Bruchsal, die Einkaufsstadt am Rande des Kraichgaus
Am Samstag Nachmittag machten wir uns mit dem Kinderwagen auf den Weg, eingemummelt ob des naßkalten Wetters, von der Haffenbrücke über die Große Brücke durch die Kaiserstrasse in die Hoheneggerstrasse und über die Friedrichstrasse zurück.
Sinn und Zweck dieser Route war einmal genauer zu dokumentieren, wie es um die Einkaufsqualität in Bruchsal bestellt ist. Wir alle wissen von der Diskussion bezüglich Handyshops, (1) Euro Shop(s!!!), noch mehr Friseure, Sonnenstudios und diverser Franchise Ketten. Dies soll hier nicht weiter thematisiert werden, sie haben sich sicherlich schon ihr eigenes Urteil gebildet.
Das Problem, welches ich hier beschreiben möchte, ist ein anderes... der Leerstand von Ladengeschäften zum Teil in bester Lage im Einkaufszentrum Bruchsal. Mit Verlaub, für mich wirkt das aktuelle Bild erschreckend und ich warte eigentlich nur noch auf die ersten Bretterwände statt Schaufenster.
Aber sehen sie selbst:
Durlacherstrasse auf Höhe der Haffenbrücke Richtung MuKS und Große Brücke:
All diese bisher gezeigten Objekte finden sich innerhalb von ca. 150 m auf ein und derselben Strassenseite.
Nächster Stop, "Einkaufs"passage in der oberen Kaiserstrasse:
Und nun die Kaiserstrasse hinunter am Rathaus vorbei durch die Friedrichstrasse zur Hoheneggerstrasse:
Es stellt sich nun die Frage woran das liegt...
An zu hohen Ladenmieten? An fehlenden Parkplätzen vor der Tür (zugegeben, alle Leerstände haben keine Parkmöglichkeit vor dem Laden)? An Fachmarktzentren auf der grünen Wiese? Am Flair Bruchsals? An der Kaufkraft eines Mittelzentrums, welches finanziell äußerst harten Zeiten entgegensieht? An, an, an...?
Was meinen sie denn eigentlich?
Ich jedenfalls war wirklich entsetzt wie oft ich den Auslöser der Kamera drücken mußte um "den Leerstand" zu dokumentieren...
Verstehen sie mich nicht falsch, ich lebe seit mehr als 40 Jahren gerne in Bruchsal, aber langsam macht mir die Entwicklung dieser Stadt etwas Angst. Die Neuverschuldung für Betonklötze mit noch mehr Franchisenehmern werde ich an dieser Stelle nicht weiter thematisieren, auch da haben sie sich sicherlich auch schon eine Meinung gebildet.
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Kommentare
Bruce in Bruchsal
Remember?
Die Durlacher Straße in die
Die Durlacher Straße in die andere Richtung: Genau das Gleiche. Leerstand.
Die Handyshops, Friseure, Sonnenstudios sind unter anderem auch dem Umstand geschuldet, dass sie, da ohne Wareneinkauf, relativ einfach zu betreiben sind. Oftmals werden sie auch in Franchise betrieben. Die 1-Euro-Shops sind unter anderem auch begründet in der Verarmung eines Teils der Bevölkerung. Die Schere zwischen "oben" und "unten" geht immer weiter auseinander.
Ein großes Problem für Bruchsal als Einkaufsstadt: Die Ladenöffnungszeiten der Geschäfte. Wenn A offen hat, hat B zu und so weiter. Da helfen auch keine Parkplätze oder Kurzparkplätze; der Kunde kommt nicht, wenn sich Bruchsals Einzelhandel so unverlässlich und so wenig kundenorientiert zeigt.
Ein weiteres Problem: Das mangelhafte Sortiment. Durch Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte in den letzten Jahren (altersbedingt, grüne Wiese usw.) wurde das Sortiment extrem ausgedünnt. Ein Autor von Bruchsal.org sollte sich doch mal den "Spaß" machen aufzuschreiben, was es alles in Bruchsal nicht (mehr) zu kaufen gibt.
Die SEPA kann hier auch keine Abhilfe schaffen. Eine Drogerie (der dm ist sehr gut sortiert), ein Tengelmann (der nur von anderer Stelle umzieht) und ein Fitnessstudio (das alteingesessenen Einrichtungen - Horn - Konkurrenz zu machen sucht). Dazu noch im früheren Rathaus Textilgeschäfte mit Billigkleidern.
Um Bruchsal attraktiv zu machen, müsste die Werbegemeinschaft endlich mal zu Potte kommen und konzeptionell tätig werden. Und nicht immer nur jammern und klagen und noch mehr Geld aus dem Stadtsäckel (auch unsere Steuergelder!) fordern.
