Auf der Rückreise vom Jakobsweg

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Pilger boykottierten völlig überladenen Reisebus
Montag, 30. Mai 2011 - 13:07

Karlsruhe. Eigentlich wollten sie nach einer langen Reise nur nach Hause - doch dies verhinderte am Sonntagabend ein völlig überladener Reisebus eines Unternehmens aus München. Der Fahrer eines Kleinbusses sollte 26 vom Jakobsweg rückkehrende Pilger am Busbahnhof Karlsruhe aufnehmen und nach Stuttgart, Ulm und München bringen. Leider hatte der Bus aber nur 16 Sitzplätze - Probleme waren also vorprogrammiert.

Bus

Der Busfahrer machte kurzen Prozess und zwängte die erschöpften Passagiere mit dem gesamten Gepäck in das dann völlig überladene Fahrzeug. Aufgeschreckt durch erhebliche Fahrgeräusche und einer heftigen Schieflage bei der Auffahrt auf die Südtangente, wollten die Insassen den Fahrer zum Anhalten zwingen. Dieser ließ aber nicht mit sich reden und setzte seine Fahrt unbeeindruckt fort. Auch mit der Polizei, die ein Fahrgast angerufen hatte, wollte der Fahrer nicht sprechen. Als dann aber auch noch Gummi- und Schmorgerüche im Bus wahrzunehmen waren, hielt der Fahrer sein Gefährt doch noch auf dem Standstreifen der Südtangente an und schaute nach dem Rechten - um dann die Fahrt wiederum fortsetzen zu wollen. Erst nach dem Hinweis eines erbosten Fahrgastes, dass er jetzt eine Scheibe mit dem Nothammer einschlagen werde, hielt der Busfahrer endgültig an und alle Passagiere "retteten" sich auf den Grünstreifen an der Südtangente.

Nachdem die Polizei eingetroffen und die erhitzten Gemüter beruhigt hatte, fuhren elf Fahrgäste mit dem dann nicht mehr überladenen Bus nach Stuttgart weiter. Viele andere weigerten sich jedoch und organisierten ihre Heimreise selbständig. Vier Passagiere erlitten Atemnot und Kreislaufprobleme und stellten Strafantrag wegen Körperverletzung. Den Fahrer erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung, Körperverletzung und verschiedener Verstöße gegen straßenverkehrsrechtliche Vorschriften

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