Blitzanalyse: was hat Professor Brettschneider gesehen?
Eines vorneweg: ich werde keinen der beiden Duellanten wählen... Der richtige Herausforderer hat ja gefehlt...
Was aber offenbar nur wenigen aufgefallen ist, ist die Fehlanalyse des Professors Frank Brettschneider in der Sendung "SWR - Das Duell".
Er bewarb sein Medienexperiment mit
Noch schneller ist unmöglich: Live und in Echtzeit werten Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim am 16. März aus, wer beim TV-Duell von Stefan Mappus und Nils Schmid wann und mit welchen Themen bei den Zuschauer punkten kann. Gemessen wird die Zustimmung mit Hilfe von 200 Testzuschauern. Sie bewerten die Politiker zeitgleich zur Debatte mit einem Drehregler. Medienvertreter sind eingeladen, dass Experiment vor Ort zu begleiten. Eine erste Auswertung erhalten sie direkt im Anschluss an das Duell. Quelle: Universität Hohenheim
Am Ende des Duells wurde Professor Frank Brettschneider von der SWR-Moderatorin nach der Gretchenfrage gefragt: wer hat das Duell gewonnen?
Professor Frank Brettschneider verwies live auf die Blitzanalyse-Grafik mit den Ausschlägen nach oben (positiv für Mappus) und unten (positiv für Schmid) und verkündete den eindeutigen Sieg für den Ministerpräsidenten.
Dumm nur, dass ein zweiter Blick auf die Blitzanalyse ebenso klar zeigt:
Positiv für Mappus gibt es 11 Ausschläge (blau gekennzeichnet) mit mehr als 10 Punkten Differenz zum Mittelwert 50 (fette schwarze Linie), positiv für Schmid sind 18 Ausschläge (rot gekennzeichnet) vorhanden. Ich bin ja kein Medienwissenschaftler, aber das Diagramm spricht für sich...
Wie konnte also Professor Frank Brettschneider zum Schluß kommen, dass der Ministerpräsident der eindeutige Gewinner ist?
Bin gespannt auf die Detailanalyse der Uni Hohenheim.
P.S. am gleichen Abend befand die CDU natürlich...
Das bestätigt auch eine Analyse der Universität Hohenheim. Danach lag Ministerpräsident Stefan Mappus bei den Zuschauern eindeutig vorne. Die Angriffe von Nils Schmid seien demgegenüber verpufft. Quelle: CDU BW
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Kommentare
SWR Das Duell Medienexperiment
Mathematisch gesehen kann ich auch die Fläche unter der Kurve betrachten. Auch dann frage ich mich wie der Herr Professor zu seinem Ergebniss kommt. Schade dass es vom SWR keiner bemerkt hat. Dürfen wir Herrn Professor Frank Brettschneider etwa patreilichkeit unterstellen? Geht es vielleicht um Forschungsgelder des Landes?
T-Online korrigiert nicht
Sehr interessant! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Ich habe t-online, die heute morgen von Mappus als "ziemlich deutlichem" Sieger sprechen, auf diese Fehlinterpretation hingewiesen.
Veröffentlicht wurde mein Beitrag bisher nicht und auch die Headline wurde nicht geändert.
Es soll wohl wirklich so sein, dass Mappus als "Sieger dasteht. Wieder wird offensichtlich darauf spekuliert, dass die typische Anhängerschaft Mappus´ nicht so genau hinschaut und nur die Überschriften liest.
Verzerrter Blickwinkel
Und es wird so geschickt von oben gefilmt, dass bei gleicher Größe die Balken von Mappus viel länger wirken.
Das sollte nicht verwundern,
Das sollte nicht verwundern, Mappus ist Absolvent der Uni Hohenheim.
Ausführliche Erklärung
Ich selbst studiere Kommunikationswissenschaft an der Uni Hohenheim bei Prof. Brettschneider. Ich kenne auch diese Analysen und Diagramme aus den Vorlesungen und weiß also ziemlich gut worum es hier geht.
Natürlich kann man auf den ersten Blick sagen dass Schmid mehr Ausschläge als Mappus hat. Das kann man jedoch nicht so isoliert betrachten sondern muss für die richtige Interpretation des Ergebnisses den Kontext hinzuziehen: um Welches Thema ging es? Wie war sein genauer Wortlaut? Wie du schon sagst, du bist eben kein Wissenschaftler ;)
Das ist natürlich in den 3-5 Minuten Sendezeit unmöglich zu erklären und darzustellen (Stoff einer 90-minuten Vorlesung).
Schon im Vorfeld wurde das Projekt daher auf den Seiten des SWR und der Uni Hohenheim ausführlich beschrieben und heute kam eine Pressemitteilung mit einer ausführlichen Beschreibung und Analyse: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=8853
Ich finde es wirklich schade dass man mit der Brille der politischen Einstellung jeden als Intrigant, Lobbyist oder Parteifreund darstellt, der etwas sagt was einem nicht passt. Auch wenn es ein neutraler Wissenschaftler ist.
http://www.cdu-wt.de/kv/Aktue
http://www.cdu-wt.de/kv/Aktuelles/2010_01_21_21845933_meldung.php
Du kannst die nähe Brettschneiders zur CDU nicht leugnen. Hier geht es eben auch um eine persönliche Interpretation, Brettschneider ist hier eben stark verdächtig.
Die Pressemitteilung klärt gar nichts auf, wieder nur persönliche Interpretationen des Professors. Wieso wurden zum Beispiel die Kurven nicht veröffentlicht? Als mündiger Bürger lehne ich es ab, eine Wahlempfehlung zur besten Sendezeit eines CDU-nahen Wissenschaftlers zu bekommen- zumal als Wissenschaft getarnt.
Der Filz ist stark in Baden-Württemberg. Was Bayreuth für CSU und Guttenberg, ist eben Hohenheim für CDU und Mappus.
