Bürgerinformation Forst zur Stadtbahn

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Eine der bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen im nördl. Landkreis
Mittwoch, 24. November 2010 - 0:56
Bürgerinformation Forst

Bürgerinformation zur Stadtbahn, Waldseehalle Forst

Vertreter der Albtalverkehrsgesellschaft, des Landkreises und der Gemeinde Forst stellten sich den Fragen der Bürger und informierten dieselben. Der Forster Bürgermeister Reinhold Gsell führte aus, daß sich der Gemeinderat von Forst entschlossen habe, noch vor der als nächstes geplanten "Standardisierten Bewertung" eine Information der Bürger durchzuführen, damit diese "in die Diskussion mit einbezogen werden können". Es soll über die "Chancen und Auswirkungen" informiert werden. Die Beteiligung der Bürger sei eine "optimale Möglichkeit, deren Ideen, Meinungen und Anregungen rechtzeitig in das Verfahren mit einzubringen und mitzuwirken." Der Bürger soll "zu einem frühen Zeitpunkt in das Verfahren eingebunden werden, in dem noch Einfluß genommen werden kann". Meiner Meinung nach ist das aber nur Augenwischerei, denn bei dem Stand des Verfahrens (siehe weiter unten) kann der Bürger nicht mehr "mitentscheiden". Aber ein Trostpflaster gab der Bürgermeister dann doch noch, er meinte nämlich: "Auch wenn die Standardisierte Bewertung positiv wäre, behalte die Gemeinde die Planungshoheit für ihre Gemarkung - eine Trasse kann nicht gegen den Willen einer Gemeinde durchgeführt werden. Auch die Entscheidung darüber, ob bei einem Faktor über 1 gebaut wird, liegt in der Entscheidungshoheit der Gemeinde." Ob man das aus dem Bruchsaler Rathaus ebenso hört? Nachfolgend möchte ich zum besseren Verständnis der Motivlage der Planer auf die bisherige Entwicklung eingehen: Die Albtalverkehrsgesellschaft als Betreiber hat schon vor Jahren die Idee einer Stadtbahn im nordwestlichen Landkreis aufgegriffen und alle beteiligten Kommunen haben grundsätzliches Interesse bekundet. Schon im Jahre 2001 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben mit Schwerpunkt auf Durchführbarkeit, bauliche Trassenführung, Nachfrage und Prüfung der Wirtschaftlichkeit (dazu weiter unten). Diese Studie wurde 2004 den beteiligten Gemeinden vorgestellt, Ergebnis war, daß, speziell für die Innenstadtdurchfahrung Bruchsals, weitere Varianten geprüft werden müssen. 2008 wurde auf Initiative Landrats Dr. Schnaudigel ein Arbeitskreis aus Vertretern des AVG, des Landkreises und der Kommunen gebildet, um die Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie zu vertiefen und einen Gleichklang der Planungsschritte bei den einzelnen Gemeinden zu erreichen. Der Kreistag hat Ende 2008 einen Grundsatzbeschluß gefaßt, für die Stadtbahnverlängerung eine Variantenuntersuchung in Auftrag zu geben. Grundsätzlich, so ist man der Meinung, können Verkehrsprobleme nicht innerhalb einer Stadtgrenze gelöst werden, sondern nur im Verbund der Städte und Gemeinden, weshalb das Stadtbahnprojekt ein regionales Gesamtprojekt sei. Auch können die Verkehrsprobleme nicht durch ein einzelnes Verkehrssystem gelöst werden, aber der Öffentliche Nahverkehr trägt zur Lösung dieser Probleme bei und er ist in der Lage, gegenüber der Konkurrenz, auch dem Auto, zu bestehen, wenn er richtig aufgebaut ist. Das Angebot darf sich aber nicht an Gemeindegrenzen orientieren, sondern muß sich an den Verkehrsströmen ausrichten. Eine wichtige Erkenntnis sei, daß der Autofahrer, wenn man ihn bewegen will, auf den Öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, nicht in den Bus steigt, sondern eher in ein Schienenfahrzeug. Der Öffentliche Nahverkehr soll deshalb als eine vollwertige Alternative zum Individualverkehr mit dem Auto aufgebaut werden und die Schiene soll das Rückgrat darstellen. Das sei in allen Verkehrsplänen die erklärte Intention. Mit Graphiken wurde dann belegt, daß der bisherige Ausbau erfolgreich war, Potential sei da, also muß die Bahn gebaut werden. Soweit der "ideologische Unterbau". Mir schwant aber noch etwas anderes. Bei der Frage, warum Stadtbahn, wurde auch ganz deutlich gesagt, daß es um den "Nutzen" gehe (bei einem Privatbetrieb würde man "Gewinn" sagen). Der "Nutzen" ist nämlich darin zu sehen, die heutige Buslinie 125 von Bruchsal nach Wiesental über Forst und Hambrücken durch eine Straßenbahn zu ersetzen, die natürlich ganz andere Kapazitäten hat. Dazu muß man wissen, daß die