Baumfällaktion an der B 35 - Die Zweite!
Wie man den nachstehend veröffentlichten Schreiben entnehmen kann, hat die AGNUS bereits am 11. Februar 2010 gegen diese Abholzungsmaßnahmen schriftlich per Fax bei der Umweltmeldestelle mit der Bitte um Intervention protestiert.
Am 16. Februar antwortete das Landratsamt und schloss sein Schreiben mit folgenden Worten: "Wir haben Ihr Schreiben an den von uns vermuteten Veranlasser der Maßnahme, die Stadt Bruchsal weitergeleitet, mit der Bitte, Ihre diesbezügliche Anfrage zu beantworten. Wir betrachten die Umweltmeldung als erledigt."
Auf dieses Schreiben antwortete die AGNUS wie folgt:
25.2.2010
Sehr geehrte Frau Weiß,
zunächst Dank für Ihre prompte Antwort vom 16.2.2010 auf unsere Umweltmeldung Nr. 0210001 vom 15.2.2010. Sie ist inhaltlich allerdings nicht sachgerecht:
1.) Für die B 35 innerhalb Bruchsals ist nicht die hiesige Stadtverwaltung, sondern die Straßenmeisterei Bruchsal (oder Bretten?) verantwortlich.
Bitte berücksichtigen Sie dies, und lassen Sie uns wissen, welche Konsequenzen sich daraus ergeben haben. Für alle von uns beanstandeten Bereiche ist jedenfalls (auch) die Abteilung "Straßenwesen" in Ihrem Haus zuständig und verantwortlich.
2.) Natürlich ist uns das "Auf-den-Stock-Setzen" von Hecken geläufig, und wir praktizieren dieses bei Bedarf auch im Rahmen unserer Pflegemaßnahmen. Die von den Straßenmeistereien durchgeführten Maßnahmen sind jedoch gerade weder ordnungs- noch fachgerecht, und zwar in zweierlei Hinsicht:
a.) Hecken-Rückschnitte müssen immer in Teil-Abschnitten mit einer den lokalen Verhältnissen angepaßten Abschnittslänge erfolgen, so dass immer ein adäquater Bestand verbleibt. Keinesfalls darf jedoch - wie hier
geschehen - ein weit reichender durchgängiger Kahlschlag exekutiert werden.
b.) Es wurden nicht nur die Heckenbüsche, sondern gleich auch alle Bäume mit "eingekürzt", sprich: Vernichtet. Was daran fachgerecht sein soll, erschließt sich uns nicht. Dieser Vandalismus betrifft u. a. Eichen, Ulmen, Kirschen, Linden, Birnen und Ahorn-Bäume, die sich "im besten Alter"
befanden und keineswegs abgängig waren.
Wir schlagen Ihnen vor, dass Sie sich selbst durch Augenscheinsnahme ein realistisches Bild der angerichteten Verwüstungen machen und sich nicht nur den unglaubwürdigen Schutzbehauptungen der zuständigen Stellen anschließen.
Derzeit ist insbesondere der Abschnitt der B 35 zwischen UTM/WGS84 32N Ost 471.929 Nord 5.440.347 und Ost 473.343 Nord 5.439.760 "an der Reihe" und insofern "sehenswert". Es ist aus der Art und Weise der Durchführung offenkundig, dass der wahre Grund der Aktionen ist, Holzschnitzel zu
gewinnen, da sie sich in viel stärkerem Maße gegen Bäume als auf Hecken richten. Zudem ist ohne weiteres einleuchtend, dass auch nicht besonders geschützter Bewuchs dennoch nicht nach Belieben so traktiert werden darf, als handle es sich um Abfall. Wir legen dringend nahe, dies mit den verantwortlichen Akteuren des Straßenwesens nachdrücklich zu behandeln und erinnern daran, dass vor nur wenigen Jahren zugesichert worden war,
derartige Aktionen künftig zu unterlassen und auch abzustimmen.