Also Lieber Fred, obwohl du
Also Lieber Fred,
obwohl du ja dass fach zu studieren scheinst, kannst du iwie selber nciht erklären wie man das diagramm zu deuten hat. von einem der das studiert hätte ich schon erwartet uns "normalsterblichen" erklären zu können was da der cassus knacktus ist. Den kram selber lesen kann ich natürlich auch., aber wie gesagt, als fachmann hätte ich mehr erwartet=(
gruß raphael
PS. dass shcmid trotzdem nciht so verkrampft wie der mappus war, dafür braucht man keine politsch wissenschaftliche analyse, obwohl mappus seinem "standhaften" bild doch sehr gerecht geworden ist! Also Lob an beide seiten!
um mal die Schärfe
um mal die Schärfe rauszunehmen:
Das Diagramm selber wird wahrscheinlich im Sekundentakt oder in einer kleineren Taktung die Regler abfragen. Das wird dann durch die Kurve dargestellt, die Punkte selber stellen stark vom neutralen Wert abweichende Punkte dar. Mehr ist da für niemanden erstmal nicht herauszulesen ohne Zusatzinformationen.
Was allerdings wesentlich frappierender aus meiner Sicht ist, ist folgendes: Man hat wohl kaum längerfristige Zustimmung während den Redebeiträgen wenn man der Kurve folgt, sondern die Leute gehen bei einzelnen Phrasen massiv hoch. D.h. bei klassischem Wahlkampfgetöse (Leistung muss sich lohnen, Lobbyist der Atomindustrie) gibts kurz 100% Zustimmung, der Rest interessiert nur wenig.
Der Brettschneider wird allerdings noch die passenden Zusatzdaten zu den Personen haben.
Fazit dazu trotz allem:
Erstens: Exzellent, dass da ein Wahlkampfberater der CDU die Analyse macht.
Zweitens: Wissenschaftler sollten sich gefälligst Blitzanalysen verkneifen.
Wo steht denn Bitte, wie die einzelnen Menschen in unserem Land die unterschiedlichen Felder gewichten? Bzw. die Leute im Saal?
Wenn schon dann sollte man angeben, dass Menschen meinetwegen Bildungspolitik doppeltsowichtig wie Energiepolitik für sich selbst empfinden (da hätte ich dann gern mal die Daten zu).
Und erst danach die Informationen komprimieren, sonst wird das eine essayistische Analyse unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit.
Weiterhin macht er durch diese vereinfachte Interpretation
(Wichtigkeit des Politikfelds)*grober Kurvenausschlag = Zustimmung der Personen zur Politik des gerade Redenden
einen massiven Fehlschluß.
Dass sich Leistung lohnen muss, da muss ich ihm auch vollkommen zustimmen und hätte das wahrscheinlich auch getan. Heisst also ich hätte den Regler zu Mappus gedreht. Heisst aber weiterhin nicht, dass ich das nur Mappus zutraue.
Oder kommt man ernsthaft auf die Idee, während solche Allgemeinplätze (solide Finanzpolitik) gedroschen werden die Regler auf die Person des anderen zu drehen (a là: "Mappus ist Atomlobbyist" , das spricht eindeutig für Mappus) ?
Äußerst fragwürdige Messung von Zustimmung.
Und nochmal diese Dinge fallen einem auf, wenn man sich damit beschäftigt, das hat erstmal nichts damit zu tun, ob man das studiert hat oder nicht. Man muss nur genauer drüber nachdenken (wie so oft).. Damn it back to my accounts..
Drittens: Nur damit hier nicht vermutet wird, dass ich parteilich bin und mir das später vorgeworfen wird: Ich gebe offen zu, dass ich die SPD wählen werde und auch aktives Mitglied in dieser Partei bin.
Antworten
ok...
also die Pressemitteilung habe ich hier verlinkt, weil darin der Ablauf der Studie noch einmal erklärt wird. Ebenso wird auch erklärt wie Prof. Brettschneider zu dem Ergebnis kommt, z.B.:
etc.
Das ist das was ich schon sagte, man muss die Ausschläge im Diagramm eben in den Zusammenhang bringen, so erhalten sie eine Gewichtung und man kann sie sinnvoll interpretieren.
Und als eine Wahlempfehlung habe ich es nicht empfunden. Da waren die drei Journalisten im SWR-Studio schon deutlicher.
Ich kenne die Grafik nun auch nur aus dem TV. deshalb kann ich sie euch auch nicht detailliert erklären,bin mir aber sicher dass ich in 5 Wochen, wenn das Semester wieder losgeht die Grafik in der Vorlesung zu sehen bekomme. Gern würde ich auch Prof. Brettschneider bitten dass ich sie veröffentlichen darf, nur interessiert es bis dahin wahrscheinlich niemanden mehr. Wenn ihr wollt mach ich es trotzdem gerne.
Die Frage ist doch, ob ein
Die Frage ist doch, ob ein Wahlkampfberater der CDU die richtige Person ist, um diese Ausschläge neutral und wissenschaftlich zu bewerten.
Auswertung
Da man das nicht so isoliert betrachten kann, wäre ich dann doch ziemlich gespannt auf eine aufschlussreiche Erklärung.
Ihre Begründung jedoch, hört sich für mich so an, wie bei einem Gespräch, bei dem die Quartalszahlen auf dem Diagramm deutlichen Rückgang zeigen und der Vertriebsassistenz stapelweise Reissäcke in China umfallen lässt, um den Verlust schön zu reden.
Blitzanalyse Korresondenz mit Prof. Dr. Brettschneider
Zu Prof. Dr. Brettschneider von der Uni Hohenheim.
Nach seiner gestrigen Blitzanalyse des TV-Duells entsponn sich heute diese spannende Korrespondenz zwischen uns:
In Gänze hier nachzulesen.
http://www.facebook.com/profile.php?id=100001096144169#!/permalink.php?story_fbid=201430349880674&id=1208536055¬if_t=like
Fazit: hier wird pseudo-wissenschaftlich messbare Objektivität vorgegaukelt. Bei genaueremhinsehen ist es damit aber nich weit her.
