Bruchsaler Innenstadt muss wie ein Einkaufszentrum geführt werden!
Wiedereinmal sind für Bruchsals Innenstadt Jahre verloren, in denen man sich
sehr konkret auf die Zeit nach der Einweihung der „Rathausgalerie" vorbereiten
hätte können. Dies äußert sich besonders in den heftigen Forderungen bestimmter Geschäftsleute nach sogenannten Kurzzeitplätzen am Besten vor ihren Geschäften mindestens jedoch auf dem Kirchplatz entlang der Josef Kunz Straße.
Wer in dieser öffentlichen Art allein seinen Vorteil sucht oder diese Forderungen medial verbreitet, der arbeitet gegen eine Belebung unserer Innenstadt. Denn jeder auswärtige Leser registriert „in Brusel gibt es keine Parkplätze." Warum soll er dann nach Bruchsal fahren?
Umgekehrt positiv läuft es vor den Toren der Stadt: Niemand schreibt oder redet über zu wenig Parkplätze beim Media-Markt. Trotz der Enge und im Gegenteil man spricht positiv, „dort war heute etwas los!"
Jeder Bruchsaler der mit seinem PKW vor ein Einkaufszentrum in Karlsruhe oder Wiesental fährt, sucht dort keinen „Kurzzeitparkplatz" sondern nimmt die Flächen in den bestehenden Parkhäusern an und geht shoppen. Ich benutze bewusst noch nicht das Wort einkaufen. In Ausgangsnähe der Parkhäuser gibt es reservierte Stellplätze für Gehbehinderte, aber selbst diese Menschen haben anschließend häufig weiter zu laufen als aus einer der Parkgaragen Bruchsals in die eigene Innenstadt. Keinem Autofahrer fällt es ein, einen Kurzzeitparkplatz innerhalb vom Media-Markt, Globus oder ECE-Center zu fordern.
Wenn das so ist, dann muss in Bruchsal doch auch niemand umerzogen werden. Es sind lediglich eine gute Beschilderung, am besten ein dynamisches System, zu den Parkgaragen bereit zustellen. In den letzten Jahrzehnten wurden in Bruchsal in ausreichendem Maße Stellplätze für PKWs zur Verfügung gestellt, jüngst durch die 600 Stellplätze an der Prinz-Wilhelm-Straße das Angebot deutlich erweitert. Eine weitere Ergänzung ist mit der Hochgarage hinter dem Rathaus im Bau. Wer also in dieser Situation „Kurzzeitparkplätze" in der unmittelbaren Nähe von Parkgaragen fordert, der handelt unüberlegt. Er fördert den sogenannten Parksuchverkehr und schafft damit in der Stadt Scheinbewegungen, die keinerlei Qualität für Geschäfte, Kunden und Innenstadt produzieren.
Wir wollen doch in Bruchsal besonders in der Innenstadt vorwärts kommen. Warum nimmt die Stadt, Verwaltung, Oberbürgermeisterin und Gemeinderat erneut sehr viel Geld in die Hand um diese Innenstadt rings um die derzeitige Großbaustelle positiv zu gestalten. Aufenthaltsqualität, nicht der Kurzbesuch, und Einkaufserlebnis ist das Ziel, das alle Geschäfte der Innenstadt einschließt!
Vor Jahren hatte ein Fachmann uns Bruchsalern dringend geraten: „Sie müssen Ihre Innenstadt mit den vielen Geschäften wie ein Einkaufscenter führen." Gemeint waren regelmäßige gemeinsame Werbeaktionen mit gut gestalteten Schaufenstern, deren Angebot womöglich durch einen gemeinsamen Internetauftritt „Einkaufstadt Bruchsal" im Wohnzimmer vom Kunden vorgeprüft werden konnte. Einheitliche Öffnungszeiten auch abends usw...
Gemeint ist auch die Spannung für die Kunden zu erhöhen. Das geschieht durch private wie öffentliche Investitionen. Es geschieht aber vorrangig in dem man in der Innenstadt den direkten Wettbewerb zulässt und nicht monopolistische Handelsstrukturen schafft. Das Angebot muss stimmen! Einkaufserlebnis - Shoppen - entsteht durch Bewegung der Kunden von einem Laden in den anderen. Es entsteht, weil attraktive Geschäftshäuser zum Schauen einladen und weil im öffentlichen Raum Platz für die Menschen zum Flanieren und Verweilen geschaffen wurde. Attraktive Gastronomie ergänzt die Aufenthaltsqualität heftig.
Aber Nein einige Wenige suchen ihren Handelserfolg mit einem Kurzzeitparkplatz vor ihrem Geschäft und befördern damit ihren Kunden eigentlich schon wieder aus der Stadt heraus. Zum Leidwesen anderer Händler.
Wir hatten doch jetzt Jahre zum Überlegen und Projekte machen! Warum wurde die Zeit nicht genutzt? Unsere Bezirkssparkasse denkt offensichtlich erfolgreich voraus. Sie wird einen ihrer Eingänge nicht an die Josef-Kunz-Straße verlegen, falls dort ein Kurzzeitparkplätzchen entsteht.
Die SPD-Fraktion wird sich für Behinderten-Parkplätze einsetzen, aber jede weitere Forderung nach Kurzzeitparkplätzen in der Innenstadt ablehnen! Wir haben in Bruchsal in jeder Tiefgarage mit 30 kostenfreien Minuten jede Menge davon! Auch die alte erneut erhobene Forderung nach Öffnung der oberen Kaiserstraße ist unter den vorgenannten Zielen abzulehnen.
