Baden-Blockade vor dem GWM und im Unteren Schlossgarten

DruckversionPer e-Mail versenden
Pressemitteilung „Badener Initiative gegen S21“
Mittwoch, 28. September 2011 - 10:14

Das wollen wir nicht ausBADEN

© weiberg

Mit dem Motto „Taten statt Reden“ des badischen Revolutionärs Friedrich Hecker von 1848 betonte die „Badener Initiative gegen S21“ am Dienstagmorgen ihre Entschlossenheit. Sie begann um 5:30 eine höchst wirksame Aktion gegen das Bahnhofsprojekt S21. „Wir Badener zeigen Flagge in Stuttgart. Stuttgart 21 geht auch uns in Baden etwas an“, sagte der Sprecher der Initiative. Dabei schwenkte er die riesige rot-gelbe Fahne. Aus Baden-Baden, Karlsruhe, Bretten, Ettlingen und Stutensee waren 25 Widerständler gekommen. Sie setzten sich vor die Einfahrt zum Grundwassermanagement und blockierten diese für zwei Stunden. 120 Stuttgarter Demonstranten solidarisierten sich mit ihnen.

„Unserer Sitzblockade ist ein Protest gegen verschwendete Milliarden in einem unterirdischen Bahnhof, während wir in Baden von der Bahn vernachlässigt werden. Dringend nötig ist der viergleisige Ausbau der Rheintalbahn von Karlsruhe nach Basel. Dass wichtige Bahnprojekte auf Jahre hinaus ad acta gelegt werden, nennen wir Kannibalisierung! ,“ rief Michael Kaufmann aus Bretten.

Das Badenerlied war umgedichtet worden und laut wurde gesungen „In Karlsruh´ ist die Residenz, in Mannheim die Fabrik, in Stuttgart steht der Kopfbahnhof und das ist Badens Glück“ .

Der Vertreter von SÖS im Stadtrat, Hannes Rockenbauch und der Friedensforscher Wolfgang Sternstein waren genauso vor Ort wie der am 30.9. 2010 durch den Wasserstrahl eines Wasserwerfers fast erblindete Dietrich Wagner. Die Wirksamkeit von Sitzdemonstrationen wird belegt durch die Tatsache, dass im Innenministerium täglich Buch geführt wird über die Anzahl der Blockierer und Demonstranten. 145 kann man dort heute vermerken.

Nach der erfolgten Blockade am Grundwassermanagement marschierten die Demonstranten in den Unteren Schlossgarten, wo derzeit an der Platanenallee – trotz angeblichen Baustopps – Rohre verlegt werden. Die blaue Rohre wurden besetzt, die Bagger mussten 1 ½ Stunden warten, bis die Polizei die Blockade beendete.

Badener, die erstmals das Projekt mit eigenen Augen sahen, waren verwundert über das Ausmaß der bereits verlegten Rohre. „Wie will die Polizei das durchhalten, tägliche Blockaden, ein weitläufiger Park, Rohre im Stadtgebiet und dazu der Widerstand?,“ fragte sich ein Teilnehmer aus Karlsruhe.

In einem Demozug zum Landtag zeigten die badener Widerständler, dass man auch in Baden sehr genau die Vorgänge beobachtet und diskutiert und sich mit dem Widerstand solidarisiert. „Wir sind nicht gewillt, dass unsere Steuergelder in das vermurkste Bahnprojekt fließen, wir wollen das auch in Baden nicht zulassen,“ sprach Michael Kaufmann und stieg kurz entschlossen zusammen mit weiteren Demonstranten in den Eckensee. Ihr Banner „Das wollen wir nicht ausBaden“ zeigte eindeutig ihre Absicht.

Michael Kaufmann, der regelmäßig zu den Stuttgarter Montagsdemos kommt, war beeindruckt von der Unterstützung der Aktion durch Blockadegruppe, Versorger, Demo-Sanitäter und Musik. „Die Stimmung war super, es gab ein warmes Frühstück mit Rührei, Tee und Kaffee, zwei Musikkapellen sorgten für Entspannung und durch klare Ansagen am Megafon fühlten wir uns gut eingebunden in die Blockade. Wir kommen gerne wieder.“

Fotos hier: http://ohne-unten.posterous.com/27-september-2011-fruhstuck-der-badenerinnen

Filmbericht des SWR: http://swrmediathek.de/player.htm?show=855b3ed0-e92b-11e0-a592-0026b975f2e6

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (7 Bewertungen)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen