Bruchsaler Steinbrüche Teil III
Eigentlich wollte ich im dritten Teil meiner Serie über die Bruchsaler Steinbrüche über diejenigen an der Bergstraße berichten. Nachdem ich aber zuvor mit einigen Leuten gesprochen und auch Literatur hinzugezogen habe und ich darüberhinaus noch mit einem Kenner der Bergstraßen-Steinbrüche reden muß, habe ich zuvor den Begriff "Steinbruch" genauer definiert und diese neu ausgezählt, auch nach dem ein oder anderen Leserhinweis. Als "Steinbruch" bezeichne ich somit die Steinbrüche, denen man von der Größe her ansieht, daß sie jahrzehntelang genutzt wurden. Auf nachfolgender Karte habe ich diese Steinbrüche nummeriert, und den ein oder anderen werde ich auf Google Earth in größerem Maßstab zeigen. Eine Kurzbeschreibung folgt im Anschluß an die Karte:
Nr. 1: Beim Weingut Klumpp rechts hoch, nach 700 m kommt rechts ein Wäldchen. Darin ist der Steinbruch zu finden. Laut Lazlo Trunkó, "Sammlung geologischer Führer, Band 78 Karlsruhe und Umgebung", 1984 befinden sich dort zugeschüttete Steinbrüche, aus denen das Material des Bruchsaler Schlosses herausgeholt wurde. Es gibt in dem Wäldchen nur noch einen Steinbruch, dieser ist tatsächlich halb verfüllt, so daß man annehmen kann, daß dies einer der Steinbrüche ist, mit dessen Steinen das Bruchsaler Schloß erbaut wurde.
Nr. 2: Dies ist der Steinbruch in der Huttenstraße, über den ich schon berichtet habe und der zu den ältesten Steinbrüchen Bruchsals zählen dürfte. Reste sind bei der Andreasstaffel noch gut zu sehen.
Nr. 3: Das ist der Steinbruch beim Alten Wasserwerk im Baugebiet Silberhölle-Eggerten.
Nr. 4: Dies sind die zwei Steinbrüche an der B 35 direkt nach der Bahnlinie Richtung Heidelsheim.
Nr. 5: Dazu gehören der Steinbruch direkt unterhalb des Unterkunftsgebäudes der Landesfeuerwehrschule sowie der Steinbruch des Schützenvereins Bruchsal, beide von der B 3 her in Richtung Untergrombach, 100 bis 200 m nach der Eisenbahnbrücke, zugänglich.
Nr. 6: Weitere zwei Steinbrüche an der B 3 in Höhe des Naturfeundehauses. Der eine wird noch gewerblich genutzt und ist der größte Steinbruch in Bruchsal, der andere liegt direkt hinter dem Naturfreundehaus im Wald.
Nr. 7: Steinbruch im Langental direkt gegenüber des "Saubrunnens".
Nr. 8: Weiterer Steinbruch im Langental kurz vor dem Golfplatz.
Nr. 9: Steinbruch zu Beginn des Auwegs, dient als Garten für die Wohnbebauung.
Nr. 10: Sieben Steinbrüche in der Bergstraße, siehe Karte weiter unten.
Nr. 11: Zwei Steinbrüche, der eine ist der "Steiner-Steinbruch" im Rohrbachtal, der andere ist etwas kleiner und liegt gleich nebenan, nur durch die Pfaffenloch-Hohl getrennt.
Nr. 12: Steinbruch an der B 35 Richtung Heidelsheim gegenüber der Ölmühle von Büren, darin befindet sich die Speditionsfirma Welz. Als Beispiel, wie gut Google alles im Blick hat, die Satellitenaufnahme des Steinbruchs. Man kann den Fuhrpark der Fa. sehr gut erkennen.
Nr. 13: Steinbruch auf der Spiegelplatte oberhalb der Landesfeuerwehrschule. Dazu einige Photos über die "Hinterlassenschaften".
Und nun noch eine Ansicht der "Bergstraßen-Steinbrüche", über die ich in der nächsten Folge berichte:
Der Steinbruch ganz rechts außen gehört nicht mehr dazu, dies ist der Steinbruch Pfaffenloch-Hohl im Rohrbachtal. Ich kann Ihnen versprechen, daß Sie vieles Neue und Unbekannte über diese Steinbrüche erfahren werden, dazu einmalige Aus- und Einblicke in idyllische Lagen.
Insgesamt sind nun in Bruchsal 23 Steinbrüche zu zählen!
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Kommentare
Das ist doch sicher ...
... eine Wahnsinnsarbeit gewesen!
Bruchsaler Steinbrüche, einige Teilaspekte:
Die Nordseite der Huttenstraße war Steinbruch in fürstbischöflichen Zeiten, als Schloss, Peterskirche, Huttenkaserne, Reserve und Belvedere gebaut wurden. Alles aus heimischem Kalkstein.
Der einstige Klosterberg an der Andreasstaffel bis hin zum Paulusheim, der den städtischen Klosterberger Wein lieferte (heute zur Erhaltung des Namens „Klosterberger“ durch Erdumlagerungen ins Gewann Leiersteig umgepolt), bestand nach Ausbruch des Gesteins aus angelegten Terrassenstufen mit Muschelkalkmauern und eingefüllter Erde (heute Areal des Ev. Altenzentrums). Letzter steiniger Weinbergrest an der Paulusheimstaffel.
Der beachtliche Steinbruch am Auweganstieg (früher Fundort von Bruchsaler Steinzeitleutekultur) gehört zu den drei Wohngebäuden an der Straße.
Deutlich sichtbar sind in der vegetationslosen Jahreszeit bergwärts die Ränder der Bergstraßenbrüche. Die größten gehörten nacheinander stadtauswärts der Pflästererfamilie Grundel (Kreppein), den drei Pflästererbrüdern Karolus. Es folgt jener der Familie Federbusch, die dort einen Kalkofen betrieb, Mit dem Steinbruchrest, an dem heute Karl Rist wohnt (letztes Haus am Weg zum Fanfarenheim links). Dann zweigt die Pfaffenlochhohle links ab, mit einem kleineren Bruch linkerhand (lange Jahre nach dem 2. Weltkrieg der romantischer Treff für die Gruppenarbeit des ND – Bundes (Neudeutschland). Rechterhand der beinahe „Karl-May-Festspiele-Bruch“, der anno 1970 nicht zu solchem wurde. Gegenüber befindet sich der mit Altlasten verfüllte Steinbruch, wo die Erschießungen am Kriegsende stattfanden.
Eine Serie von Artikeln über Bruchsaler Steinbrüche (vom Autor dieses Kommentars) sollte beim Stadtarchivar zu finden sein.
Stefan Schuhmacher