Bruchsal mit zwei AA??? Da sträuben sich die Nackenhaare!!!

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Mittwoch, 16. November 2011 - 13:47

hr

Da hat er aber was gemacht unser Landtags-abgeordneter von der CDU, Heribert Rech. Gestern Abend bin ich wieder Mal auf die Seite meines Landtags-abgeordneten um zu sehen, was es Neues gibt. Ja, es gab Neues. Heribert Rech schreibt gleich auf der Startseite seiner Homepage, in großen Lettern: „Ich bin für S 21 weil ...“ mit der Begründung „...Verkehrsstaus auf den Straßen uns nicht weiter bringen!“ Soweit so gut. Gegen Verkehrsstaus ist sicher jeder.

Nun geht es aber weiter. Nach dieser Titelzeile schreibt er: „Wahlkreis 29: Bruchsaal Vorteile des Bahnprojekts Stuttgart – Ulm für den Raum Karlsruhe:“ und „Von Bruchsaal nach Ulm künftig 32 Minuten schneller." und „Von Bruchsaal nach Tübingen künftig ohne Umsteigen und 29 Minuten schneller" und „Von Bruchsaal nach Stuttgart Flughafen/Messe künftig ohne Umsteigen und 35 Minuten schneller“.

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Ist es aufgefallen? Unser Landtagsabgeordneter aus Bad Schönborn, das nach Google Earth lediglich 12 Kilometer von Bruchsal entfernt ist, Herr Rech sollte es also kennen, schreibt konsequent (immerhin) Bruchsaal. Bruchsal mit zwei AA. Ein richtiger Nackenhaarsträuber.

Rech02

Lieber Herr Rech, ich mag meine Heimatstadt, solch eine Verballhornung des Namens unseres Städtchens tut richtig weh. Wären Sie bereit die Schreibweise zu ändern?

Vielleicht aber noch zum Inhalt Ihres Werbetextes. Sie scheinen auf die von Bahnchef Grube vorgegebene Propaganda hereingefallen zu sein. Bahnchef Grube zeigt sich in jeder seiner Veranstaltungen beleidigt und sagt, wenn Baden-Württemberg aus der Finanzierung des unterirdischen Bahnhofs aussteige, wolle er auch die Neubaustrecke Stuttgart – Ulm nicht bauen. Doch das Ausstiegsgesetz sagt deutlich: Dabei ist grundsätzlich zu differenzieren zwischen einer Realisierung des Projekts Stuttgart 21, also der Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart vom oberirdischen Kopfbahnhof zum unterirdischen Durchgangsbahnhof und der Realisierung der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm. Die Realisierung der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm ist unstrittig und nicht Gegenstand dieses Gesetzes. Denn die Neubaustrecke kann in Stuttgart auch an den bestehenden Kopfbahnhof angebunden werden, so wie dies bereits die Bahn vor Entstehen des Projekts Stuttgart 21 geplant hatte.“

Mir ist nicht verständlich, warum Sie, lieber Herr Rech, Ihre Argumentation auf der Vertrutzheit von Herrn Grube aufbauen. Wie oben dargestellt geht es bei der Volksabstimmung gerade nicht um die Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm. Daher geht auch Ihre Argumentation, warum mit NEIN abgestimmt werden sollte, ins Leere. Es wird eben gerade NICHT über das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm abgestimmt. Es geht NICHT um die Verkürzung der Fahrtzeit nach Ulm, es geht eben NICHT um die Verkürzung der Fahrtzeit nach Tübingen. Diese Fahrtzeitverkürzungen resultieren aus dem Bau der Neubaustrecke Stuttgart – Ulm, über die definitiv nicht abgestimmt wird.

Gerne hätte ich auf Ihrer Homepage etwas gelesen zur Pendlerproblematik. Für die Bruchsaler Pendler nach Stuttgart werden durch den Bau des unterirdischen Bahnhofs gravierende Einschränkungen erwartet. Hierzu erwarten die Bürgerinnen und Bürger aus Ihrem Wahlkreis eine Stellungnahme. Aber kein Wischi-Waschi wie „es wird erwartet“ oder „hätten überzeugend dargelegt“. Ihre Wählerinnen und Wähler erwarten von ihrem Landtagsabgeordneten eine ganz klare Ansage und Darstellung, wie die Anbindung von Bruchsal in den Simulationen gerechnet wurde und ob diese Simulation auch tatsächlich so verwirklicht wird.