Hallo, glaube du musst alle
Hallo,
glaube du musst alle deine Profilinhalte bzw. deine Pinnwannd(wenn es da drauf steht) für alle Personen sichtbar machen, ansonsten sieht man die Korrespondenz leider nicht...
würde mich nämlich interessieren wie er sich geäußert hat ;)
Spannende Kommentare
Besten Dank für alle Kommentare. Dies hat wieder einmal gezeigt, dass bruchsal.org eine gute Plattform für Diskussionen ist.
"(...) Und wie lautet das Ergebnis? „Mappus ist deutlicher Punktsieger“, sagt Brettschneider. Dafür gab es böse Anrufe, von jenen, die es vermeintlich besser wissen. Dabei geht es um Wissenschaft, die bekanntlich nach objektiven Ergebnissen sucht, mittels des Drehreglers sogar sekundengenau die Wahrnehmung der Zuschauer erfasst. (...)"
Experten
Zum Thema Experten fällt mir nur ein Zitat von Sir Peter Ustinov ein:
Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch unmöglich.
Und somit werde ich mich auf meinen gesunden Menschenverstand verlassen.
Gott sei Dank gibt es dafür kein Studienfach.
Anmerkungen von Frank Brettschneider
Da hier ja intensiv über die TV-Duell-Studie diskutiert wird und auch einige Kritik an mir im Raum steht, möchte ich mich dazu gerne äußern:
Zunächst einmal freue ich mich, dass die Studie auf ein reges Interesse stößt. Mein Team und ich haben sehr intensiv an den Vorbereitungen für diese Untersuchung gearbeitet. Auch haben wir uns bemüht, die ersten Ergebnisse daraus sehr schnell der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. In der nächsten Woche werden wir etwas detailliertere Ergebnisse auf der Uni-Homepage präsentieren können:
https://www.uni-hohenheim.de/
Zur Studie selbst und zu meiner Interpretation nach dem TV-Duell: Das reine Auszählen der Peaks in der "Fieberkurve" scheint erst einmal im Widerspruch zu meiner Gesamteinschätzung zu stehen. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich aber auflösen: Denn bei einem TV-Duell kommt es insgesamt darauf an, nicht bei möglichst vielen Themen zu punkten, sondern bei den entscheidenden Themen. Und das sind die Themen, die von der Mehrheit der Wählerinnen und Wähler als besonders wichtig eingestuft werden. Welche das sind, erkennt man an den repräsentativen Umfragen etwa von Infratest dimap:
http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundeslaender/baden-wuer...
Vor der Reaktorkatastrophe in Japan waren dies vor allem die Themen Bildung, Energie sowie Wirtschaft und Finanzen. Nach der Reaktorkatastrophe dürfte die Bedeutung des Themas Energie noch größer geworden sein. Wenn man jetzt die Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer, die in Hohenheim das TV-Duell mit den Drehreglern verfolgt haben, analysiert, dann achtet man auf diese Themen ganz besonders.
Insbesondere bei den Finanzthemen wurde Stefan Mappus besser bewertet als Nils Schmid (u.a Länderfinanzausgleich, Leistung soll sich lohnen; zwischen 21:10 und 21:16). Zudem hat Stefan Mappus beim Atom-Thema zu Beginn nicht so viel Druck bekommen, wie dies zu erwarten war. In der CDU-Anhängerschaft konnte er sogar Zustimmung generieren (das sieht man nicht auf der im ersten Posting abfotografierten Kurve (die lediglich den Mittelwert über alle Untersuchungsteilnehmer hinweg abbildet), aber man sieht es auf den Kurven, die wir zusammen mit zahlreichen Journalisten vor Ort live betrachtet haben: Ein Kurve für die Anhänger von SPD und Grünen, eine Kurve für die Anhänger von CDU und FDP und eine Kurve für die Unentschiedenen. Ein Beispiel für die Live-Beobachtung mit mehreren Kurven finden Sie hier: https://www.uni-hohenheim.de/uploads/pics/110316_TVDuell_EYB-12.jpg
Das alles zusammen genommen führt dann zu der Bewertung, dass Stefan Mappus von dem TV-Duell eher profitieren konnte als Nils Schmid. Die Fieberkurve liefert also Rohdaten, aber die müssen interpretiert werden. Dabei ist auch klar, dass Nils Schmid in wichtigen Punkten Zustimmung erfahren konnte (v.a. bei den Themen Dumpinglöhne (20:51) und Studiengebühren (21:08)).
Bei der Interpretation der Fieberkurve ist zudem zu berücksichtigen, dass die Anhänger der SPD und der Grünen in unserer Studie überrepräsentiert waren. Das ließ sich in der Gesamt-Kurve nicht darstellen, muss aber bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Noch ein letztes Wort zu der Behauptung, ich sei Wahlkampfberater der CDU. Wenn solche Behauptungen aufgestellt werden, dann bitte ich um Belege. Sollen die Forschungsergebnisse durch die Unterstellung der Parteilichkeit diskreditiert werden? Sachliche Kritik ist klasse und willkommen. Sie bringt Forschung weiter. Das Diskreditieren hingegen finde ich unsachlich. Ich habe einen Vortrag auf einem Jahresempfang der CDU in Waldshut-Tiengen gehalten. Na und? Ich habe auch schon Vorträge auf Empfängen/Veranstaltungen der FDP, der Grünen und der CSU gehalten. Warum? Weil ich es für wichtig erachte, dass unsere Forschungsergebnisse keine Geheimwissenschaft bleiben. Mir Parteilichkeit zu unterstellen, weise ich zurück. Und ich freue mich über jede fachliche Auseinandersetzung.
Mit besten Grüßen
Frank Brettschneider, Uni Hohenheim
Bitte etwas sachlicher!
