2010 ist unser Schicksaljahr - Apokalypse oder Rettung?
Jetzt findet man diese Presseerzeugnisse allüberall im Buch- und Zeitschriftenhandel: Horoskope für das Jahr 2010. Wobei das Spektrum reicht von „Das große Freundin-Extraheft Horoskop 2010“ als Beileger zur Ausgabe 26 dieser Zeitschrift (Glänzende Aussichten: Eine Frischekur für die Liebe, mehr Power im Job, neue Freundschaften - dieses Jahr steht im Zeichen der Sonne und beschert uns viel Wärme, Dynamik und Kraft, um unsere Ziele zu verwirklichen) bis zu den sich seriös gebärdenden Publikationen wie „Ihr chinesisches Horoskop für 2010 – Im Jahr des METALLTIGERS kann man mit Mut und Tatkraft viel erreichen“ für Euro 6,60 oder „Nostradamus 2010 – Es ist unser Schicksaljahr – Apokalypse oder Rettung?“ für lediglich Euro 5,50. Zu erhalten in Bruchsals gut sortiertem Buch- und Zeitschriftenhandel.
Man sollte eigentlich glauben, dass der Markt für solche Machwerke mit zunehmender Bildung der Bevölkerung immer kleiner wird. Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein. Eine Marketingagentur schreibt: „Jeder fünfte Bundesbürger glaubt an Astrologie, die Menschen suchen vermehrt ihren Halt im Übersinnlichen“.
Vielleicht ist aber doch irgend was dran? Kann es wirklich sein, dass sich 16 Millionen Bundesbürger irren?
Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) kommt nach Auswertung von 140 für das Jahr 2009 gestellten Prognosen zu dem Ergebnis, dass deren Verursacher, 50 bekannte „Hellseher“ und diverse Astroseiten im Internet, ihre Chance versaubeutelt haben. Das Urteil der GWUP: „verheerend“.
Hier geht's zu: PROGNOSENCHECK 2009
Nichtsdestotrotz scheint die „Wissenschaft“ Astrologie höchste staatliche Anerkennung zu finden. Die Bundesagentur für Arbeit finanziert(e) die Teilnahme an Astrologieausbildungen über Bildungsgutscheine. Wenn man das verheerende Urteil der GWUP zu den Prognosen der Wahrsager berücksichtigt, kann man diese staatliche Maßnahme nur begrüßen.
Hier geht's zu: BLOG WAHRSAGERCHECK
Übrigens. Die Oberbürgermeisterwahl in Bruchsal hätte man sich sparen können. Ein mit mir befreundeter Astrologe erzählte mir im Oktober diesen Jahres, dass er vor der Wahl sowohl ein Horoskop für Frau Petzold-Schick als auch Herrn Hartmann erstellte. Das Horoskop für Herrn Hartmann zeigte klar dessen unvermeidliche Niederlage an. Der Aszendent von Florian Hartmann (Pluto unter starkem Einfluß des Saturn) ließ ein Gewinnen der Wahl nicht zu. Die positiven Aspekte aus Aszendent nebst Sternzeichen von Frau Petzold-Schick ergaben bereits weit vor der Wahl die klare Aussage, dass diese die Oberbürgermeisterwahl auf jeden Fall gewinnen müsse.
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