Ahnungslosigkeit allerorten

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Samstag, 8. Oktober 2011 - 10:23

Kübelweise schütteten Politiker der sogenannten etablierten Parteien nach diesem Interview Häme über die Jungpolitiker der Piratenpartei aus. Dieser Beitrag wurde wohl von einem Jung-Unionisten bei youtube veröffentlicht - mit entsprechendem Kommentar: "Wer von euch überlegt, bei der Berlin-Wahl 2011 die Piraten zu wählen, sollte DAS hier mal gesehen haben...":

 

Der junge Mann hat tatsächlich nicht gewusst, wie hoch die Verschuldung der Stadt Berlin ist. Schande über ihn.

Schaun wir doch mal, wie unsere etablierten Politiker bei einer ähnlichen Fragestellung antworten. Es geht um eine ganz einfach beantwortbare Frage: "Wie hoch ist der Anteil von Deutschland an den Kreditbürgschaften?" Gefragt wurde kurz bevor die Bundestagsabgeordneten im Parlament über das entsprechende Gesetz abstimmten:

Oder hier, eine der Lichtgestalten der FDP, die fleißigste Abgeordnete des Europaparlaments, Frau Koch-Mehrin (die mit dem Bauch in der Zeitschrift Stern); "der Klassiker":

Da kann ich nur dem folgenden Kommentar von LiChDaBeRg5551 zustimmen: "Unglaublich was die Berliner da für "intelligents Fliegen" (lach) in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt haben...eine Katastrophe hoch 100. Ihr müsst euch mal die Witzfiguren der Piraten anschauen die jetzt im Abgeordnetenhaus sitzen dürfen und keine Ahnung von Politik haben...ich bin wirklich schockiert von den Berlinern...!"

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Kommentare

Vielen Dank, man lerne nun:

Vielen Dank, man lerne nun:

Es gibt noch viele weitere Pfeifen in der Politik!

Wer hätte das gedacht...!

Ist denn der Autor schon Politiker? ;)

Da verwechselt jemand Politik

Da verwechselt jemand Politik mit Gedichten aufsagen in der Grundschule.

Wie gut wenn man Menschen einen kleinen Fehler immer wieder unter die Nase reiben kann, anstatt sich dafür zu interessieren wie man vielleicht das große Ganze angehen kann. Ach ja, Politik ist ja anstrengend und nicht so einfach zu verstehen. Politikverdrossen? Selbst schuld! Oder einfach selbst besser machen?

Im übrigen unterscheiden sich die Beispiele oben schon ziemlich. Da gibt es _bezahlte_ Berufspolitiker mit jahrzehntelanger Erfahrung, eine Doktortitel-Betrügerin die sich nie im Parlament sehen lässt (wohl eine andere Kategorie wie ein Verhaspler beim Zahlen aufsagen), aber auch fürstlich entlohnt wird.

Und einen jungen engagierten Mann, der sich seit wenigen Jahren _ehrenamtlich_ engagiert und teilweise selbst Geld für seine Ideen investiert ohne jemals davon auszugehen das er dafür etwas zurückbekommt. Also diese anstrengende und schwer zu verstehende Politik einfach so in seiner Privatzeit macht.

Wie gesagt, bevor man nur motzt einfach selbst besser machen.

Besser machen...

... und nicht rummotzen. Wer sich einmal selbst politisch engagiert hat und nicht immer mit dem Strom schwimmt, weiß wie schwer es ist, gegen die sogenannte poilitische Elite und die Wähler anzukommen.
Man kann dem jungen Mann keinen Vorwurf machen, das er im öffentlich rechtlichen Fernsehen verheizt wurde.
Das ist pure Absicht gewesen, den jungen Man ins Lächerliche zu ziehen. Wenn man die Grünen ansieht, wie die angefangen haben, war auch nicht viel besser. Schade, das daraus nur so wenig geworden ist. Linkstrend zu beobachten.
Was glauben denn einige, wem umser Staatsfernsehen gehört? Bevor hier der Mund zu weit aufgerissen wird, sollte man sich besser informieren.

Auf den Schlips getreten?

Der Beitrag von einem "Jung-Unionisten" zeigt doch in erschreckender Weise die Wahrheit. Die etablierten Politiker wissen, wenn sie unvorbereitet gefragt werden, nichts zu sagen. Dabei nehme ich keine Partei aus. Sollte ein Politiker doch mal unvorbereitet erwischt werden, dann lassen sie Standardantworten vom Stapel, die mit der Frage meist nichts mehr zu tun haben.

Das kann z.B. Merkel nicht passieren, sie beantwortet keine Fragen, die nicht vorher mit ihrem Büro abgesprochen sind (vergl. Interview mit Jauch in der ARD).

Im Gegensatz dazu plaudern die Piraten munter vor sich hin, mit jedem Satz ein neuer Angriffspunkt. Die Politprofis haben ein gutes Archiv, und was heute gesagt wird, wird den Piraten morgen auf's Brot geschmiert.

Sich ehrenamtlich zu engagieren halte ich für sehr lobenswert. Aber gerade bei dem Beispiel Baum zu glauben: "..... selbst Geld für seine Ideen investiert ohne jemals davon auszugehen das er dafür etwas zurückbekommt", das halte ich für Märchen. Oder verzichtet er auf seine Abgeordnetenbezüge? Nein, sie stehen ihm auch zu!

Aber bitte nicht auf dem Trip: Das sind die Idealisten.

Wer in die Politik geht, will  Macht. Sonst ist er am falschen Platz.

 

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