Das erste Objekte stehen
Das erste Objekte stehen schon seit mehreren Jahren leer. Das Zweite ist bis von ein paar Monaten eine Wohnung gewesen ist. Das erste Objekte stehen zum Verkauf, was einfacher ist, wenn nicht vermietet. Beim ehemaligen "Farben Isenmann" handelt es sich sogar um ein denkmalgeschützes Gebäude, was die Sanierung ausgesprochen teuer machen dürfte.
Um die "Attraktivität" der jeweiligen "Ladenlokale" zu beurteilen, sollte man sich mal umschauen, was es dort im Umkreis gibt. NICHTS! Das dafür aber um so mehr.
Gerade den Bereich um Holz- und Kübelmarkt, hat man über etliche Jahre hinweg mit verfehlten Ideen und "Planungen" regelrecht "platt" gemacht. Es gibt für Besucher der Fußgängerzone, keinen Grund über den "Marktplatz" hinaus weiter nach "Oben" zu gehen. Da ist nichts, aber auch gar nichts mehr, außer einer Konditorei, dass dazu verführen könnte, dort hin zu gehen.
Erst "killt" man die wenigen dort überhaupt vorhandenen Parkplätze um diese dann nach einigen Jahren, nachdem die Geschäfte getürmt/pleite sind, mit viel Geld wieder auferstehen zu lassen. Der Holzmarkt ist zu einer, wie in einem anderen Thema geschrieben, "politisch" gewollten Wildparkzohne in der Fußgängerzone verkommen, in der die Anwohner schon hin und wieder Probleme haben, ihre Wohnung zu verlassen, weil sie über Autos klettern müssen
Ach ja! Die Objekte 1,3 und
Ach ja!
Die Objekte 1,3 und 4, dürften das Problem mit den Parkplätzen im übrigen überhaupt nicht haben. Wer dort keinen passenden Parkplatz findet, muß schon mit dem LKW vorfahren.
Inernetshops versus Ladengeschäfte
Für mich ist das nur logisch. Der Erfolg des Internets mit seiner jederzeitigen bequemen Verfügbarkeit aller Arten von Waren macht den Einzelhandel platt.
Wieso in die Innenstadt fahren, Auto parken , zum Geschäft laufen, sich von (un-)freundlichen Verkäufern bedienen lassen, gewünschte Ware nicht vorhanden , muss erst bestellt werden, dauert 2 Wochen, dann wieder dasselbe, wenn man Glück hat ist dann die Ware da......... wenn die Alternative eine bequeme Bestellung auf der heimischen Couch ist und nach 2 Tagen ist die Ware in bester Qalität vom unterbezahlten Paketzusteller an die Haustüre gebracht.
Insofern finde ich es schon tragisch, dass ausgerechnet das Medium, das uns die großartige Möglichkeit wie "bruchsal.org" gibt, dafür verantwortlich ist, dass unsere liebenswerte Kleinstadt zu einer Schaufenster-Brache verkommt.
oder aber...
Das Internet ist nicht der Fluch des Einzelhandels. Das Internet kann ganz im Gegenteil ein Segen sein. Dann nämlich, wenn es einem spezialisierten Einzelhändler ermöglicht, Kundinnen und Kunden weit über die Grenzen seines angestammten Einzugsgebiets hinaus zu erreichen. Dann macht das Internet innerstädtische Einzelhändler sogar unabhängig von örtlichem (städteplanerischem, verkehrsplanerischem oder kollegialem) Murks. Dann kann es über das Versenden hinaus sogar gelingen, Verbraucher von Frankfurt bis Freiburg, von Straßburg bis Stuttgart ins kleine, beschauliche Bruchsal zu bringen. Interessanterweise finden diese immer ohne Grollen im Bauch einen Parkplatz. Obwohl man als Ortsfremder fast seherische Gaben braucht, um die Parkgarage Bürgerzentrum als den innenstädtischen Parkraum schlechthin auszumachen. Deshalb die Gegenthese: Internet macht starken Einzelhandel stärker, schwachen Einzelhandel schwächer.
"Aussage des Tages!"
Dieser Satz am Ende Ihres Kommentars Frau Fischer ist für mich DER Satz des Tages.
"Das Internet macht starken Einzelhandel stärker, schwachen Einzelhandel schwächer."
Das Internet wird für vieles verantwortlich gemacht, ist aber eben nicht an Allem schuld.
Vor Jahren war es der
Vor Jahren war es der Computer heute ist es das Internet...
Den Computer gibt es immer noch und man lebt soagr immer noch damit.
Irgendwer, wird immer irgendwelche Gründe finden, warum alle Anderen die Schuld trift, nur nicht ihn.