Ich habe mir gerade die gesamte Diskussion über die TV-Duell-Studie von Prof. Brettschneider durchgelesen und muss sagen, dass ich wirklich etwas fassungslos bin, wie unsachlich hier teilweise geschrieben wird. Woher kommt denn bitteschön die Behauptung, dass Herr Brettschneider ein Wahlkampfberater der CDU ist? Gibt es hierfür irgendwelche Belege? Solche Dinge einfach so in den Raum zu stellen, als seien es Fakten, ohne sie in irgendeiner Form belegen zu können, finde ich schon ein starkes Stück. Dass Professoren auf Veranstaltungen von Parteien sprechen, ist vollkommen normal, v.a. wenn sie sich mit Themen beschäftigen wie Herr Brettschneider, die für die Parteien nunmal sehr relevant und interessant sind.
Ich halte das sogar für absolut begrüßenswert. So analysiert Herr Brettschneider ja z.B. auch die Verständlichkeit der Parteien und ihrer Programme. Sollte er dann Einladungen von den Parteien ablehnen, wenn diese sich in Bezug auf ihre Verständlichkeit von ihm beraten lassen wollen? Alle beklagen sich immer über die mangelnde Verständlichkeit von Politikern und Parteien, aber wenn dann mal ein Wissenschaftler zu den Parteien hingeht und ihnen erzählt, wie sie so kommunizieren können, dass es auch jemand versteht, dann gilt das sofort als unangemessene Parteilichkeit. Wo ist denn da bitteschön die Logik?
Schaut euch doch einfach mal die öffentlich zugänglichen Forschungsergebnisse von Prof. Brettschneider auf der Homepage seines Lehrstuhls an, dann seht ihr ganz schnell, dass dort keinesfalls immer die CDU am besten abschneidet: https://komm.uni-hohenheim.de/forschung.html
Besonders deutlich sieht man das übrigens auch auf der von Prof. Brettschneider betriebenen Seite "PolitMonitor", bei der die Verständlichkeit der Parteien auf monatlicher Basis laufend beobachtet wird. Hier schneidet fast jeden Monat die Linkspartei am besten und die CDU am schlechtesten ab: https://www.uni-hohenheim.de/politmonitor/vmonitor.php
Wenn Herr Brettschneider so parteilich wäre, wie ihm hier von Vielen einfach unterstellt wird, dann sollte er solche Ergebnisse ja wohl lieber nicht veröffentlichen.
Bitte etwas sachlicher!
Ich habe mir gerade die gesamte Diskussion über die TV-Duell-Studie von Prof. Brettschneider durchgelesen und muss sagen, dass ich wirklich etwas fassungslos bin, wie unsachlich hier teilweise geschrieben wird. Woher kommt denn bitteschön die Behauptung, dass Herr Brettschneider ein Wahlkampfberater der CDU ist? Gibt es hierfür irgendwelche Belege? Solche Dinge einfach so in den Raum zu stellen, als seien es Fakten, ohne sie in irgendeiner Form belegen zu können, finde ich schon ein starkes Stück. Dass Professoren auf Veranstaltungen von Parteien sprechen, ist vollkommen normal, v.a. wenn sie sich mit Themen beschäftigen wie Herr Brettschneider, die für die Parteien nunmal sehr relevant und interessant sind.
Ich halte das sogar für absolut begrüßenswert. So analysiert Herr Brettschneider ja z.B. auch die Verständlichkeit der Parteien und ihrer Programme. Sollte er dann Einladungen von den Parteien ablehnen, wenn diese sich in Bezug auf ihre Verständlichkeit von ihm beraten lassen wollen? Alle beklagen sich immer über die mangelnde Verständlichkeit von Politikern und Parteien, aber wenn dann mal ein Wissenschaftler zu den Parteien hingeht und ihnen erzählt, wie sie so kommunizieren können, dass es auch jemand versteht, dann gilt das sofort als unangemessene Parteilichkeit. Wo ist denn da bitteschön die Logik?
Schaut euch doch einfach mal die öffentlich zugänglichen Forschungsergebnisse von Prof. Brettschneider auf der Homepage seines Lehrstuhls an, dann seht ihr ganz schnell, dass dort keinesfalls immer die CDU am besten abschneidet: https://komm.uni-hohenheim.de/forschung.html
Besonders deutlich sieht man das übrigens auch auf der von Prof. Brettschneider betriebenen Seite "PolitMonitor", bei der die Verständlichkeit der Parteien auf monatlicher Basis laufend beobachtet wird. Hier schneidet fast jeden Monat die Linkspartei am besten und die CDU am schlechtesten ab: https://www.uni-hohenheim.de/politmonitor/vmonitor.php
Wenn Herr Brettschneider so parteilich wäre, wie ihm hier von Vielen einfach unterstellt wird, dann sollte er solche Ergebnisse ja wohl lieber nicht veröffentlichen.
Brettschneider
http://www.cdu-wt.de/kv/Aktuelles/2010_01_21_21845933_meldung.php
Screendump Bildschirmgrafik
Grafik, die uns ein Leser mit folgendem Hinweis schickte:
"... ScreenDump von der Bildschirmgrafik (...), der um 90 Grad rotiert und perspektivisch weitgehend korrigiert die Brettschneidersche Schlussfolgerung aus der "Blitzanalyse" sehr fraglich macht."
Noch ein Beitrag zur Sachlichkeit
Statt hier einfach immer nur Links zu Vorträgen von Herrn Brettschneider bei der CDU zu schicken, könnte man sich ja auch mal die Mühe machen und schauen, ob er tatsächlich auch schon für andere Parteien bzw. parteinahe Stiftungen Vorträge gehalten hat (wie er es ja in seinem obigen Beitrag schreibt). Hat er nämlich. Z.B. für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung oder die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung. Das alles könnte man auf seiner Publikationsliste im Internet nachlesen, wenn man denn wollte: https://komm.uni-hohenheim.de/60183.html
Und noch etwas: Ich bin selbst Politikwissenschaftler, arbeite an einer baden-württembergischen Uni und bin Grünen-Mitglied. Und trotzdem bin ich in der Lage, zwischen meiner eigenen politischen Gesinnung und meiner wissenschaftlichen Forschung zu trennen. In meinen Analysen "gewinnen" jedenfalls nicht immer die Grünen, ebenso wenig wie bei Herrn Brettschneiders Analysen immer die CDU "gewinnt". Wenn man sich mal die Mühe macht und in seine wissenschaftlichen Beiträge und Veröffentlichungen reinschaut, dann sieht man ziemlich schnell, dass das keineswegs irgendwelche CDU-Pamphlete sind. Ganz im Gegenteil: Brettschneider ist im Bereich der politischen Kommunikation einer der angesehensten Forscher in Deutschland und seine Arbeiten zählen mit zu den wichtigsten Veröffentlichungen in diesem Bereich, das kann ich als jemand, der in einem sehr ähnlichen Bereich forscht, wirklich eindeutig sagen. Und ich als Grünen-Mitglied konnte bislang bei keiner dieser Arbeiten eine unwissenschaftliche Tendenz in Richtung CDU entdecken.