Von besonderem Interesse ist für uns in diesem Zusammenhang, wo die auf diese Weise gewonnenen und "geernteten" Holzschnitzel verbleiben. Wir beantragen hiermit Auskunft darüber i.S. des Landes-Umweltinformationsgesetzes.
Bitte lassen Sie uns wissen, welche Maßnahmen sich zur Behebung der Schäden i.S. des USchadG daraus ergeben haben.
Mit freundlichen Grüßen
AGNUS e.V.
c/o Dr. Gert Meisel
Nach unseren Informationen hat das Landratsamt bis heute noch nicht geantwortet.
Hier kann man einen Teil der Verwüstung anschauen:
Beliebte Inhalte
Heute:
Twitter Updates
Wirtschaft
Wer ist online
Veranstaltungen: Aktuelle Termine
-
Donnerstag, 9. Februar 2012 - 19:30
-
Donnerstag, 9. Februar 2012 - 20:00 - 22:30
-
Freitag, 10. Februar 2012 - 17:00 - 21:30
-
Freitag, 10. Februar 2012 - 20:00 - 22:00
-
Samstag, 11. Februar 2012 - 16:00
Neueste Kommentare
- Bahnstadt-Na Klar?
vor 2 Tage 13 Stunden - Hohlwege im Kraichgau
vor 3 Tage 15 Stunden - Wohngebiet neben der OGA?
vor 3 Tage 15 Stunden - Geht dir der Rat aus...
vor 3 Tage 16 Stunden - Ganz ohne Einwirkungsmöglichkeit....
vor 3 Tage 19 Stunden - Schwierig,
vor 3 Tage 23 Stunden - Auch hier: Keine Antwort!
vor 4 Tage 1 Stunde - Und?
vor 4 Tage 11 Stunden - Wir waren dabei
vor 4 Tage 12 Stunden - Schwierige Nachforschungen?
vor 4 Tage 17 Stunden
BRUCHSAL.ORG abonnieren
Benutzeranmeldung
Neue Mitglieder
- Edmund Geckler
- Walter M.
- AWO Bruchsal
- Jörg Rupp
- Steffen Schöps






Kommentare
Baumfällaktion an der B-35
Hatte ich doch den richtigen "Riecher", als ich das Video aufgenommen habe. Mir war zwar nicht bewußt, daß hier eventuell gegen Vorschriften verstoßen wurde, mich machte jedoch das Ausmaß dieser "Vernichtung" stutzig. Jetzt ist es zu spät, man hat in Bruchsal mal wieder "Tatsachen" geschaffen. Das erinnert mich doch sehr an die Baumfällaktion im Schloßgarten, die Rainer Kaufmann damals in der ersten Aufführung von "Dolle Zeiten" beklagt hat.
Und dann gibt es Menschen, die fragen, was man mit einem Video, das das ganze Ausmaß der Zerstörung zeigt, eigentlich sagen will. Wenn man nicht selber draufkommt,,,
Baumfällaktion
Aus Sicht der AGNUS noch ein paar erklärende Nachträge:
Unbestritten ist, dass im Kraichgau mittlerweile reichlich viele Haselhecken aufgewachsen sind, und wir deswegen viele wertvolle sonnige Böschungen verloren haben. Deswegen meckert auch niemand, wenn diese Hecken ab und zu in kleinen (!) Abschnitten auf den Stock gesetzt werden, insbesondere die nährstoffreichen Exemplare.
Was wir aber an unseren Straßen seit Jahren sehen, ist das Verschwinden der besonders wertvollen Obstbäume. Und da ist die Baumfällaktion an der B 35 ein sehr negatives Beispiel. Gerade bei der Spedition sind mehrere dicke, alte Kirschbäume einfach mit abrasiert worden. Die Straßenbauverwaltungen sind hier völlig taub und wollen diese "nervenden" Bäume einfach weg haben. Der Kraichgau wird also immer leerer, zumal ja die Obstwiesen genauso schnell verschwinden (keiner pflegt sie mehr, oder sie verschwinden unter Gartenhausgebieten, oder werden einfach überbaut - siehe Weiherberg...)
