Bad Schönborn/Bruchsal: Polizeistreife nahm Wohnungseinbrecher fest – Fund von sprengstoffverdächtigen Gegenständen
Bei der Kontrolle des bereits wegen eines Sprengstoffdeliktes und mehrerer Einbrüche polizeilich in Erscheinung getretenen Mannes fiel den Beamten dessen Nervosität auf. Als die Durchsuchung seines Rucksackes zudem Einbruchswerkzeug sowie einen Gegenstand zu Tage brachte, der stark an einen Sprengsatz erinnerte, nahmen die Beamten den Mann fest und sperrten den Kontrollort in der Bruchsaler Straße weiträumig ab. Auch die hinzugezogenen Spezialisten des Landeskriminalamtes konnten vor Ort nicht ausschließen, dass es sich tatsächlich um einen Spreng- oder Brandsatz handeln könnte. Unter dem Schutz einer hohen Betonmauer wurde der Gegenstand daraufhin von den Experten kontrolliert zur Sprengung gebracht.
In der Folge erwirkten die Beamten des Polizeireviers Bad Schönborn über die Staatsanwaltschaft Karlsruhe beim zuständigen Richter einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des jungen Mannes in der Moltkestraße in Bruchsal. Dort fanden die Spezialisten zunächst weitere vier sprengstoffverdächtige Gegenstände. Während drei der Gegenstände nach einer eingehenden Prüfung als harmlos eingestuft werden konnten, war dies bei einem Paket nicht ohne weiteres möglich. Zur Sicherheit wurde der Fundort von der Polizei abgesperrt und der Gegenstand in einer speziellen Vorrichtung zur General-Dr. Speidel-Kaserne außerhalb von Bruchsal transportiert. Dort wurde das Paket kontrolliert gesprengt. In Rahmen der weiteren Überprüfungen konnten die Experten des Landeskriminalamtes dann aber keine Hinweise darauf erhalten, dass sich in dem Paket tatsächlich Sprengstoff befunden haben könnte.
Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten zudem Diebesgut, das zwei in den vergangenen Wochen verübten Einbrüchen in Ubstadt-Weiher zugeordnet werden konnte. In der Vernehmung des jungen Mannes bei der Kriminalpolizei-Außenstelle Bruchsal räumte der Festgenommene die Begehung dieser und weiterer Einbrüche ein.
Der 20-jährige Mann ist bei der Polizei kein Unbekannter. Bereits im August 2010 waren in der Wohnung des damals 18-jährigen Chemielaboranten in Östringen zahlreiche Substanzen sichergestellt worden, die zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden können. Experten des Landeskriminalamtes hatten seinerzeit auch mehrere hundert Gramm des Sprengstoffes „Acetonperoxid“ gefunden, der als hochbrisant eingestuft wird, und kontrolliert zur Sprengung gebracht. Zudem wurde dem jungen Mann nach umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei Bruchsal und dank eines Zeugenhinweises nachgewiesen, mehrere Einbrüche u.a. in Östringen begangen zu haben. Der Mann wurde zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wird der Festgenommene am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.
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