Bündnis Umfairteilen: Zivilgesellschaft fordert stärkere Besteuerung von Reichtum
Pressemitteilung Bündnis "Umfairteilen - Reichtum besteuern"
Eine stärkere Besteuerung großer Vermögen zur Finanzierung des Sozialstaats und notwendiger Reformen fordert das Bündnis "Umfairteilen – Reichtum besteuern!", das heute von Attac, Verdi und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband in Berlin vorgestellt wurde. Erstmalig manifestiert sich damit eine breite gesellschaftliche Bewegung für eine Politik der sozial gerechten Umverteilung in Deutschland. Das Bündnis, dem sich neben Attac, Gewerkschaften und Sozialverbänden auch Migrantenverbände, Jugend- und Studierendenorganisationen, die Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe, die Naturfreunde sowie weitere zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen angeschlossen haben, warnt vor Kahlschlagkürzungen zu Lasten des Gemeinwesens und ruft zu einem bundesweiten Aktionstag am 29. September 2012 auf.
"In ganz Europa erleben wir derzeit eine brutale Kürzungspolitik, die zu gravierenden sozialen Verwerfungen führt und den gesellschaftlichen Frieden ernsthaft gefährdet. Wir werden uns nicht aus der Krise heraus sparen können. Wir brauchen endlich eine ehrliche Debatte über die Kosten der Krise und eines funktionierenden Sozialstaats auf der einen Seite und die ungleiche Verteilung von Reichtum auf der anderen Seite", fordert Bündnisinitiatorin Jutta Sundermann von Attac Deutschland. Der öffentlichen Armut in Deutschland stehe ein Privatvermögen von über acht Billionen Euro gegenüber. Allein die privaten Vermögen des reichsten Prozents der Bundesbürger seien höher als alle Schulden von Bund, Ländern und Kommunen zusammen. Die positive Resonanz der ganz unterschiedlichen Partner, die in dem Bündnis erstmals zusammen agieren, belege, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht länger bereit sei, die wachsende Ungleichheit in der Gesellschaft zu akzeptieren.
Konkret fordert das Bündnis eine dauerhafte Vermögenssteuer sowie eine einmalige Vermögensabgabe. Darüber hinaus sei u.a. die stärkere Besteuerung hoher Einkommen, großer Erbschaften, finanzstarker Unternehmen und von Kapitalerträgen erforderlich. "Solange Deutschland ein Steuerparadies für Vermögende, Erben und Spekulanten darstellt, sind der Sozialstaat und seine Handlungsfähigkeit in den Bereichen Bildung, Umwelt, und Gesundheit bedroht. Um eine sozial gerechte Haushaltskonsolidierung und dringend notwendige öffentliche Investitionen zu gewährleisten, muss steuerpolitisch die Einnahmenseite gestärkt werden. Die Zeit ist reif für Umverteilung", so Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.
Das Bündnis appelliert an die Bevölkerung, sich mit zu engagieren und ruft zur Teilnahme am bundesweiten Aktionstag im September und darüber hinaus auf. "Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, der Sozialstaat sei ohne Kostensteigerungen zu haben. Wenn wir auch in Zukunft eine würdige Pflege im Alter, Bildungschancen für jedes Kind und eine Arbeitsmarktpolitik haben wollen, die keinen zurücklässt, müssen wir von einem Investitionsbedarf von über 20 Milliarden Euro ausgehen", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. "Die Reserven sind erschöpft. Ohne spürbare Umverteilung und eine neue Solidarität zwischen Reich und Arm wird es diesen Sozialstaat künftig so nicht mehr geben", warnt Schneider.
Interessierte Einzelpersonen und Organisationen können sich auf der Homepage des Bündnisses als Unterstützer/ innen registrieren lassen. Am 29. September 2012 findet ein bundesweiter Aktionstag als Auftakt der gemeinsamen Bündnisaktivitäten statt. Eine Vielzahl von weiteren Aktionen ist für das Jahr 2013 geplant.