Buslinie 125 die am stärksten ausgelastete Linie des Landkreises ist mit einer Frequenz von über 5000 Fahrgästen am Tag, die von der AVG "eindeutig als schienenwürdig" eingestuft wird, will heißen, die AVG will sich diesen Kuchen unter den Nagel reißen, zumal eine Steigerung von über 50% erwartet werden könne. Im Nahverkehrsplan 2006 wurde die Stadtbahn auch mit einer ganz klaren Auflage aufgenommen: "....dies setzt voraus, daß die Innenstadt von Bruchsal durchfahren wird". Zufälligerweise genau auf der Strecke des in Bruchsal am meisten ausgelasteten Stadtbusses über die Käthe-Kollwitz-Schule zum Krankenhaus. Übrigens: Bereits beim Bau der Nebenbahn Ubstadt-Menzingen-Odenheim gab es die Überlegung: "Wie fahren wir in die Innenstadt hinein, das war ein erklärtes Ziel, und die Stadt Bruchsal hatte schon Trassenplanungen in Auftrag gegeben." Das hörte ich heute zum ersten mal, aber nun ist die Frage ja geklärt: Auch diese Bahn soll durch Bruchsal fahren! Denn "Ziel einer Bahn sei es nicht, diese dahin zu bauen, wo sie möglichst wenig stört, die Bahn muß dorthin fahren, wo sie von den Menschen angenommen wird, wo die besten Einzugsbereiche sind". Als Einzugsbereich wird ein Radius von 300 bis 600 m um eine Haltestelle benannt. Ich frage mich dann allerdings, warum man nicht am Bahnhof halt macht, denn bei 300 Metern bin ich schon am SEPA-Gelände und bei 600 Metern komme ich vom Bahnhof aus an alle geschäftlichen Schwerpunkte, zum Schloß und zum Krankenhaus müßte man umsteigen, aber Umsteigen wird als Minuspunkt bewertet, der in der Standardisierten Bewertung soviel Miese bringt wie 15 Minuten längere Fahrzeit! Zurück zu den "ideellen Werten" einer Stadtbahn: Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, Reduzierung des Autoverkehrs, Schonung der Umwelt durch elektrischen Antrieb (Unabhängigkeit von fossiler Energie - wie wird eigentlich Strom gewonnen!?), Mobilität für Ältere, Stärkung des Mittelzentrums Bruchsal, Standortvorteil für die Gemeinden, städtebauliche Aufwertung durch Umgestaltung des Verkehrsraumes und Verkehrsberuhigung - klingt besser als "Geld verdienen". Dafür kann man ja wohl auch eine Innenstadt zerstören. Nun aber zur "Standardisierten Bewertung": Diese hat ein Ziel: Fördermittel, denn die Gesamtkosten von 250 Mio bis 500 Mio EU sind ohne solche nicht zu stemmen und somit die Stadtbahn auch nicht zu realisieren. Nur, wenn der "Nutzen" die Kosten übersteigt, kann mit einer Förderung durch Bund und Land gerechnet werden. Die Förderung liegt bei 75%! Jetzt wird auch klar, warum man so auf die gewinnträchtigen Linien schielt und unbedingt durch Bruchsal will. Die Standardisierte Bewertung ist von vornherein an gewisse Auflagen geknüpft: Die Verkehrsverhältnisse müssen sich verbessern, der Bund zahlt keine städtebaulichen Maßnahmen, keine Naturschutzmaßnahmen, wichtige Eingangsdaten seien: "Was kostet das Projekt, wie hoch sind die Betriebskosten für die nächsten 30 - 50 Jahre, wieviele Menschen werden erreicht, wieviele werden auf die Bahn umsteigen wie lange ist die Reisezeit, wie groß ist die Erschließung, wie sind die Zugangswege zur Stadtbahn usw.?" Das sind teilweise Daten, die man überhaupt noch nicht kennt und wo man so richtig schön an Stellschrauben drehen kann. Der Landkreis wird ein Ingenieurbüro beauftragen und wird dieses natürlich mit positiven Zahlen füttern, die hat man ja. Man kann also oben das Passende hineintun, in der Mitte an Stellschrauben drehen und unten kommt dann das Gewünschte heraus, nämlich ein Faktor über 1. Halt, ich habe noch einige Auflagen vergessen, an welche eine Förderung von Vornherein geknüpft ist: Die Stadtbahn, auch innerörtlich, muß eine eigene Trasse haben. Fahrbahntrassierungen, also Bahn- und Straßenverkehr gleichzeitig, werden nicht gefördert, da bei einem Stau auch die Stadtbahn steht. Die Stadt muß eine solche Trassierung, sollte sie notwendig sein, selbst zahlen. Die Bahn muß zweigleisig verlaufen (die Breite einer zweigleisigen Bahnführung beträgt 6.70 Meter). Insofern hat die Bürgerinformation in Forst zumindest ein wenig Erhellung gebracht. Im weiteren Verlauf wurden die Linienführungen durch Forst dargestellt und bei der anschließenden Befragung zeigte sich das Forster Publikum doch kritisch. Am 2. Dezember soll diese Bürgerinformation in Bruchsal durchgeführt werden.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (17 Bewertungen)

