem Messer abkratzen. Alles was sich an Abfall ansammelt (Brotkrusten, Käserinden, Obstschalen, Knochen), leg in einen hierfür bestimmten Korb oder eine Schale, oder wirf die Knochen unter den Tisch, aber nahe an deine Füße und ohne jemanden zu verletzen." (in: Günther Schiedlausky, ebenda, S. 10)Nach dem herzhaften Mahl stimmte die Gesellschaft das Badner Lied an. Wobei eine ältere Dame aus Mannheim bemerkte: „Immer heißt's „in Mannheim die Fabrik". Wir haben doch auch ein schönes Schloss ...". Womit die Dame sicher nicht ganz Unrecht hat.
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Kommentare
Wirklich schön dort
Auch wir machen auf unserer Jugendwallfahrt jedes Jahr Rast vor Schloss Zwingenberg. Auch drum herum gibt es einiges zu entdecken. Die Wolfsschlucht, Die direkt an die Schlossanlage angrenzt bietet beispielsweise Ein ganz besonderes Naturerlebnis, aber auch, wenn wir auf dem Weg zum Schloss auf der anderen Seite des Neckars das Tal herunterkommen haben wir einen wirklich tollen Ausblick auf Schloss und Tal.