Die "Bebauung östlicher Schafgarten" Bürgerversammlung
Heute erreichte die Redaktion von Bruchsal.org eine Pressemitteilung der Vertreterin der Schafgarten Anwohner, Frau Knoch-Förderer, die wir im folgenden ungekürzt widergeben möchten:
„Die Stadt Bruchsal hatte die Anwohner „Östlich Schafgarten“ per Brief und auch mit Plakaten zum Bürgergespräch mit der Frau Oberbürgermeisterin am 10. Oktober 2011 eingeladen. Das Nebenzimmer im Gasthaus Graf Kuno geriet fast aus den Fugen, da ca. 70 Anwohner kamen.
Nach einleitenden Worten der Oberbürgermeisterin stellte Herr Professor Dr. Ayerle den Planungsstand und die Vorgeschichte aus Sicht der Stadt vor. Für die interessierten Anwohner war nur neu, dass die Stadt nun kein beschleunigtes Verfahren mehr plant.
Frau Knoch-Förderer überreichte der Oberbürgermeisterin über 130 Unterschriften, worin sich die Anwohner gegen eine zusätzliche Verkehrsbelastung und gegen eine weitere Verdichtung (nach Schlachthof, Tabaksteiner, Bleiche etc.) der Obervorstadt aussprachen.
Sie machte in ihren einleitenden Worten auch deutlich, dass sich die Anwohner bislang vom Stadtplanungsamt nicht ernst genommen fühlen und bat Frau OB um wirkliche Kommunikation und Interesse an sachgerechten Lösungen. Hingewiesen wurde auch nochmals auf die Zusage der Stadt („dass das Verfahren ruht und den Anwohnerinteressen im Ergebnis Rechnung getragen sei“) und die Schädigung der Eigentümerin durch eine dubiose Zwangsversteigerung.
Es wurde betont, dass die Stadt hierfür nicht verantwortlich ist, sich aber durchaus die Frage der Moral stellen lassen muss, wenn nun im Nachgang dieser skandalösen Vorgänge Baurecht geschaffen wird.
Anschließend wurden durch 6 Anwohner mit großer Detailtiefe und schlüssigen Argumenten die großen Bedenken und die ablehnende Haltung aus verschiedenen Blickwinkeln umfassend vorgestellt.
Die Themen umfassten u.a. folgende Argumente:
• Verkehrssituation: fehlendes Verkehrskonzept, Lärmbelästigungen (jüngstes Schallgutachten Tabaksteiner), Parkprobleme, Dauerrückstau, gesperrte Augartenbrücke etc. Fazit: Keine isolierte Verdichtung, sondern Gesamtkonzept mit Lösung des Verkehrs- und Lärmproblems.
• Wohnbedarf: Nutzung des bestehenden Wohnraums und keine Vernichtung wertvoller Natur. Gibt es wirklich Bedarf? Reichlich Wohnraum (Weiherberg, Kapuzinergarten etc.) noch vorhanden - zusätzlicher Wohnraum durch geplante Bahnstadt.
• Bodenbeschaffenheit: Sumpf – Grundwasser – Zunahme der Flächenversiegelung
• Ökologie: Keine Zerstörung des artenreiches biologischen Gleichgewichts
• Umgang der Stadt mit Bürger: Ein Radweg ist kein Grund, mit Enteignung zu drohen
• Starke Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Verlust macht.
• Keine Verhältnismäßigkeit, da über 90% der Anwohner die Bebauung ablehnen.
• Alternativvorschlag: Verdichtete Bebauung an der Württemberger Strasse bei gleichzeitiger Erhaltung der grünen Lunge. Somit Schaffung von genauso viel Wohnraum ohne Vernichtung der Natur!
In der anschließenden Diskussion wurde die ablehnende Haltung der Anwohner nochmals deutlich. Bei konkreten Fragen der Anwohner wurde oft auf das frühe Planungsstadium verwiesen und vertröstet.
Die Stadtverwaltung sagte zu, die Argumente und insbesondere den Anwohnervorschlag zu prüfen und die Anwohner über den offiziellen Verfahrensbeginn zu informieren.“
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Kommentare
Ein Fazit aus der Sicht der Anwohner
War das jetzt ein (Kurz)Protokoll der Veranstaltung oder war dies das Fazit?
Brief ohne Antwort
Was ist mit dem angeblich von der Oberbürgermeisterin unbeantworteten Brief der Anwohner?
Wurde das nicht angesprochen - wenn ja, warum? - oder gibt es da inzwischen eine Antwort?
Auch hier: Keine Antwort!
Ich gehe inzwischen davon aus, dass es sich bei dieser Behauptung um eine zumindest fahrlässige Falschmeldung (vorsichtig ausgdrückt) handelt.