Kommentare

Ergänzungen nach meiner Mitschrift:

Noch ein paar Ergänzungen zur Veranstaltung in Forst:

Der Bus 123 befördert nach Angaben der AVG derzeit 3.000 Fahrgäste täglich, der Bus 125: 5.700; dies mit derzeit 19 Fahrzeugen. Eine Strecke sei schienenwürdig, die 2.000 Fahrgäste täglich transportieren würde.

Der KVV-Nahverkehrsplan 2006 setzt für eine GVFG-Förderung der Trasse (ca. 30 km gesamt) zwingend eine Innenstadtdurchfahrung in Bruchsal voraus. Nach diesem Plan muss die geplante Stadtbahn in Bruchsal erschließen: Bahnhof, ZOB (Omnibusbahnhof), Zentrum, Schulen und Krankenhaus.

Nach Ansicht der AVG sind bauliche Eingriffe in gewachsene Strukturen unvermeidbar. Eingriffe in privaten Grundbesitz sowie der Abriss von Gebäuden sei zwingend erforderlich.

Der Reisezeitgewinn wurde vom Referenten "auf kurze Entfernungen" als "nicht sehr groß" angegeben.

Als wesentlicher Grund für die Stadtbahn wurde genannt die Verlagerung des Individualverkehrs auf den ÖPNV (Öffentlichen Personennahverkehr). Über 40 % der Autonutzer sollen bereit sein, auf die Stadtbahn umzusteigen; weniger als 5 % der Autonutzer seien bereit, auf ein Bussystem umzusteigen.