Ebenso wenig kann ich das jetzt bei Brettschneiders Analyse zum TV-Duell, auch wenn ich mich als Grüner ärgere, dass Kretschmann an dem Duell nicht teilnehmen durfte (aber dafür kann Brettschneider nun wirklich nichts ;-)). Solche Analysen sind IMMER auch Interpretationen (auf der Grundlage bestimmter Daten und Erfahrungen). Man kann solche Daten nicht vollkommen "objektiv" lesen, sonst könnte das ja auch eine Maschine machen und wir bräuchten keine Forscher mehr. Forschung ist zu einem großen Teil immer auch Interpretation, deshalb gibt es ja auch wissenschaftliche Diskurse und Uneinigkeiten zwischen Forschern. Bei Wahl- oder Wirtschaftsvorhersagen ist das ja z.B. genau dasselbe. Auch diese sind zu einem bedeutenden Teil Interpretationen der jeweiligen Forschungsinstitute. Aber da beschwert sich irgendwie niemand, weil das als "objektiv" angesehen wird. Ist es aber nicht und kann es auch gar nicht sein, wie man ja an den Abweichungen zwischen den verschiedenen Instituten sowie an den Abweichungen zwischen den Prognosen und den tatsächlichen Ergebnissen immer wieder sieht.
Brettschneiders Interpretation oder Prognose ist eben (das schreibt er ja selbst und das steht auch in der offiziellen Pressemitteilung der Uni: https://www.uni-hohenheim.de/thema.html?&tx_ttnews[tt_news]=8853&cHash=a0fc64f9ea46d82210ab9330a46616da), dass v.a. die Ausschläge bei den Themen wichtig sind, die in der Bevölkerung als am wichtigsten eingestuft werden. Und das finde ich eine absolut nachvollziehbare Interpretation. Man könnte natürlich auch eine andere Prognose wagen (wie es einige hier ja tun) und sagen, dass die pure Menge der Ausschläge entscheidend ist. Das sind beides absolut zulässige und nachvollziehbare Prognosen. Aber eben nur Prognosen und deshalb ist es letztlich eine empirische Frage, welche von beiden Prognosen sich anhand der Daten aus der Hohenheimer Studie bestätigen lässt (und das wird sich erst zeigen, wenn die Hohenheimer Forscher auch die Fragebogen-Daten von der Vorher- und Nachher-Befragung ausgewertet haben, die es bei diesen Duell-Analysen auch immer gibt).
Nur: Man sollte einem Wissenschaftler nicht verbieten, sinnvoll begründete Prognosen abzugeben. Denn Prognosen sind ein wesentlicher Grund dafür, warum wir überhaupt Forschung betreiben. Klar ist, dass Prognosen auch daneben liegen können, wie dies bei den Wahlprognosen oder den Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung ja auch häufig der Fall ist. Sind sie deshalb verboten oder überflüssig? Nein. Weil sie uns eine Orientierung geben und uns deshalb dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, z.B. Wahl- oder Investitionsentscheidungen. Dabei muss jedem klar sein, dass solche Prognosen keine "Wahrheiten" sind, sondern eben (datengestützte) Interpretationen. Wenn man sowas verbieten will, dann sollte man sich mal vorstellen, ob und wie wir in Zukunft ohne Prognosen zum Wahlausgang, zur wirtschaftlichen Entwicklung oder zur Erderwärmung auskommen würden. Da ist es nämlich genau dasselbe: Das sind auch alles datengestützte Interpretationen und deshalb treffen sie zwar häufig zu, aber liegen manchmal auch ziemlich daneben.
Vorschlag: Lasst uns doch einfach mal abwarten, ob sich Brettschneiders Prognose bewahrheitet oder nicht, bevor wir hier einfach im leeren Raum darüber diskutieren, ob das nun eine korrekte oder nicht korrekte Prognose ist. Genau dasselbe könnte man nämlich (zum jetzigen Zeitpunkt) auch über die alternative Prognose (Menge der Ausschläge ist entscheidend) sagen. Welche von beiden Prognosen eher zutrifft, wird man aber nur aufgrund der erhobenen Daten erkennen können und nicht durch bloße Vermutungen über Brettschneiders Parteineigungen.
Im Dienste des Herrn - äääh, der Wissenschaft
http://www.cdu-wt.de/kv/Aktuelles/2010_01_21_21845933_meldung.php
Verfasst von Stuttgarterin (Kontakt der Redaktion bekannt) am 18. März 2011 - 16:16.
Ach ja, die Wissenschaft hat festgestellt, dass Fernsehen oft Quatsch enthält.
Man lese selber, was auf der o.g. Homepage der CDU steht.
(Zitat Beginn)
Das Referat von Prof. Dr. Frank Brettschneider zum Thema „Hat das Konzept Volkspartei noch eine Zukunft?“ war daher eine gute Einstimmung auf die nächs-te Wahlkampagne.
Entscheidend und zunehmend wichtiger für die CDU sei in unserer heutigen Mediendemokratie ein professionelles Kommunikationsmanagement, so Brettschneider. Ziel müsse für die CDU sein, die Stammwähler zu mobilisieren, die Wechselwähler zu überzeugen und die Nicht-CDU-Wähler zu immobilisieren. Da die Politik für die Menschen nicht im Lebensmittelpunkt stünde, seien es die Medien, die die Themen vorgäben. Daher müssten die Parteinen Einfluss auf die Medien nehmen, um die Themen zu steuern. Dazu brachte er eine Vielzahl strategischer und taktischer Vorschläge.
