Bruchsal.org trifft sich mit dem Enkel von Otto Oppenheimer in New York City

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Harry L. Ettlinger erzählt aus seinem Leben
Freitag, 6. August 2010 - 15:45
LBI

Am Mittwoch dieser Woche hatte ich das Vergnügen, die Herren Michael Simonson, Archivar im Leo Baeck Institute (LBI), und Harry L. Ettlinger, Enkel von Otto Oppenheimer, im Leo Baeck Institute in New York persönlich zu treffen.
Wir hatten uns zum gemeinsamen Mittagessen verabredet und Herr Simonson führte uns danach noch durch die Räume und insbesondere das Archiv des LBI. Dort im LBI existieren u.a. zahlreiche Dokumente, die sich mit Bruchsal und seiner jüdischen Vergangenheit befassen. Herr Simonson, ohne dessen Hilfe Bruchsal.org zum Beispiel nicht die „Geschichte des Herrn Rat" hätte veröffentlichen können, war auch der Initiator des Kontaktes zu den Nachkommen der Familie Oppenheimer, wofür wir ihm an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchten.
Während des Mittagessens konnte ich beiden Herren den am Wochenende zuvor in einem Gespräch mit unserer Oberbürgermeisterin gewonnenen neuesten Stand in Sachen Oppenheimer Platz in Bruchsal und die Grüße von Frau Petzold-Schick übermitteln.

Herr Ettlinger betonte wie erfreut er und seine Verwandten darüber seien, dass dem Großvater, bzw. der gesamten Familie Oppenheimer, diese große Ehre zuteil werden würde. Herr Ettlinger erzählte uns mit sehr lebendigen Worten von seinem Großvater, der Großmutter, den Tanten und Cousinen und der Zeit in Bruchsal. Er selbst ist in Karlsruhe geboren und aufgewachsen, war aber häufig zu Besuch im Oppenheimer Haus im Zentrum Bruchsals. 1938 ist Herr Ettlinger in die USA geflüchtet.

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M. Simonson, H. Ettlinger und der Autor vor dem Leo Baeck Institute (v.l.)

Herr Ettlinger, Jahrgang 1926 und bei bester Gesundheit, blickt selbst auf ein sehr bewegtes Leben zurück. Am 2. Weltkrieg nahm er ab 1944 als amerikanischer Soldat teil, eine Tatsache, die den Rest seines Lebens nachhaltig beeinflussen sollte. Er war nämlich einer der sogenannten „Monument Men", den Soldaten, deren Aufgabe es war, europäische Kunstschätze vor der Vernichtung zu bewahren, bzw. diese wieder aufzuspüren, nachdem sie von den Nazis fortgeschafft wurden.

Es existiert ein Buch hierüber, falls Sie interesse haben, hier der Link zur englischen Ausgabe: The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves, and the Greatest Treasure Hunt in History

Ebenso gibt es eine Internetseite (http://www.monumentsmenfoundation.org/) , die sich mit den Monument Men befasst. Herr Ettlinger ist wohl einer der einzigen noch lebenden Soldaten dieser Gruppe. Als solcher erhielt er und die Monuments Men Foundation im Jahre 2007 vom amerikanischen Präsidenten die Arts & Humanities Medal der USA verliehen. (Link zum Videobeitrag)

Alles in allem war der Treffen ein sehr interessantes Stück lebendiger Zeitgeschichte für mich.

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Im Archiv des LBI

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