Auf die Frage nach den Kosten des Projektes für Forst wurde beschieden, dass es momentan völlig uninteressant sei, wer bezahlt. Wichtig sei die Beantwortung der Frage, wie wichtig das Gesamtprojekt für die Region sei. Die Betriebskosten blieben jedoch nicht bei der Gemeinde hängen.

Auf die Frage nach den Vorteilen für die Forster durch die Stadtbahn, wo doch der Bus eine bessere Erschließung der Gemeinde sichert, und die Stadtbahn ein direktes Durchfahren nach Karlsruhe nicht ermögliche, wurde geantwortet, dass tatsächlich teilweise weitere Wege zu Haltestellen zu gehen seien. Allerdings sei die Stadtbahn störungsfreier und bequemer, vor allem wolle die Stadtbahn Neunutzer des ÖPNV ansprechen.

Ein Besucher stellte die Frage, warum die Stadtbahn, wo das Stadtbussystem doch "supergut" sei und warum eine Einschleifung nach Bruchsal unabdingbar sei. Die AVG antwortete, dass wichtig die Verbesserung der Qualität des ÖPNV sei. Würde die neue Stadtbahnlinie nicht durch die Bruchsaler Innenstadt geführt, müssten Besucher der Stadt Bruchsal am dortigen Bahnhof in den Stadtbus umsteigen; "wo ist da der Qualitätssprung?". Der Umsteigezwang mache die Vorteile der Stadtbahn zunichte. Einmal umsteigen koste bei der Berechnung der Standardisierten Bewertung soviel wie eine 15 Minuten längere Fahrtzeit.

Die Frage der Anbindung der Gemeinde Forst nach Karlsruhe spiele bei der Planung der Stadtbahn keine Rolle. Untersuchung haben ergeben, dass es nördlich von Spöck einen "Verkehrsbruch" gäbe, ab dort sei eine verkehrliche Ausrichtung nach Bruchsal festzustellen.

Die Zeitachse für die Einführung der Stadtbahn wurde wie folgt geschildert: Der Auftrag zur Standardisierten Bewertung solle im März 2011 erteilt werden; die Bearbeitungsdauer sei etwa ein Jahr. Danach erfolgt die Grundsatzentscheidung (Vertrag) der beteiligten Gemeinden. Hier könne man von etwa drei Monaten für die Entscheidungsfindung ansetzen.

Die Entwursplanung sowie die Genehmigungsplanung dauerten nochmals etwa 2 1/2 Jahre. Danach könne dann ins Verfahren gegangen werden. Die eigentliche Bauzeit sei nicht klar abschätzbar, denkbar wäre jedoch eine Fertigstellung der Stadtbahn 2018 oder 2019.

Nach Ansicht der AVG sind Schall und Erschütterungen kein Argument gegen die Stadtbahn. Diese Emissionen habe die AVG mittlerweile sehr gut im Griff; die Schienen seien in elastischem Material (siehe Blankenloch) gelagert. Gegen das Kurvenquietschen gäbe es "Kurvenbenetzungsanlagen". Diese halten die Schienen feucht und somit ruhig.

Auf die Frage eines Bürgers, ob eine Bürgerbefragung angedacht sei, antwortete Forst Bürgermeister Gsell, dass der Gemeinderat entscheide. Diese Veranstaltung sei anberaumt worden, um ein "Stimmungsbild" für die Gemeinderatsentscheidung zu bekommen.

Zum Schluss der Veranstaltung meldete sich noch ein Befürworter der Stadtbahn zu Wort und erläuterte, dass durch die Stadtbahn Forst eine hervorragende Anbindung nach Waghäusel und darüber hinaus zur dortigen Eisenbahnanbindung nach Mannheim bekäme.

