Besuch auf der Baustelle des Bruchsaler Rathauses
Bruchsal (pa.). | Der erste Rundgang nach dem Umbau des Bruchsaler Rathauses am Marktplatz ist wie eine Begegnung mit einem alten Bekannten, den man nach vielen Jahren wieder sieht. Man sucht zuerst das Vertraute, vielleicht sogar das, was man früher liebenswert fand, und erst wenn man diesen Anknüpfungspunkt gefunden hat, ist der Blick frei für all das, was neu ist, was sich verändert hat.

Architekt Steffen Frahm vom städtischen Bau- und Vermessungsamt erklärt, wie die neu eingebaute Installationen im Heizungsraum funktioniert.
Im Rathaus am Marktplatz hat die Atmosphäre der 50-er Jahre, die das denkmalgeschützte Gebäude früher prägte, einem neuen Zeitgefühl Platz gemacht. Karminrote Flächen und anthrazitgraue Umfassungen, strahlendweiße Wände, eine funktionale Beleuchtung und gläserne Rauchabschnittstüren bestimmen nach dem Umbau die Wirkung der Flure.
In den Büros wurden die alten Farben, Putze oder Tapeten abgefräst und alle Wände neu verputzt und gestrichen. Insgesamt etwa 8.000 Quadratmeter Fläche an Wänden und Decken seien erneuert worden, rechnet Marcus Weiss, der Bauingenieur der mit den Arbeiten beauftragten Firma vor.
Der Keller wurde im Zuge der Baumaßnahme unter der Rathausgalerie neu gebaut und mit elektromobilen Rollregalen ausgestattet. Ebenfalls im Keller befinden sich ein großes Notstromaggregat, ein Raum für die Abfälle und ein weiterer für die Reservepapierbestände.
Erneuert wurde im Übrigen die gesamte Heizung im Rathaus.
Die nächste Ebene, ein halbes Geschoss höher als der Keller, ist ein barrierefreier Zugang zum neuen Fahrstuhl.

Rund 50 Kilometer Kabel wurden für die Stromversorgung und für die neue EDV-Anlage im Rathaus am Marktplatz verlegt. Bildquelle: mcs
Eine wichtige Anforderung einer zeitgemäßen Ausstattung ist auch der zentrale Installationsschacht, der zu Beginn der gesamten Umbaumaßnahme angelegt wurde. Er ist so etwas wie das Nervensystem des Gebäudes. Rund 50 Kilometer Kabel wurden für die Stromversorgung und für die neue EDV-Anlage verlegt.
Wenn man im ersten Obergeschoss Richtung Innenhof aus dem Fenster blickt, sieht man das extensiv begrünte Dach des bebauten Innenhofs und dort, wo früher die Büros des Standesamtes waren, wurde eine Treppe eingebaut, die aus der Pergola ins erste Obergeschoss führt.
Wer das altvertraute Bruchsaler Rathaus sucht, findet es am ehesten im zweiten Obergeschoss wieder, denn dort ist außer dem Durchbruch für den Versorgungsschacht und dem Fahrstuhl alles so geblieben, wie es früher war. Abgesehen davon, dass auch hier, wie im ganzen Gebäude eine tageslichtgesteuerte Beleuchtung eingebaut wurde und alle Versorgungsleitungen neu verlegt wurden.
Auf die Frage, ob bis zum 7. Februar, wenn der Umzug der Mitarbeiter aus den Gebäuden der International University beginnt, alles fertig sein wird, antwortet Architekt Steffen Frahm, der das Projekt seitens der Stadt Bruchsal betreut, zuversichtlich: „Wir sind im Zeitrahmen - und auch im Kostenrahmen!"
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