Ausstellung in Bruchsal: "Dem Vergessen entrissen - Jüdisches Leben im Kraichgau"

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Sonntag, 10. April 2011 - 16:29

Ausstellung

Am vergangenen Donnerstagabend wurde in einer kleinen Feierstunde die Ausstellung „Dem Vergessen entrissen - Jüdisches Leben im Kraichgau" in den Räumen der Volksbank Bruchsal-Bretten, Filiale Bruchsal, eröffnet. Diese Wanderausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Lehrern, Archivaren und Historikern vom Heimatverein Kraichgau und dem Verein Jüdisches Leben Kraichgau konzipiert.

Dr. Esther Graf von „Altenburg & Graf - Agentur für Jüdische Kulturvermittlung", die mit ihren Kollegen die Präsentation erstellt hat, sagte in ihren Begrüßungsworten, dass das lebendige Moment betont und auf keinen Fall in eine „Gedenkstarre" verfallen werden solle, denn das Judentum definiere sich „über das Leben und nicht über den Tod."

Der Vorsitzende des Vereins Jüdisches Leben im Kraichgau, Michael Heitz, unterstrich in seiner Ansprache, dass auch zwölf Schulen die Ergebnisse ihrer Arbeiten mit diesem Thema vorstellen. Auf einer Tafel werden die Arbeiten von Schülern des Bruchsaler Justus-Knecht-Gymnasiums vorgestellt. Das JKG Bruchsal organisiert einen Schüleraustausch mit einer Schule in Hakfar Hayarok in Israel.

Der Vorsitzende der Heimatfreunde Kraichgau, Bernd Röcker, betonte in seiner Rede, dass die jüdischen Gemeinden, die es im Kraichgau in einer großen Dichte gab, das wirtschaftliche und geistliche Leben lange Zeit prägten.

CPS

Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick lobte in ihrer Ansprache das Engagement des Vereins Jüdisches Leben im Kraichgau und erwähnte, dass der Beitritt der Stadt Bruchsal zu diesem Verein eine ihrer ersten Amtshandlung nach ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin von Bruchsal war. Sie bemerkte auch, dass es zu dem Thema jüdisches Leben in Bruchsal in letzter Zeit einige Bestrebungen gäbe und hob insbesondere die Aktivitäten von Dietmar Konanz aus Untergrombach hervor, der sehr aktiv bei der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte sei und bei der Entwicklung der Ausstellung mitgewirkt habe.

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Insgesamt besteht die Ausstellung aus 37 Schautafeln, von denen in Bruchsal 25 präsentiert werden. Einige der Schautafeln beschäftigen sich explizit mit jüdischen Familien aus Bruchsal und den Stadtteilen, darunter ein Text zur Bruchsaler Familie Oppenheimer, die Darstellung des Boykotts gegen die Untergrombacher Kolonialwarenhandlung Kirnus oder eine Vorstellung von Rabbiner Salomon Carlebach aus Heidelsheim. Eine Tafel widmet sich den Bruchsaler Synagogen.

© Bericht und Fotos: Rolf Schmitt

 

Die Ausstellung kann täglich während der regulären Öffnungszeiten der Volksbank Bruchsal bis 6. Mai 2011 besichtigt werden:

Montag bis Freitag vormittags 8.30 Uhr bis 13 Uhr, nachmittags 14 Uhr bis 16.30 Uhr, Donnerstags bis 18 Uhr.

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