Das Überzeugt

Zum Schluss der Veranstaltung meldete sich noch ein Befürworter der Stadtbahn zu Wort und erläuterte, dass durch die Stadtbahn Forst eine hervorragende Anbindung nach Waghäusel und darüber hinaus zur dortigen Eisenbahnanbindung nach Mannheim bekäme.

Also von dieser Seite habe ich das noch gar nicht betrachtet...

Das Überzeugt natürlich. Wir zerstören die Innenstadt von Bruchsal, damit man schneller nach Mannheim kommt.

Wir muten den Leuten einen längeren Fussweg zu den Haltestellen zu, damit sie die Zeit zum Umsteigen sparen. Perfekt! Wieso ist das Dingen noch nicht gebaut?

 

Chapeau Herr Zimmermann und Herr Schmitt

Chapeau Herr Zimmermann und Herr Schmitt für Ihre Fleißarbeit!
Ich bin mal gespannt, was meine Hauspostille demnächst an Informationen zur Sache und zum frei schwebenden Geist im Saal liefert.

BR_Leser

Nun ja, Sie haben ja auch Ihren Teil dazu beigetragen, und gerade das finde ich gut auf Bruchsal.org, daß sich Beiträge auf diese Art und Weise ergänzen und vervollständigen lassen und sich so ein Gesamtbild ergibt, das alle, auch unterschiedliche Aspekte, beleuchtet.

Stadtbahn

Ich war jener, der nachgefragt hatte, ob die standartisierte Bewertung alle Bereiche des ÖPNV abdecke. Es wurde grundsätzlich mit ja beantwortet und dann kam der Nachsatz, dass Umsteigen jedoch zu einer Negativbewertung führt, weil eben jene 15 Min Zeitverlust berechnet werden. Dass dies durch den Wahnsinn, eine Stadtbahn um ca. 500m versetzt von bestehenden Gleisen durch die Stadt zu führen besser werden soll, kann ich nicht nachvollziehen.
Offensichtlich ist die standartisierte Bewertung doch nur ein Mittel, um den schienengebundenen Verkehr zu bewerten. Weshalb eine klare Frage dann unklar beantwortet wird bleibt ist mir ein Rätsel. Werden alle Möglichkeiten des ÖPNV einbezogen, dann muß ein vorhandenes und im Grunde funktionierendes System doch einzubinden sein, ohne dass hierbei negative Aspekte auftreten. Zumal in den Zeiten leerer Kassen bei Bund, Land, Gemeinden und in den Mitgliedsstaaten der Eu doch wohl eine wirtschaftlich tragbare Lösung angestrebt werden sollte.
In meinen Augen ist es sowohl ökologisch wie auch ökonomisch nicht zu begründen, die Stadtbahn durch die Bruchsaler Innenstadt zu lenken.
Vor allem wird außer Acht gelassen, dass ich egal wo die Bahn verlaufen wird immer zu den Bürgern gehören werde, die eben mindestens 8 min Fußweg oder einen Bus in Kauf nehmen müssen, um die Bahn zu erreichen.
Und da wo ich wohne wohnen noch viele andere Bruchsaler.......
Ich werde das Gefühl nicht los, dass man hier sinnlose Kosten produzieren muß, um am Ende für 5 ausgegebene Euro einen zu erhalten.
Es ist keine Frage, dass die Anbindung der Umlandgemeinden an Bruchsal wünschens - und erstrebenswert ist. Aber nicht um jeden Preis.

Auf ein Wort...