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Kommentare
Umverteilung
Wir benötigen doch keine Umverteilung, sondern lediglich eine gerechte und sinnvolle Nutzung des Vorhandenen. Anstatt das Geld in sinnlosen Eurorettungsversuchen zu verpulvern, wäre es in Sozialausgaben für das eigene Volk viel besser angelegt. Da lese ich von Kosten in Höhe von 20 Milliarden Euro, die für die dringendsten Regelungen benötigt werden und die der Staat nicht aufbringen könne!!!
Daran sehen wir doch alle, dass das Letzte, was unsere Polit-Nullen jetzt im Blick haben, das Wohl von uns Bürgern ist, zu sehen an der brutalen Kürzungspolitik überall in Europa. Dem Polit-Personal ist das wurscht. Sollen doch die Bürger sehen, wie sie zurecht kommen. Vom Staat ist keine Hilfe zu erwarten, im Gegenteil, irgendwie müssen die Staaten jetzt zu Geld kommen.
Von den Banken, die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben, werden sie es nicht nehmen. Das wissen wir mittlerweile. Denen soll zukünftig das Geld sogar ohne Umwege direkt in den Rachen geworfen werden.
Und von den oben genannten Vermögenden ist auch nichts zu holen, deren Kapital ist, oh Wunder, längst in sichere Gefilde "geflüchtet".
Fazit: Man holt's vom "Kleinen Mann", von Rentnern, Hartz-4-Empfängern und der sowieso schon stetig verarmenden Mittelschicht - die wehren sich ja nicht.
Polemik Pur
Polemik
Unser Bundestagsabgeordneter Olav Gutting hat zu diesem Thema nur die ihm eingebläuten CDU-Phrasen auf Lager.
Olav Guttings CDU-Phrasen auf Twitter vom 03.08.12
Olav Guttings Tweets
Ich finde die Tweets von Olav Gutting nur lustig. Der hat eigentlich von nichts eine Ahnung, schwätzt aber überall mit. Ein typischer Vertreter seiner (Politiker)zunft. Was der wohl geworden wäre, wenn er nicht rechtzeitig seine Defizite erkannt hätte und bei der CDU eingestiegen wäre? Der gleiche platte, unreflektierte Politikertypus wie beispielsweise Mappus.
Wenn den 10% Reichen...
... ihr Vermögen nach unten verteilt werden soll, sind im Endeffekt dann alle arm. Weil das nie und nimmer reichen wird, was dazu benötigt wird. Sehr viele Kommunen benötigen schon jetzt über 50% ihres Haushaltes nur für "Sozialausgaben". Dazu zählt auch Bruchsal. Und diese werden in den nächsten Jahren noch weiter steigen. Da die eigentliche Krise gerade erst begonnen hat. Die vielen Flüchtlinge, die nicht alle politisch verfolgt werden, werden ebenfalls in den nächsten Jahren rasant steigen. Und die wollen alle versorgt werden. Aber womit, wenn die Kasse leer ist?
Gutting in die Kommunalpolitik!
Da würde uns Olaf Gutting gerade noch fehlen - Gutting OB in Bruchsal. Mit einer satten CDU-FW Mehrheit. Jede Kontrolle enthoben.
Aber vielleicht könnte man ihn da gelegentlich etwas zurechtstutzen.
„Rhetorik ist deshalb ein
„Rhetorik ist deshalb ein Problem, weil es schwierig ist, gleichzeitig zu reden und zu denken. Politiker entscheiden sich meistens für eines von beiden.“
Mark Twain.
OlaV Gutting hat sich eindeutig für das Reden entschieden.
Wenn den Reichen
"Wenn den Reichen ihr Vermögen nach unten verteilt werden soll, sind im Endeffekt dann alle arm. Weil das nie und nimmer reichen wird, was dazu benötigt wird."
Wer so argumentiert, glaubt tatsächlich, was uns die Besitzenden vorbeten, tagtäglich.