Brettschneider gab auch wertvolle Hinweise für die Gestaltung von Wahlkampf-Broschüren, die er aus elektronischen „Blickverlaufsanalysen“ abgeleitet hatte.
Beim Bundestagswahlkampf habe die CDU zu viele Anliegen thematisiert. Die FDP hingegen konnte mit nur zwei Themen (Steuern und Bürgergeld) ihr Profil schärfen.
Die CDU gab er die Chance, die an die FDP verlorenen Stammwähler zurückzuerobern und Volkspartei zu bleiben. Für die Kommunikation beim Land-tagswahlkampf empfahl er zusammenfassend:
* glaubwürdig und verständlich
* visuell und emotional
* Zuhören und Erklären
* kommunikative Disziplin.
(Zitat Ende)
Nun, mir scheint, der Herr Professor gibt in Wirklichkeit den Bock, statt den Gärtner. Dennoch, betrachtet man seine nachvollziehbaren, zusammengefassten Empfehlungen, meint man, er habe Perlen vor die Säue geworfen, zumindest Herr Mappus hat gar nix davon verstanden.
* glaubwürdig und verständlich --> die Atompirouette
* visuell und emotional--> die Photoshop-verfälschten Wahlplakate
* Zuhören und Erklären -->mit dem Wasserwerfer
* kommunikative Disziplin.--> ?
Ich mach's dann mal kurz:
Der Herr Professor Brettschneider und seine "wissenschaftliche" Disziplin sind so notwendig wie der strahlende Betonklotz in Obrigheim. Darum schalte ich jetzt ab.
TV-Duell Schmid-Mappus und die Drehregler
Die Auswertung dieser Zackenkurve war für mich völlig unklar!
Warum wird Mappus nach oben aufgetragen, ins Positive?
Und Schmid nach unten, ins Negative?
Eine Drehung des Diagramms um 90 Grad könnte Mappus rechts ansiedeln und Schmid links, das wäre schon besser.
Woran wird abgelesen, wer gewonnen hat? War das Wunschdenken des "Wissenschaftlers" entscheidend? Müsste man nicht die Fläche zwischen der Kurve und der Rechtsachse betrachten und wie sehen diese Werte aus?
Also diese Art von Scheinwissenschaftlichkeit hat mich schon sehr enttäuscht!
Schrittweise wird es klarer
Besten Dank an Professor Frank Brettschneider für seinen Kommentar und an Udo für die weiteren Erläuterungen.
Ich glaube, dass es jetzt klarer ist, wie Professor Frank Brettschneider zu seiner Schlußfolgerung gekommen ist. Ich bin auch auf die Detailanalyse in der nächsten Woche gespannt.
Die Wirkung "Fehlanalyse" ist bei mir entstanden, weil im Fernsehbeitrag die Worte des Professors nicht mit der gezeigten Grafik übereingestimmt haben.
Daher bitte beim nächsten TV-öffentlichen Medienexperiment die Grafik zeigen, die zur Schlußfolgerung passt und auch auf die Unschärfe dieser Schlußfolgerung verweisen.
Über das "Duell" an sich
Ehrlich gesagt bin ich schon ganz und gar nicht begeistert von der Idee eines "Fernsehduells" an sich. Was soll das? Wir wählen ja nicht mal den Ministerpräsidenten direkt, bei uns werden immer noch Parteien gewählt! Und wenn mir Kandidat A sympathisch ist oder gut rüberkommt, kann ich trotzdem seine Partei immer noch ablehnen und mich bei der Wahl für Partei B entscheiden.
Solche Duelle sind Wählerverar****e, nichts weiter. Zur politischen Meinungsbildung tragen sie nur am Rand bei. Für entsprechend überflüssig halte ich eine Analyse, wer das Duell denn nun "gewonnen" hat.
Kleine Bemerkung am Rande: Unter meinen Facebook-Freunden gibt es nur eine Gruppe, die schon seit Wochen beständig die Wahl-Werbetrommel für ihre Lieblingspartei rührt - nämlich die der CDU! Von den Anhängern der anderen Parteien kommen keine solchen Kommentare. Was ist da los? Geht denen der Hintern auf Grundeis?
Man könnte es meinen, denn das dümmste Pro-CDU-Argument, das ich hier gehört habe, war: Bloß keinen Regierungswechsel, der Verwaltungsaufwand dafür kommt den Steuerzahler teuer zu stehen! Bei so viel Dummheit war ich doch mal ganz kurz den Tränen nahe.
Brettschneider
"Vorschlag: Lasst uns doch einfach mal abwarten, ob sich Brettschneiders Prognose bewahrheitet oder nicht, "
.
Und wenn sich Brettschneiders "Prognose bewahrheitet" eben & auch & WEIL der CDU-freundliche Prof diese Wahlunterstützungs-Prognose gestellt hat?
Ich schaue auf das Diagramm und sehe: der Prof lügt ...und sagt hinterher, als Entschuldigung als er ertappt wird: aber die vielen Ausschläge für den Kontrahenten waren ja nicht so wichtige Themen. Der Prof entscheidet also trotz objektiver, gegenteiliger Daten rein subjektiv: Mappus war besser. Welche Themen "wichtig" sind, entscheidet der Prof. Natürlich genau die, die für Mappus ein gutes Ergebnis zeitigen?
Wozu dann die Daten überhaupt messen? ...wenn sie doch nix aussagen?
Sorry, das erscheint mir doch ein Gefälligskeits-"Gutachten" zu sein.
Vor allem, wenn ich das Rum-ge-eire lese, dass er und sein Verteidiger hier veranstalten.
.
Die schmucke Fassade
.. eines Politikers spielt immer noch eine, wenn vielleicht auch unbewusste, Rolle für die Wähler, siehe Guttenberg.