Im heutigen Bruchsaler Amtsblatt weist Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick unter der Rubrik "Auf ein Wort" auf die Informationsveranstaltung zur Stadtbahneinschleifung am 2. Dezember im Bürgerzentrum hin. Bei der Abwägung, welche Auswirkungen eine mögliche Stadtbahn-Durchfahrung der Innenstadt mit sich bringt, werden "Erschließungswirkung aus dem Umland, Umleitung der Verkehrsströme und städtebauliche Aspekte" eine Rolle spielen, so die OB. Es wird also wieder hauptsächlich über die "Notwendigkeit" eines schienengebundenen öffentlichen Nahverkehrsmittels im nördlichen Landkreis Karlsruhe gesprochen werden. Zur Begründung werden wahrscheinlich wieder die Argumente ins Feld geführt werden, wie sie auch in Forst vorgetragen wurden und die ich in obigem Bericht als "ideologischen Unterbau" bezeichnet habe. Diese Gründe scheinen höher angesiedelt zu sein als städtebauliche Aspekte, die auch in Forst kaum behandelt wurden und auf die von den Planern ausweichend reagiert wurde. Da Fördermittel nur bei einer Innestadtdurchquerung anfallen, kommen andere Alternativen gar nicht mehr in Betracht, und der Landkreis will diese Sache offensichtlich auch durchziehen, weshalb nun alles auf die "Standardisierte Bewertung" schielt, die das "Ziel" hat Fördermittel "zum Fließen" zu bringen. Fließen solche, und davon gehe ich aus, kommt die Bahn, das steht für mich fest (die "Standardisierte Bewertung" hat zu viele Stellschrauben, an denen man drehen kann, die Betreiberin, die AVG selbst, die "viel Erfahrung" hat wird ihre positiven Daten und Schätzungen als "Auftraggeber" dieser Bewertung in die Bewertung einbringen). Der Bürger hat dann gar keine Möglichkeit mehr, die Sache abzuwenden, er darf sich noch "pseudobeteiligen" und ein bißchen motzen, warum so viele Bäume gefällt werden und daß die und die Folgen eintreten, das war's dann aber auch schon. Die Oberbürgermeisterin meint denn auch, ohne die Ergebnisse der "Standardisierten Untersuchung" seien weitere Planungen und Diskussionen nicht "zielführend". Also auch solche Diskussionen, wie sie seit geraumer Zeit auf Bruchsal.org stattfinden. Dabei hätten gerade diese Diskussionen schon im Vorfeld geführt werden müssen, auch um der Politik aufzuzeigen, daß es nicht demokratisch ist, ein Projekt solchen Ausmaßes eventuell gegen den Willen der Bürger durchzuziehen. Nun sollen diese Ruhe geben und abwarten, was ihnen vorgesetzt wird, die Obrigkeit wird für den (unmündigen?) Bürger schon die richtigen Entscheidungen treffen.

Mein Vorschlag: Gar nicht erst hingehen!

Es ist tatsächlich zu befürchten, dass Bruchsals Oberbürgermeisterin nicht bereit ist, eine ergebnisoffene Diskussion zu führen. Am 2. Dezember wird es ein pseudodemokratisches Spektakel geben. Es werden zwei Trassenalternativen vorgestellt, die beide durch die Innenstadt führen und für die die sog. Standardisierte Bewertung durchgeführt werden soll. Frau P.-Schick wird dafür plädieren, dass man doch erstmal die standardisierte Bewertung abwarten und dann weiter diskutieren soll. Seien wir realistisch. Die Mehrheit des Bruchsaler Gemeinderates hat sich bereits für die Einschleifung der Stadtbahn in Bruchsals Innenstadt entschieden. Die Bruchsaler Bürger sind bei der Entscheidung über ihre Stadt außen vor - wie auch bei der Entscheidung zu SEPA. Mein Vorschlag: Nicht zur Versammlung hingehen. Reine Zeitverschwendung. Die Damen und Herren des Gemeinderates machen sowieso das, was sie wollen. Am 2. Dezember läuft im Fernsehen das große Tatort-Quiz. Tatort Gemeinderat: Der Bürgerwille bleibt auf der Strecke.

Stadtbahn nur für Privilegierte?

Warum geht die Stadtbahn nicht durch die Südstadt? Sind wir die schlechteren Bruchsaler???