Nur eine Frage: Weshalb hat die Anzahl der Millionäre in Deutschland während der Krise zugenommen, gleichzeitig auch die Zahl der im Niedriglohn Beschäftigten? Kein Betrieb hätte sich vor der Rot/grünen Koalition getraut, so mit den Menschen umzugehen. Aufeinanderfolgende Zeitverträge und Niedriglohn sind asozial! Unsere Regierungen verhalten sich asozial.
Denn eines ist doch klar, das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer. Weshalb wird die Vermögenssteuer (die es übrigens noch gibt) nicht mehr erhoben? Weil die Betroffenen (Reichen) eine Lobby haben!
Wenn diejenigen, die an der Krise verdienen, einen Obolus zahlen müßten, dann wären sie noch lange keine Sozialhilfeempfänger! Sie wären weiterhin sehr reich, vielleicht um 5% ärmer.
Es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Das Wort "Neidsteuer" ist übrigens das dümmste aller Argumente. Dieses Wort fällt, wenn man sich gar nicht mehr herausreden kann.
Wo bleibt denn die seit Beginn der Krise versprochene Beteiligung der Banken, an dem Schlamassel, das sie angerichtet haben? Wann werden denn die Banken verkleinert, damit sie nicht mehr systemrelevant sind? Weshalb kann man noch Wetten auf sinkende Kurse abschließen? Weshalb hann man noch auf Pleiten von Volkswirtschaften Wetten abschließen, wobei die Wetter in der Lage sind, die Volkswirtschaft zu ruinieren?
Weil das "Geld" die Politik vor sich hertreibt. Weil der diffuse Begriff "die Märkte" alle erschaudern läßt.
Früher hat ein Arbeitnehmer SPD gewählt, weil die für soziale Errungenschaften eintrat. Inzwischen gehört sie mit zu den Beseitigern und Kürzern sozialer Errungenschaften.
Heute könnte man gleich CDU wählen, dann hat man wenigstens das Original. Oder wie soll man das verstehen, wenn Gabriel erst gegen Merkel wettert und dann die SPD all ihren Vorgaben zustimmt?
Nein, der Arbeitnehmer hat heute in der Politik keine Vertretung - bis auf eine, und die hat nichts zu sagen. Hm, ist falsch, die hat was zu sagen, aber nichts zu bestimmen.
Außerhalb unseres
Außerhalb unseres Sozialstaates stellen sich die, die sich auf Kosten der kleinen Leute, beispielsweise Geringverdiener oder unterbezahlte Leiharbeiter, die Taschen füllen.
Außerhalb unseres Sozialstaates stellen sich die, die ihr Geld im Ausland "in Sicherheit" bringen, die Mieten für ihre Mitbürger erhöhen und lieber riskante Finanzgeschäfte tätigen, als etwas von ihrem auf Kosten von Geringverdienern oder Leiharbeitern zusammengerafften Vermögen abzugeben.
Lese ich den Tweet von CDU-Guttings richtig, hat dieser vollstes Verständnis für ein solches Verhalten - er will ja dazu gehören: "Endlich oben!"
http://www.youtube.com/watch?v=Hi6OmYfm7Q8
@Filou
Nur eine Frage: Weshalb hat die Anzahl der Millionäre in Deutschland während der Krise zugenommen, gleichzeitig auch die Zahl der im Niedriglohn Beschäftigten?
Am besten, sie gründen eine gutgehende Firma und werden Millionär statt Arbeitnehmer. Dann gehen sie den Problemen aus dem Weg. Aber bitte nicht mosern, wenn man an Ihr Vermögen will. Sie könnten ja auch freiwillig etwas geben, an die, die weniger haben, gelle?
Aber jetzt mal Spass bei Seite. Welcher "Reiche", egal womit er sein Geld verdient hat, würde freiwillig geben? Die können sie an einer Hand abzählen.
Da sollte doch unsere Regierung erst einmal darauf achten, das die Vermögen hier in Deutschland versteuert werden und nicht im Ausland. Z.B. bei deutschen Sportlern, Künstlern oder Ähnlichen. Ein "Schumi" versteuert seine Kohle in der Schweiz, ist aber dort als "Arbeitsloser" geführt, da es in der Schweiz keine Rennstrecken gibt. Klever nicht?