Bruchsaler! Wollt ihr euer BR zurück oder ewig mit KA durch die Gegend düsen?
Wobei zunächst mal VAI, LEO und Konsorten eigentlich egal sind. Was stört sind die vielen KAs. Überall auf der Straße nur KAs. Dabei leben wir doch in Bruchsal. Wir sind Bruchsaler und keine KAs.
Dieses Manko wird jedoch nicht nur vom Autor dieses Artikels so gesehen. Prof. Dr. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn, Leiter der Fachgebiete Volkswirtschaftslehre und Destinationsmanagement im Studiengang Tourismusmanagement, sieht dies ähnlich. „Städte verlieren mit dem eigenen Kfz-Kennzeichen ein Stück ihrer Außenwirkung. Dabei gibt es Möglichkeiten, diesen Umstand zu vermeiden oder rückgängig zu machen", so Prof. Dr. Bochert. Er verweist auf das erfolgreiche Beispiel Hanau und den Main-Kinzig-Kreis, wo die kreisangehörige Stadt durch das Kennzeichen HU, das übrige Kreisgebiet jedoch durch MKK repräsentiert wird. „Was Hanau umgesetzt hat, ist absolut vorbildlich. Auch wenn die eine oder andere Seite damals das Interesse der Stadtverwaltung und der Hanauer Bürger etwas belächelt hat - die Idee war wirklich gut und hat als Modell Vorbildcharakter", so der Heilbronner Professor und weiter: „Ich sehe, auch wenn das etwas pathetisch klingt, durchaus ein Recht auf den eigenen Namen im Kennzeichen, das den Städten einmal genommen wurde." Vor allem und gerade auch als Instrument des Stadtmarketings hat die Idee eines stadteigenen Nummernschildes einen gewissen Charme.
Dass die Einführung des Nummernschildes HU für Hanau, die Brüder-Grimm-Stadt, kein separatistischer eigenbrötlerischer Schnellschuss irgendwelcher hessischer Wirrköpfe war, zeigt das Ergebnis einer Umfrage, die unter der Leitung von Prof. Dr. Bochert im April und Mai 2010 durchgeführt wurde. Mehr als 11.000 Personen in 51 deutschen Städten wurden befragt. Die große Mehrheit mit gut 73 Prozent der Befragten in den Städten äußerten den Wunsch zur Rückkehr zu ihrem Alt-Kennzeichen, nur 12 Prozent sprachen sich für die Beibehaltung der aktuellen Situation aus. Na ja, und 15 Prozent scheint es egal gewesen zu sein. Bei der Auswertung der Umfrage war die deutliche Zustimmung der jüngsten Altersgruppe von 16 bis 30 Jahren auffallend. Offensichtlich besteht ein eindeutiger Wunsch junger Menschen nach Verortung ihrer Stadt.
Als Ergebnis dieser Umfrage sieht Prof. Dr. Bochert politischen Handlungsbedarf. Nach seiner Vorstellung hat das sog. „Hanauer Modell" vorgemacht, dass nach einer einmaligen Umstellung mehrere Kennzeichen in einem Landkreis ohne zusätzliche Verwaltungskosten möglich sind.
Wäre dies eine Möglichkeit für Bruchsal? Der Verwaltungsweg in Bayern ist, dass nach einer Willensbekundung durch die Kommune (also den Gemeinderat) ein entsprechender Antrag beim Landkreis gestellt wird. Bei Zustimmung der Kreisbehörde geht der Antrag weiter an das Innenministerium des Bundeslandes und von dort an das Bundesverkehrsministerium. Schließlich landet die Initiative im zuständigen Bundesrat, dessen Zustimmung dann allerdings nur noch reine Formsache sein sollte. Der Verwaltungsweg in Baden-Württemberg sollte ähnlich oder gar gleich sein.
Wann dürfen wir hier in Bruchsal das geliebte BR wieder an die Stoßstangen unserer Autos schrauben?
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Kommentare
"BR" auf die Straße!
Das hatte ich kürzlich auch - mit einigem Erstaunen in mehrfacher Beziehung - gelesen. Bin dafür - ich fürchte nur, der baden-württembergische Verwaltungsweg wird etwas komplizierter sein...
Wir könnten ja mal den Herrn Landrat fragen?