Wie der Vertreter von der AVG gesagt hat, so ist es zumindest hier geschrieben worden, sollen mit der Stadtbahn die Bruchsaler Schulen angefahren werden. Und was ist mit der größten Bruchsaler Schule, dem JKG??? Und was ist mit dem GEwerblichen Bildungszentrum für Schüler die aus der Hardt kommen?

Ich bin für die Stadtbahn. Aber da muss noch einiges verbessert werden.

traurig, traurig

Nicht hingehen? Der Saal müßte platzen! Kritische Fragen müssen gestellt werden, es muß nachgebohrt werden, wo Antworten unbefriedigend sind.
Wer zu Hause bleibt, der hat aufgegeben sich einzumischen.
Dann geben wir tatsächlich das Signal, dass unsere Politiker machen können was sie wollen.

Geht hin und bekundet euren Unmut oder auch euer Dafürhalten und zeigt so, dass alle Macht vom Volke ausgeht.....

Alibiveranstaltung

Ich fürchte auch eine Alibiveranstaltung, da sich wohl die Mehrheit der Verantwortlichen für die Stadtbahn entschieden haben bzw sich bei der Klausur im Frühjahr und Bahnausflug in den Nordschwarzwald haben weichklopfen lassen. Oder warum halten sonst alle so still. Sie werden sich von den Dörfern erpresssen lassen: Ihr Brusler seid Schuld!
Die üblichen verdächtigen bösen Wauwaus dürfen kläffen, aber die Verantwortlichen werden nicht im geringsten beeindruckt.

Die einzigen, die einen Vorteil aus der Bahn ziehen, sind Karlsruhe und Globus, die keinen Euro dazu beitragen,

Die Hauptlast trägt die Stadt Bruchsal (also wir alle) dafür, dass sie sich selbst zerstört und das selbst bezahlt und ihre Attraktivität samt dem Stadtbus auf Null fährt.
Auch die Dörfer tun sich selbst keinen Gefallen damit: sie bluten noch mehr aus statt ihre Grundversorgung zu verbessern. Ist es Zufall, dass ein Markt nach den anderen abbrennt?

Die durch die Stadt verlegten Kraichgaulinien quälen sich nicht erst eine Stunde durch den Bruchsaler Verkehr. Die Fahrgäste fahren mit dem Auto nach Langenbrücken und dann komfortabel mit der Schnellbahn nach Karlsruhe oder in anderer Richtung gleich nach Globus-City.

Kraichgaulinien durch Bruchsal?

Die "Kraichgaulinien" fahren durch Bruchsal? Tatsächlich?
Ich dachte bisher, das geht nicht - die fahren außen vorbei.
Ist das nachgewiesen oder Vermutung?

Kraichgaubahnen

Nach Aussage der AVG werden diese ebenfalls durch die Innenstadt fahren. Kann ja bei der Veranstaltung am 2. Dezember verifiziert werden.

Virus-Epedemie

"Nach Aussage der AVG werden diese ebenfalls durch die Innenstadt fahren. Kann ja bei der Veranstaltung am 2. Dezember verifiziert werden."(Waldemar.Z)

Es scheint irgendwo ein Virus ausgebrochen zu sein. Jede und jeder,
die ich auf das Straßenbahnprojekt in Bezug auf Bruchsal, Forst usw. angesprochen habe, schauten mich völlig entgeistert an, mit einem schrägen Blick, der nichts Anderes sagen sollte als: "Was erlaubst Du Dir, mich hier hochzunehmen?". Niemand kann und WILL sich vorstellen, dass die Gelbe mitten durch Stadt und Schloss fährt.
Beispiel eines Kommenars: "Wenn sie die Stadt hinmachen wollen, dann sollen sie es wenigstens gründlich tun".

Schlafmützen oder Analphabeten?

