Alle wünschen sich eine gerechte Welt! Filmvorführungen im Gymnasium St. Paulusheim und am Justus-Knecht-Gymnasium in Bruchsal

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1334 Schüler/-innen sehen Multivisionsshow Fair Future
Dienstag, 29. März 2011 - 16:52

Bruchsal (pa.). Was würde passieren, wenn alle 6,8 Milliarden Menschen der Erde so leben würden wie wir in Deutschland? Das ist eine der zentralen Fragen, der die Multivision "Fair Future - Der ökologische Fußabdruck", ein UN-Dekaden-Projekt, auf den Grund geht. Die Antwort ist einfach: Es müsste drei Erden geben. Diese Auskunft erhielten insgesamt 1334 Bruchsaler Schüler/-innen im Rahmen von mehreren Filmvorführungen am 28./29. März 2011 im Gymnasium St. Paulusheim und am Justus-Knecht-Gymnasium in Bruchsal. Das Bildungsprojekt informierte Jugendliche der Gymnasien St. Paulusheim, Schönborn und Heisenberg sowie der Käthe-Kollwitz-Schule über den Rohstoff- und Umweltverbrauch sowie den Abbau von Bodenschätzen.

Moderator Markus Kiesel, der auf unterhaltsame Weise durchs Programm führte, versuchte immer wieder den Besucher/-innen die Themen Nord-Süd-, Verteilungs- und Ressourcengerechtigkeit erfahrbar zu machen. Auf die Frage des Moderators, wer sich eine gerechte Welt wünschen würde, meldete sich der gesamte Saal. Auf die Frage, wer glaube, dass die Welt gerecht sei, gab es keine Schülermeldungen mehr. "Jeder kann eine Menge dafür tun, um diese Welt ein Stück gerechter zu machen", appellierte der Moderator mit Blick auf die Möglichkeiten jedes Einzelnen. Mit Beispielen aus ihrem eigenen Alltag informierte Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick rund 235 Schüler/-innen bei der ersten Filmvorführung des Tages, welche Auswirkungen ein bedachtes Handeln für den ökologischen Fußabdruck haben kann. Das Stadtoberhaupt erläuterte den Gymnasiasten auch, wofür der Begriff „Fair" im Kontext von Entwicklungsfragen steht. Wie bei einem Fußballspiel komme es auch bei der Produktion von Waren oder dem Verbrauch von Ressourcen darauf an, dass Fairplay-Regeln eingehalten würden, so das Stadtoberhaupt. Dazu gehöre, dass ein Mensch nicht mehr Ressourcen verbrauche, als für ihn zur Verfügung stünden. Konkrete Zahlen lieferte dann Markus Kiesel. Die Rechnung scheint einfach: Derzeit leben auf der Erde rund 6,8 Milliarden Menschen auf etwa 13,8 Milliarden Hektar. Bleiben für jeden Bewohner knapp zwei Hektar für seinen eigenen ökologischen Fußabdruck, der z. B. den Verbrauch an Trinkwasser, Heizung und Nahrung umfasst. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Der durchschnittliche Fußabdruck beträgt aktuell 2,7 Hektar pro Erdenbürger/-in. Der Fußabdruck eines Europäers ist sogar 4,7 Hektar groß, der eines Inders beträgt nur 0,9 Hektar. Damit ist klar: Die Menschheit lebt auf zu großem Fuß und das obwohl gering entwickelte Länder noch einen deutlichen Nachholbedarf aufweisen, wenn man den westlichen Lebensstandards als Gradmesser bemüht.

"Fair Future - Der ökologische Fußabdruck" tourt drei Jahre durch Deutschland und besucht rund 1.000 Schulen. Das Projekt wird von zahlreichen Einrichtungen wie "BUND" und "OXFAM" unterstützt und zeigt die komplexen Zusammenhänge von Ökonomie und Ökologie auf.

Fair Future

Ein Viertel der Erdenbürger verbraucht drei Viertel der Ressourcen: Die stehenden Schüler/-innen symbolisieren das eine Viertel der Menschheit, das in Wohlstand lebt. 1334 Jugendliche informierten sich bei der Multivision „Fair Future" über den Ressourcenverbrauch auf der Erde. Bildquelle: pa

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