Benno Elkan - Ein weltbekanntes Werk – ein auch in Bruchsal vergessener Künstler

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Die Akademie der Künste würdigt Benno Elkan mit der Ausstellung seines Nachlasses bis zum 9. Januar 2011.
Sonntag, 17. Oktober 2010 - 18:05
Benno Elkan

Benno Elkan, stehend vor der Menorah für die Knesset (Quelle: Wikipedia)

Sollten Sie in den kommenden Wochen eine Reise nach Berlin planen, so sei Ihnen eine Visite in der Akademie der Künste ans Herz gelegt. Dort besteht bis Anfang Januar die Möglichkeit das Benno-Elkan-Archiv zu besichtigen. Wenn Sie nun fragen, welchen Bezug der Künstler und diese Ausstellung zu Bruchsal haben, so finden Sie die Antwort weiter unten im Text.

Benno Elkan, 1877 in Dortmund geboren, war ein deutscher Bildhauer und Schöpfer überwiegend figürlicher Plastiken, Büsten und Medaillen, ohne dass er einer festen Stilrichtung angehörte.

Sein wohl bekanntestes Werk ist die große Menorah, der siebenarmige Leuchter vor der Knesset in Jerusalem, welchen er auch selbst als sein Lebenswerk ansah.

Elkan hatte zunächst in München, anschließend in Karlsruhe studiert, wo er auch seine spätere Frau Hedwig Einstein kennen lernte.

1905 führte ihn sein Weg für drei Jahre nach Paris. Dort nahm er zwar viele Eindrücke auf, begegnete auch Auguste Rodin, der ihn tief beeindruckte, blieb aber weiterhin keiner künstlerischen Strömung jener Zeit eindeutig zuzuordnen.
Weitere drei Jahre verbrachte er in Rom, wo er intensiv die Bildhauerei der Antike und Renaissance studierte.

Zurück in Deutschland konnte er sich nach und nach als Bildhauer etablieren und nach Beendigung des Ersten Weltkrieges als Schöpfer einiger repräsentativer Denkmäler einen Namen machen. Gleichwohl blieben diese unter anderem wegen ihrer pazifistischen Grundhaltung nicht unumstritten.

Im Jahr 1927 - und hier findet die eingangs formulierte Frage ihre Antwort - fertigte Benno Elkan im Rahmen einer umfassenden Umgestaltung der Synagoge in Bruchsal zwei Leuchter und ein schmiedeeisernes Gitter für das Rednerpult an.

Synagoge Bruchsal

Leuchter und Gitter in der Bruchsaler Synagoge (Quelle: Stadtarchiv Bruchsal)

Erich Toeplitz schrieb hierzu in „Menorah - Jüdisches Familienblatt für Wissenschaft, Kunst und Literatur“, Ausgabe 09/1928:
Mindestens hat die Estrade […] eine durchgreifende Veränderung erfahren. Das abschließende Gitter mit der darin eingebauten Kanzel ist zusammen mit den flankierenden Kandelabern aus Schmiedeeisen neu erstellt. Daß Bruchsal dazu Benno Elkan herangezogen hat, wird immer ein Ruhmesblatt in der Geschichte dieser Gemeinde bleiben. Gerade an dem kleinen Beispiel hat Elkan wieder deutlich gemacht,daß nichts zu gering ist, als daß es nicht zu einem Kunstwerk gestaltet und damit zum Hautptstück werden könnte.“

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden viele seiner Werke aus dem öffentlichen Raum entfernt und er selbst 1935 mit einem Berufsverbot belegt. Benno Elkan emigrierte nach London, wo er schnell Fuß fassen und zahlreiche Persönlichkeiten der Zeitgeschichte porträtieren konnte.

Nach Kriegsende verblieb Elkan zwar in London besuchte aber bereits 1950 seine alte Heimat und konnte vereinzelte Ausstellungen organisieren.

Leuchter, Detailansicht (Quelle: Stadtarchiv Bruchsal)

Leuchter, Detailansicht (Quelle: Stadtarchiv Bruchsal)

Die Arbeit an der großen Menorah begann bereits 1947, doch brauchte es fast ein Jahrzehnt, bis Benno Elkan diese vollendet hatte und in der Tate Gallery der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Die aufgebrachten Reliefs erzählen hier die bewegte Geschichte des jüdischen Volkes. Eine eingehende Beschreibung der Professorin für jüdische Kunst, Prof. Dr. Hannelore Künzl, finden Sie hier: Die Menora in Jerusalem

1956 wurde der Leuchter als Geschenk Großbritanniens an das junge Israel in Jerusalem übergeben.

Nach Vollendung dieses Hauptwerkes erkrankte Benno Elkan und er verstarb am 10. Januar 1960 in seiner neuen Heimat.
Sein Werk ist aufgrund der geschichtlichen Geschehnisse weit verstreut und vieles gar unwiederbringlich verloren. So auch leider die Spuren, die er in Bruchsal hinterlassen hatte.

Ausstellung in der Akademie der Künste:

Benno Elkan Ein weltbekanntes Werk - ein vergessener Bildhauer

 

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