Außerdem ist das Ausmaß der Aktionen im Kraichgau völlig ohne Beispiel. Unbestätigte, aber glaubhafte Gerüchte sagen, dass die "Bio"-Holzhackschnitzel-Kraftwerke mittlerweile so hungrig nach Futter sind, dass man überall nach Material sucht, nachdem die Wälder schon leer seien. Es wird behauptet, dass das Material aus dem Kraichgau nach Schwäbisch Hall gehe, nachdem die östlichen Landesteile schon "hackschnitzelfrei" sind. Einen positiven Aspekt kann man dem allerdings abgewinnen: früher wurden die Hackschnitzel einfach wieder in die Hecke geblasen, die Überdüngung nahm zu und die Haseln und Brombeeren überhand...
Was wir hier wieder einmal sehen, ist das leidige Problem im Naturschutz: jeder handelt nach Recht und Gesetz, die Aufsichtsbehörden können oder wollen nicht handeln, weil im Zweifelsfall nicht zuständig, und alle sind zufrieden, bis auf ein paar nervige Naturschützer.
"Pflege" oder "Zerstörung"?
Das ist hier die Frage.
Gedacht war das wohl als Pflegemaßnahme - durchgeführt als Zerstörung. Zumindest sieht es mal so aus.
Mir ist bekannt, dass an Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften seit einigen Jahren aus Sicherheitsgründen Mindestabstände zu stärkerem Bewuchs eingehalten werden müssen - siehe dazu die immer wiederkehrenden Diskussionen um die Verkehrsführung in alten Alleen, speziell im Osten Deutschlands.
Wenn ein Teil der jetzt durchgeführten Maßnahmen damit begründet wird, muss sich das (seit einigen Jahren in das Landratsamt integrierte) frühere Straßenbauamt Karlsruhe allerdings fragen lassen, weshalb man viele Jahre in eben diesen Sicherheitsbereichen stattliche Bäume heranwachsen ließ - insbesondere unschön zu betrachten im Bereich der Fa. Welz, übrigens einem besonders kritischen Streckenabschnitt, der schon durch spektakuläre schwere Unfälle auffiel.
Man hat also dann dort jahrelang seine Pflichten vernachlässigt - oder, Herr Landrat?
Und an eben diesen richtet sich jetzt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.
In meinen Augen ist es schon bemerkenswert , wenn eine Anfrage mit erkennbar derartigem Hintergrund von der "stellvertretenden Sachgebietsleiterin" des - übrigens unzuständigen - Amtes für Umwelt und Technik beantwortet wird.
Unzuständig deshalb, weil diese "Pflegemaßnahme" eindeutig der Straßenbauverwaltung und damit dem "Amt für Straßen" zuzuordnen ist - der Bereich "Umwelt und Technik" wäre von diesem hinsichtlich der Art und Weise, wie derartige Maßnahmen richtig durchgeführt werden, bestenfalls zu beteiligen gewesen - und zwar dann, wenn, ja wenn die dort verantwortlichen Mitarbeiter der Straßenbauverwaltung nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Naturschutzorganisationen immer noch nicht in der Lage sind, solche Unterhaltungsarbeiten im Einklang mit übergeordneten naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten durchzuführen - aber, dass dem so ist, dafür spricht ja auch Einiges.
Übrigens - der genannte B 35-Abschnitt mag in die Veranwortung des Landkreises und damit letzten Endes des Landrates fallen, an der B 3 in Bruchsal Richtung Untergrombach hat sich die Straßenbauverwaltung der Stadt Bruchsal Ähnliches geleistet...
Auffällig auch dass die BNN sich hinsichtlich beider Aktionen völlig ausschweigt. Hat man dort die Peinlichkeiten schnell erkannt?