Dass Gesichtsbuch und andere "social networks" instrumentalisiert werden, liegt nahe und grenzt schon an Schleichwerbung. Es vergeht doch keine Sendung im TV, wo man nicht auf die beknackten gefällt-mir-Klicks und angeblichen Nutzeranzahlen in Fan-Clubs bei einem Thema beim Gesichtsbuch u.a. hinweist.
Selbst mir als angeblich computernärrischem Pirat geht dieser Hype um die Stimmungsmessung via zwielichtiger Netzwerke gehörig auf den Geist.
Aber nun zum Thema: ich habe mir dieses "Duell" nachträglich angesehen, um mir ein eigenes Bild von einem "Gewinner" zu machen und muss sagen, dass sich Mappus beachtlich aus der Affäre zog, was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass er im Recht wäre.
Er ist lediglich der bessere Rhetoriker, nicht automatisch der bessere Politiker. Es ist mir z.B. ein Rätsel, warum (auch von das Merkel) das anscheinend abgesprochene Argument unwidersprochen bleibt, man würde seitens der Opposition nun die Abschaltung der AKWs kritisieren, obwohl genau das die Forderung der Opposition gewesen sei.
Hier hätte ein schlagfertiger Schmid sofort kontern und darauf hinweisen müssen, dass die Koalition nicht wegen des (viel zu späten) Abschaltens kritisiert wird, sondern weil sie erst auf Druck der Opposition tätig wird und nur dann, wenn es keine Ausreden mehr gibt und damit einen Mangel an Kompetenz bewiesen und sich dem Verdacht des Populismus ausgesetzt hat.
Die Aggressivität hat gefehlt (Kalkül?, es könnte sich ja um einen Koalitionspartner handeln?) und insofern war die Veranstaltung wirklich für den Popo.
Ich hoffe und würde mir wünschen, dass die Wähler beide Parteien abstrafen und mal für eine echte Alternative Mut fänden.
Antwort auf den letzten Kommentar von Jeeves
Hallo Jeeves,
hier noch ein weiterer Versuch, die Diskussion zu versachlichen, verbunden mit der Bitte an dich, auf Aussprüche wie "der Prof lügt" in Zukunft einfach mal zu verzichten. Denn mit genau derselben Berechtigung könntest du auch allen Umfrage- und Prognoseinstituten vorwerfen, dass sie "lügen". Bringt das was? Nee, tut es nicht. Stattdessen sollte man sich vielleicht lieber mal ernsthaft mit der Grundlage von Brettschneiders Prognose befassen, nämlich den "wichtigen Themen". Die hat sich Brettschneider nämlich, anders als von dir vermutet, keinesfalls so rausgesucht, dass sie Mappus nützen. Schau doch einfach mal bei seriösen Umfrageinstituten wie der Forschungsgruppe Wahlen oder Infratest rein (z.B. hier: http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundeslaender/baden-wuer...), da steht klipp und klar drin, dass die Themen Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik und Energiepolitik für die Wähler in Baden-Württemberg die wahlentscheidendsten Themen sind.
Also: Bitte keine Verschwörungstheorien in die Welt setzen, wenn sie sich dermaßen einfach anhand empirischer Daten (und mit einer einfachen Google-Suche) widerlegen lassen. Das ist sonst wirklich reine Stimmungsmache.
Du machst es dir auch ziemlich einfach, wenn du einfach meine Argumente als "Rumgeeiere" und "Gefälltigkeitsgutachten" abwertest, ohne irgendwelche belastbaren Gegenargumente zu liefern. Alles, was du in deinem Beitrag als "Beleg" für die angeblichen "Lügen" von Herrn Brettschneider aufzählst, hatte ich in meinem letzten Beitrag ja bereits behandelt: Es handelt sich bei den Messdaten aus der Studie keineswegs um eindeutige und "objektiv" bewertbare Daten, sondern um eine interpretationsbedürftige Datengrundlage, wie das bei allen wissenschaftlichen Studien der Fall ist. Ich kann mich da nur wiederholen: Sonst könnte man die Auswertungen auch komplett von irgendwelchen Computern erledigen lassen und bräuchte keine Forscher mehr dafür.
Auch noch ein Wort zu deiner zweiten Verschwörungstheorie, dass Brettschneider mit seinem Statement möglicherweise die Daten beeinflusst hat, auf deren Basis man anschließend prüfen kann, ob er recht hatte oder nicht: Das ist ebenfalls nicht der Fall. Die Probanden bekommen bei diesen Duell-Studien immer direkt im Anschluss an das Duell den zweiten Fragebogen ausgeteilt, d.h. bevor sie noch irgendwelche Nachberichterstattung zu dem Duell sehen können. Und genau anhand dieser Daten aus dem zweiten Fragebogen kann man dann testen, ob das Duell tatsächlich Mappus mehr genützt hat als Schmid oder eben nicht.
Auch hier gilt also: Bitte ein bisschen mehr sachliche Argumente und keine Verschwörungstheorien und Verunglimpfungen, wenn man sich mal jemand um sachliche Argumente bemüht.
Viele Grüße
Udo
P.S.: Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Auch ich sehe den Auftritt von Brettschneider nicht vollkommen unkritisch, allerdings sehe ich die Problematik v.a. bei den folgenden beiden Punkten:
1. Es gab lediglich eine wissenschaftliche Interpretation bzw. Prognose und nicht mehrere, die dann auch einen Abgleich zugelassen hätten, wie das z.B. ja bei den Wahl- oder Wirtschaftsprognosen immer der Fall ist. D.h. es fehlt ein wichtiges Korrektiv, was natürlich bedauerlich ist. Allerdings ist das nicht wirklich die Schuld von Brettschneider, denn er kann ja nichts dafür, wenn kein anderer Forscher sich um eine Messung der Duell-Effekte bemüht.