Leben bedeutet "Wandel".... und dann gibt es noch diejenigen, welche versuchen den alles um sich herum so zu biegen, das sie sich ja nicht anpassen müssen.
DL
Ladengeschäfte versus Internetshops
"Für mich ist das nur logisch. Der Erfolg des Internets mit seiner jederzeitigen bequemen Verfügbarkeit aller Arten von Waren macht den Einzelhandel platt." meint Michael Vettermann.
Das kommt ganz darauf an, meine ich.
Zum Beispiel Bücher: Da schaue ich beim lokalen Buchhändler auf der Website nach bestimmten Titeln und bestelle dort und nicht bei Omaxon. Und ich hole das bedruckte Papier selbst ab, weil sich mir so ein Anlass bietet, im Laden weiterzustöbern und das eine oder andere Schätzchen zusätzlich zu finden. Und bevor ich auf die Idee komme, Schuhe aus dem -Net zu saugen suche ich erst mal die einheimischen Dealer heim. Wenn wir unseren guten Tag haben treffen wir uns an der Kasse. Für ein Pärchen Qualität (und wenn es nicht der Ramsch von sonstwo ist) schiebe ich dann auch gutes Geld über die Theke, besonders, wenn ich freundlich und sachkundig beraten werde. Wer will, dass der Fachhandel hier bestand hat, der muss auch was dafür tun. Umgekehrt gilt auch für den Fachhandel, dass der sich überlegen muss, was er für seine Kunden tun kann.
Internetbestellung beim örtlichen Buch-(Einzel)handel
BR_Leser vom 25.01.10 kann ich nur zustimmen.
Wer jemals einige Bestellungen per Internet aufgegeben hat und danach tagelang von den verschiedensten Zustelldiensten beglückt wurde - samt Nachbarschaft - oder Päckchen schlicht vor der Haustür stehend fand ist gerne bereit, auch mal den Buchhändler seiner Wahl aufzusuchen - in der sicheren Gewissheit, seinen Wunschartikel (das müssen nicht nur Bücher sein) dort vorzufinden und mitnehmen zu können.
Wie das funktioniert?
Ganz einfach - zum Beispiel so:
http://www.buchhandlung-baier.de/
Leerstand beim "Rendezvous" - ehem. BMW-Schäffner
Einen weiteren sehr bedauerlichen Leerstand gibt es nunmehr schon seit Jahren in bester Lage am Stadtbus-Rendezvous.
Dort, wo einst die Fa. Schäffner vom Motorrad über die Isetta bis zum V 8 die Münchner Objekte wirtschaftswunderlicher Motorisierungsfreude offerierte steht ein Geschäftslokal samt Nebenräumen leer - unverständlich.
Trotz Modernisierung und möglicherweise sogar Parkplätzen, zumindest für Mitarbeiter, vielleicht sogar Anwohner - Fehlanzeige.
Was ist hier eigentlich los? Woran liegt's?
Leer...
Sagen wir mal so: Eine Treppe, die es vor Betreten des Ladenlokals zu überwinden gilt, gehört nicht zu den notwendigen Essentials einer Laden-Lokation.
Den eigentlichen Leerstands-Grund kann erschürfen, wer mal mit der Hausbesitzerin (Vermieterin) plauscht. Denn Treppe hin oder her - es gibt ja seit Umbau nicht mal eine "Minder"-Nutzung.
Da gibts noch die Idee durch ein Anwesen am Rendezvouz eine direkte Verbindung zur Tiefgarage Volksbank zu schaffen - gemeint ist natürlich kein Tunnel, sondern eine Verbindung zu dem dortigen Freiraum. Das allerdings - beispielsweise - erörtert man besser nicht mit der Hausbesitzers-Dame...
Bauen wir mal auf die Eloquenz des neuen Stadtplanungschefs - vielleicht kanr er ja was bewirken.
Was ist jetzt der Grund?
Schön, Herr Schmitt, daß sie mit der Dame geplauscht haben.
Dürfen wir den Grund auch erfahren?
Ganz davon abgesehen, daß in diesem Ladenlokal seit Jahren eine Videokamera auf öffentlichen Grund gerichtet ist und diese Aufnahmen unter Umständen sogar speichert. Hinweisschild? Fehlanzeige!
Wer die Kamera sehen möchte muß einfach mal vor der Einfahrt stehen und die Fenster des Ladens anschauen!
Plausch im Kleinstadt-Plüsch
Lieber Marco,
ich sags mal so. Nicht alles eignet sich für eine Netz-Veröffentlichung. Erkennbar ist aber für jeden, dass der Leerstand keiner wäre, wäre die Besitzerin nicht so, wie sie ist - siehe Kamera.
Oder, um es auf bruslerisch zu sagen: da kann man halt nix mache. Der Leerstand gehört zur Kleinstadt-Folklore.