Jetzt sollten wir doch erst einmal abwarten, ob die Rathausgalerie dauerhaft jener Frequenzbringer wird, den sich einige erwarten. Steuergelder sind zu wertvoll, als dass man sie ausschließlich ständig in neue Straßenbeläge der Innenstadt investieren könnte.
Ob das alles so klappt, wie sich das mancher vorstellt, weiß man erst hinterher.
Ernst-Friedrich Schäfer
Fraktionsvorsitzender SPD
15.März 2010
Günstig Tanken
Beliebte Inhalte
Heute:
Twitter Updates
Wer ist online
Veranstaltungen: Aktuelle Termine
-
Donnerstag, 24. Mai 2012 - 19:00
-
Donnerstag, 24. Mai 2012 - 20:00 - 21:00
-
Freitag, 25. Mai 2012 - 20:00
-
Sonntag, 3. Juni 2012 - 11:00
-
Donnerstag, 7. Juni 2012 (Ganztägig) - Sonntag, 10. Juni 2012 (Ganztägig)
Neueste Kommentare
- "Bruchsaler Spargel" und "Made in Germany"
vor 7 Stunden 21 Minuten - Bruchsaler Spargel
vor 11 Stunden 6 Minuten - Link zum Spargel-FAS-Artikel
vor 12 Stunden 11 Minuten - Ein klassisches Marketing-Disaster
vor 13 Stunden 30 Minuten - Bruchsal "Spargelhochburg"?
vor 14 Stunden 6 Minuten - Kauft den Bruchsaler Spargel...
vor 14 Stunden 29 Minuten - Und zwar letzte Woche auf dem
vor 14 Stunden 50 Minuten - Aber schön präsentiert
vor 15 Stunden 6 Minuten - Hat denn nach der Schwarzälder
vor 15 Stunden 34 Minuten - Wie wäre es mit einem eigenen
vor 16 Stunden 42 Minuten
BRUCHSAL.ORG abonnieren
Benutzeranmeldung
Neue Mitglieder
- Genossenschaftler
- Krambambuli
- HA.NEU
- frosch01
- Schmiady





Kommentare
Alles bekannt...
Ist doch alles schon seit Jahren bekannt, woran es in Brusl hapert. Es fehlte doch immer eine vorausschauende Gesamtplanung und es wurde nur nach dem Willen von eigennutzwilligen Investoren oder örtlichen Blockierern gehandelt. Die geschäftliche Atttraktivität eines städtischen Mittelzentrums - das Bruchsal - noch bis ca. Mitte der 80er-Jahre war - ging nach und nach verloren. Hätte man die Stadtbahn viel früher durch Bruchsal geführt - was ja geplant war - dann aber vehement verhindert wurde und jetzt wieder auf der Tagesordnung steht (zu spät) und attraktive Geschäfte schon früher nicht verhindert bzw. nach ausserhalb ausgelagert - ein gescheites Parkleitsystem in die leerstehenden Tiefgaragen mit breiteren und flacheren Einfahrtsebenen etc. geschaffen, wäre ein anderes Brusl entstanden. Jetzt auf den SEPA-Parkhaus-Einkaufsklotz mit Rathaus-Galerie ohne jeden Chic und Verweilmöglichkeiten (Cafe, Bistro etc.) mit 3 oder 4 Geschäften zu hoffen und Massen von neuen Käufern zu erwarten ist wohl ein unrealisierbarer Wunschgedanke. Die Mehrheit in unserem Stadtparlament hat aber so entschieden und jetzt müssen wir damit in Brusl leben - es wird so weitergehen. Man kann es aushalten, zum Shoppen und Flanieren müssen wir halt ein wenig mit der Stadtbahn oder dem Auto in die nähere oder weitere Umgebung fahren.
alles bekannt ??
Ja und, es ist alles bekannt und die Mehrheit der Brusler haben per Votum diesen Gemeinderat gewählt. Also wollten sie es so, oder????????
Was solls also noch?
reinhard spiegler
ich denke nicht, dass die
ich denke nicht, dass die gewählten vertreter da groß was zu sagen hatten... denken sie wirklich, die hätten zugelassen, dass die innenstadt so unattraktiv wird? man unterstellt immer den politikern schlechtes, aber konnten sie in dieser hinsicht irgend etwas entscheiden?
wenn es um die finanzen geht, sorry, hat das nichts mit demokratie zu tun. der gemeinderat kann noch so stressen - wenn er kein geld hat, muss er sich dem system fügen... das ist doch überall so, nicht nur in der politik. geld regiert die welt...
bruchsal wird echt immer unatraktiver, ich komme aus oberöwisheim und muss sagen, abgesehen vielleicht vom kino zieht mich nichts mehr wirklich nach bruchsal in die innenstadt.
der erste kommentator hat völlig recht, finde ich. "oh noi, ich muss nach brusl, awa wo solle'n dann parke...?" - wenn ich jedesmal einen cent bekommen hätte, als ich das dachte, wäre ich reich ;)
Wenn nicht die "gewählten" Vertreter...
wer dann?
Das Geld muss ja da gewesen sein, "Umbauten" hat es schließlich genug gegeben. Wenn ich sehe, was am Kübel und Holzmarkt "verblasen" wurde, kann das Geld kein Grund gewesen sein.
Bruchsal wird "unattraktive", weil man Fordert, statt selbst etwas zu tun.
Renovieren, wäre angesagt... sich abstimmen wäre angesagt... in Bruchsal haben die 1 Euroshops länger Öffnungszeiten, wie diejenigen Geschäfte, die so sehr die Parkplätze für ihren Umsatz brauchen...
Leute waren Heute um 18:30 Uhr genügen in der befahrbaren Fussgängerzone... nur nix, was diese Leute dort hätten tun können, ausser rumlaufen und hässliche Wände anstarren