Binnenschifffahrt 2009 um knapp 17% rückläufig

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Pressemitteilung Nr.128 vom 07.04.2010
Donnerstag, 8. April 2010 - 20:58

WIESBADEN – Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) musste die Binnenschifffahrt in Deutschland im Jahr 2009 beim Gütertransport einen Einbruch von 16,8% hinnehmen. Die Beförderungsmenge verringerte sich gegenüber 2008 um 41,2 Millionen Tonnen auf 204,5 Millionen Tonnen. Im Jahresverlauf zeigte sich allerdings eine gewisse Erholung: So bewegte sich im November 2009 der Rückgang gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat nur noch im einstelligen Bereich (– 9,7%), im Dezember war sogar erstmals im Jahr 2009 wieder ein Zuwachs von knapp 5% zu verzeichnen. In den Monaten zuvor lagen die Rückgänge dagegen zum Teil bei über einem Viertel. Zu beachten ist bei diesen Vergleichen allerdings, dass November und Dezember 2008 auch schon von der Wirtschafts­krise beeinträchtigt waren.

Güterbeförderung in der Binnenschifffahrt nach Verkehrsbeziehungen
in Millionen Tonnen

Verkehrsbeziehungen 2009 2008 Veränderung in %
Insgesamt 204,5 245,7 – 16,8
davon:
Verkehr innerhalb Deutschlands 52,1 57,6 – 9,5
Versand in das Ausland 49,2 57,8 – 14,9
Empfang aus dem Ausland 83,6 107,5 – 22,2
Durchgangsverkehr 19,6 22,7 – 14,0

Im gesamten Jahr 2009 sind die rein innerdeutschen Gütertransporte per Binnenschiff mit – 9,5% nur unterdurchschnittlich zurückgegangen. Die beförderte Gütermenge verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Millionen Tonnen auf jetzt 52,1 Millionen Tonnen. Sowohl prozentual als auch absolut am stärksten eingebrochen ist der Empfang aus dem Ausland, der um über ein Fünftel nachgegeben hat und ein Minus von knapp 24 Millionen Tonnen aufweist. Trotzdem blieb diese Verkehrsrelation mit großem Abstand auch weiterhin mengenmäßig die bedeutendste. Mit insgesamt fast 84 Millionen Tonnen erreichte sie einen Anteil von knapp 41% an allen Transporten der Binnenschifffahrt. 2008 waren es allerdings noch etwa 44%.

Güterbeförderung in der Binnenschifffahrt nach Güterabteilungen
in Millionen Tonnen

Güterabteilungen 2009 2008 Veränderung in %
Insgesamt 204,5 245,7 – 16,8
Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Ähnliches 11,1 10,2 9,5
Andere Nahrungs- und Futtermittel 14,0 15,6 – 10,3
Feste mineralische Brennstoffe 28,6 34,6 – 17,3
Mineralölerzeugnisse und Ähnliches 34,0 37,2 – 8,8
Erze, Metallabfälle 25,6 37,0 – 30,8
Eisen, Nicht-Eisen-Metalle 9,0 14,5 – 38,2
Steine und Erden 43,4 51,8 – 16,3
Düngemittel 4,2 5,7 – 26,8
Chemische Erzeugnisse 18,1 21,2 – 14,6
Andere Halb- und Fertigerzeugnisse 16,6 17,9 – 7,1
Beförderungsleistung (in Millionen Tonnenkilometer) 56 851 64 061 – 11,3
Container (in 1 000 TEU) 1871 2035 – 8,0

Die Betrachtung nach Güterarten zeigt kein einheitliches Bild: Die mit 43,4 Millionen Tonnen von der Menge her bedeutendste Güterabteilung – Steine und Erden – nahm 2009 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Millionen Tonnen beziehungsweise etwas über 16% ab. Wesentlich besser gehalten hat sich die zweitwichtigste Güterabteilung – Mineralölerzeugnisse und Ähnliches –, die um knapp 3,2 Millionen Tonnen oder 8,8% geschrumpft ist. Die stärksten Einbrüche zeigten sich bei Erzen und Metallabfällen (– 30,8%) sowie bei Eisen und Nicht-Eisen-Metallen (– 38,2%). Zugenommen hat nur der Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Hier wurden immerhin 9,5% mehr befördert als noch 2008.

Der kombinierte Verkehr, der 2008 die Marke von zwei Millionen TEU (=Twenty-Foot-Equivalent-Unit/Standardcontainer) übertroffen hatte, sank 2009 um 8% auf knapp 1,9 Millionen TEU. Damit hat sich die Beförderung von Containern nicht ganz so negativ entwickelt wie der Binnenschiffsverkehr insgesamt. Besonders zum Jahresende zeigte sich eine erhebliche Erholung in diesem Bereich: Im November 2009 stiegen die Containertransporte gegenüber November 2008 um circa 13%, im Dezember 2009 betrug der entsprechende Anstieg sogar über 32%. Die für Dezember 2009 geschätzten 165 000 TEU lagen wieder auf dem Niveau von Dezember 2007, als circa 164 000 TEU auf deutschen Binnenwasserstraßen befördert wurden.

Herausgeber: (c) Statistisches Bundesamt, Pressestelle
Gustav-Stresemann-Ring 11, 65189 Wiesbaden
Telefon: +49 (0) 611 / 75 - 24 32, Telefax: +49 (0) 611 / 75 - 39 76
http://www.destatis.de

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