Da frage ich mich doch wieder, wo diese Zeitgenossen die letzten Jahre gelebt haben.
Seit beinahe 10 Jahren (oder länger?) wird immer wieder über dieses Projekt im Gemeinderat beschlossen und in den BNN berichtet - gelesen hat das NIEMAND.
Aber die Stadtnotizen... und natürlich die Todesanzeigen...
("Es wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit die männliche Form verwendet...")

Bildungslücken

Ich gehöre zu den Bürgerinnen und Bürger, die sich zunehmend mehr die Augen reiben und verblüfft lesen, dass tatsächlich und ernsthaft erwogen wird, die Stadtbahn zweigleisig durch die Innenstadt fahren zu lassen. Und ich komme aus dem Staunen nicht raus: Man munkelt, die Stadtverwaltung präferiere - mindestens aus "außenpolitischen" Gründen den Bau der Stadtbahntrasse durch Bruchsal, ebenso sei der Gemeinderat eigentlich bereits festgelegt (dafür natürlich! In Bruchsal ist man viel dafür). Die Grünen sind auch dafür, sogar mit Feuereifer, da muss noch nicht einmal gemunkelt werden (ausgerechnet?! Aber es geht schließlich um nicht weniger, als um die Klimarettung, klar). Wenn die "Dagegen-Partei" schon dafür ist, wer ist dann eigentlich die Oppositon?
Zahlreiche Bruchsaler scheinen dagegen zu sein. Wieder einmal...
Morgen beginnt die Adventszeit. Auch eine Zeit des Wünschens. Ich wünsche mir von den vielen fachlich und juristisch vorgebildeten Bruchsal.org-Mitwirkenden Aufklärung. Ganz bescheiden. Welche politischen Mittel stehen denn eigentlich der Bevölkerung zur Verfügung, wenn die gewählten Amts- und Funktionsinhaber möglicherweise gegen den Willen der Mehrheit weitreichende Entscheidungen durchsetzen? Vielleicht kann man das ganz neutral und ohne Bezüge auf die Stadtbahn-Diskussion formulieren. Und griffig natürlich. Praxisnah...
Ich muss gestehen: Als Schulkind der Achtziger habe ich dem Gemeinschaftskundeunterricht, der irgendwann in den 13 Jahren sicherlich die Grundlagen unserer staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten vermittelte, keine echte Bedeutung beigemessen. Ich vermute, da bin ich nicht allein.
Wäre doch stringent, wenn man auf Bruchsal.org bei Bedarf sich weiterbilden könnte. Zeitgemäßes Wissen für von Finanznöten wachgeküsste Bürger. Zeitgemäß crowdgesourct.
Mit Hilfe dieser Informationen wird sich wohl auch schnell feststellen lassen, ob es überhaupt sinnvoll ist, Zeit für das Thema zu investieren. Wozu sich mit diesem Wahnsinn befassen, wenn die Öffentlichkeit sowieso keine Möglichkeit hat, Einfluss zu nehmen?

"Ein Blick ins Gesetz..."

... hilft manchmal auch dem Laien weiter:
Gemeindeordnung Baden-Württemberg
http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=GemO+BW&psml=bs...

Claudia Fischer = Resignation?

... oder?

Im Auftrag des Herrn

Anmerkung hierzu:

http://www.bruchsal.org/story/b%C3%BCrgerinformation-forst-zur-stadtbahn...

"Zum Schluss der Veranstaltung meldete sich noch ein Befürworter der Stadtbahn zu Wort und erläuterte, dass durch die Stadtbahn Forst eine hervorragende Anbindung nach Waghäusel und darüber hinaus zur dortigen Eisenbahnanbindung nach Mannheim bekäme."

Der zitierte Herr im Anzug mit gestreifter Krawatte, der sich so optimistisch für die Straßenbahn aussprach, sah aus, als ob er im Auftrag seines Arbeitgebers da war. Woher sonst wüsste er, dass es zukünftig eine so super Verbindung nach Mannheim gäbe?

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