2. Was ich ebenfalls kritisieren würde an Brettschneiders Analyse ist, dass er nicht von Anfang an deutlicher darauf hingewiesen hat, dass Schmid insgesamt mehr Ausschläge auf seiner Seite hatte. Darauf hätte er hinweisen sollen, verbunden mit der Erläuteurng, warum er das als weniger wichtig empfindet als die Ausschläge pro Mappus. Also letztlich das, was er dann im Nachhinein gemacht hat. Wenn das aufgrund der kurzen Fernsehzeit nicht direkt möglich ist, dann sollte man sich solche Interpretationen im Fernsehen vielleicht lieber ganz verkneifen und stattdessen den Print-Journalisten gegenüber eine ausführliche Interpretation abgeben, die dann auch beide Aspekte gebührend erwähnt und gegeneinander abwägt.
Antwort an Herrn Mössinger
Hallo Herr Mössinger,
ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Herrn Brettschneider und will Ihnen deshalb kurz erläutern, wie es zu der Kurve und dem "unten" und "oben" kam. Das hat nämlich keineswegs etwas mit "positiv" und "negativ" zu tun (wogegen im Übrigen schon die Beschriftung der Achse von 0 bis 100 spricht, da es hier ja gerade keine negativen Werte gibt, sondern nur positive).
Wir haben die Bewertungen der Teilnehmer mit einer Skala von 0 bis 100 erfasst. Null (bzw. Regler ganz nach links gedreht) war dabei gleichbedeutend mit "Schmid sehr gut / Mappus sehr schlecht", 50 (Regler auf Mittelposition) mit "beide Kandidaten gleich gut / gleich schlecht" und 100 (Regler ganz nach rechts gedreht) mit "Mappus sehr gut / Schmid sehr schlecht". Dass wir es nicht genau andersherum gemacht haben, lag daran, dass uns der SWR im Vorfeld gesagt hatte, dass Mappus im Studio rechts stehen würde und Schmid links und wir es den Teilnehmern so einfach wie möglich machen wollten bei der Bewertung. Außerdem entspricht die Aufteilung "für Schmid nach links drehen, für Mappus nach rechts drehen" ja auch den politischen Lagern der beiden Kandidaten, was für uns ein weiterer Grund war, die Aufteilung so vorzunehmen. Kurz vor dem Duell teilte uns der SWR dann leider mit, dass Herr Mappus lieber auf der linken Seite stehen wollte (aus welchen Gründen auch immer). Das war allerdings zu kurzfristig, um unsere bereits beklebten Drehregler noch einmal komplett anders zu beschriften.
Fazit: Dass die Ausschläge für Mappus auf der Grafik diejenigen nach oben sind und die Ausschläge für Schmid diejenigen nach unten, hatte keinerlei verschörungstheoretische Hintergründe, sondern rein wissenschaftspraktische. Ich habe mich selbst über die kurzfristige Umplatzierung der beiden Kandidaten geärgert, aber das hatten wir leider nicht in der Hand und werden es auch bei zukünftigen Studien nicht in der Hand haben, weil die Parteien bzw. der SWR hier natürlich keine Rücksicht auf unsere Drehregler-Beschriftung nehmen kann.
Die Drehung des Diagramms um 90 Grad würde im Übrigen zu keinerlei Veränderung der Datengrundlage führen, deswegen kann ich auch nicht nachvollziehen, warum das aus ihrer Sicht etwas an der Interpretation der Dateb ändern würde. Es ist im Übrigen in der Wissenschaft vollkommen üblich und ein gängiger Standard, bei solchen Zeitverlaufskurven die Zeitachse als die horizontale x-Achse von links nach rechts laufen zu lassen und nicht als vertikale Y-Achse von unten nach oben oder oben nach unten. Das können Sie gerne in den bisherigen Veröffentlichungen über die TV-Duelle in Deutschland nachschauen, auch dort werden die Bewertungskurven alle in dieser Weise dargestellt (z.B. in diesem Buch zum Duell zwischen Merkel und Schröder von 2005 bei Google Books auf Seite 63: http://books.google.de/books?id=9LAQRZVG3U0C&printsec=frontcover&dq=Schr...).
Zu Ihrer Vermutung bezüglich des "Wunschdenkens" kann ich nur noch einmal auf den Beitrag weiter oben von Herrn Brettschneider selbst verweisen, in dem er ja darstellt, wie er zu seiner Interpretation kam und dass das nichts mit Wunschdenken, sondern etwas mit der Themenwichtigkeit zu tun hat, die übrigens ebenfalls nicht seiner subjektiven
Wahrnehmung entsprungen ist, sondern den Daten Umfrageinstituten wie z.B. Infratest. Den Vorwurf einer "Scheinwissenschaftlichkeit" kann ich deshalb nur entschieden zurückweisen. Herr Brettschneider und wir als sein Team haben diese Studie über Wochen mit erheblichem Aufwand vorbereitet und dabei in keinster Weise irgendwelche Parteiinteresseren bedient oder berücksichtigt, da es uns um wissenschaftlich solide und fundierte Forschung geht und nicht um Partei-Werbung. Denn wenn das so wäre, könnte man unsere Ergebnisse auch auf keiner wissenschaftlichen Tagung vorstellen (was wir natürlich vorhaben), weil dort eine offensichtliche Parteilichkeit sofort von den anderen Forschern entsprechend kommentiert würde und zu einem nachhaltigen Ansehensverlust innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde führen würde.
Ihre Anregung mit der Berechnung der Flächen innerhalb der Kurvenausschläge nehme ich dankend an. Das hat meines Wissens bislang noch kein Duell-Forscher ausprobiert. Allerdings dürften dabei relativ ähnliche Ergebnisse herauskommen, wie wenn man den Durchschnittswert aller Kurven über die gesamte Duell-Dauer berechnet, was bislang immer gemacht wurde. Trotzdem würde sich ein Vergleich dieser beiden Berechnungsarten durchaus einmal lohnen.
Mit besten Grüßen
Jan Kercher
Brettschneider-Debatte mit Niveau
Gleichgültig, wie man die Fakten wertet - diese Diskussion hat Niveau. Und so wünsche ich mir das hier.
Und nicht so viel oberflächliches Geplapper.