Ach, noch etwas. Vielleicht sollten Sie den Bürgerinnen und Bürgern Ihres Wahlkreises noch verbindlich versichern, dass die Baukostengrenze von 4,5 Milliarden Euro nicht überschritten wird.


Ausstiegsgesetz

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Kommentare

Gaanz toll!

Frage: Darf der Text ab "Lieber Herr Rech..." kopiert werden, und als Brief an den MdL gesendet werden?

Das kommt davon...

... wenn man seine Texte nicht selbst verfasst und sich nicht einmal die Mühe macht, den Wisch durchzulesen.

Die Fehler des Herrn Rech

Bei einem Mann, der eine Kastanie nicht von einem Pflasterstein unterscheiden kann, wundert es mich nicht, wenn er gewisse Probleme mit der Rechtschreibung hat....
Zu den sogenannten "Vorteilen", den Bruchsa(a)l - und auch die anderen Regionen von Baden-Württemberg - von Stutgart 21 haben, ist in der Stuttgarter Zeitung einlesenswerter Artikel erschienen, der aufzeigt, dass die Regionen Baden-Württembergs seit Jahren insgeheim zur Kasse gebeten werden. Das Land hat nämlich klammheimlich bereits seit 2003 Gelder, die eigentlich für Infrastrukturmaßnahmen im Land vorgesehen waren, für die Bildung einer Finanzreserve für Stuttgart 21 "umgewidmet".
Der damals zuständige Staatsekretär im Verkehrsministerium hieß übrigens:
Ja, man glaubt es kaum: STEFAN MAPPUS
Aber, lesen Sie selbst:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-verzoegert-der-bah...

Als Mafia kann man das bezeichnen

Dieses S 21 ist und bleibt für Teile der PolitikerInnen und natürlich der Wirtschaft und Industrie ein lukratives Immobilienprojekt, dessen Umsetzung hinterher der Öffentlichkeit als fortschrittlicher Bahnhof gedeutet und verkauft wurde. Nutznießer sind aus reiner Raffgier der ECE Investor und seine Handlanger, sprich Teile der LandesCDU, LandesSPD und LandesFDP. Man braucht nur die von ECE gegründete Stiftung "Lebendige Stadt" anschauen. Wer sitzt dort in den Gremien? Wer im Vorstand, wer im Beirat, wer ist Geschäftsführer? Mafiöse Verhältnisse im "Muschterländle". Leute, lasst euch nicht blenden!

Steuergelder verplempert

Viel mehr als der Druckfehler regt mich auf, dass die CDU-Landtagsfraktion für diese Faltblätter Steuergelder von über 1 Million Euro verplempert.

Da wird Geld vom Steuerzahler verwendet, um Werbung für ein Projekt zu machen, mit dem man Geld vom Steuerzahler verbuddelt.

Das ist ein ganz mieser Stil!

Wir Piraten finanzieren unseren S21-Kaperbrief aus eigenen Mitteln.

@MlF: Eigene Mittel ?

Über welchen Weg kommt die CDU-Landtagsfraktion für eigene Parteibelange an "Steuergelder" ?

Demgegenüber:
Aus welcher Quelle erschließen sich die "eigenen" Mittel der Piraten ?

Sind hier die Formulierungen für die Gelder zwar diffenziert beschrieben, der speisende Topf dagegen derselbe ?

Pure Steuergelder in gleicher Höhe verwendet dagegen die Landesregierung mit der neutralen Kampagne und Plakatierungsaktion:
"Dafür? Dagegen? Auf jeden Fall: Dabei!".

Toll !!!

Eigene Mittel...

..sind Kapitalbestände aus Beiträgen und Spenden. Was sonst?

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