20 Jahre Bruchsaler Stadtkabarett - Von dollen und von schicken Zeiten

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Kleines Festival zum Jubiläum der Lokallästerer
Montag, 2. Mai 2011 - 17:49

Hand aufs Herz: In welcher Stadt von der Größe Bruchsals gibt es eine vergleichbare öffentliche Institution? Ein eigenes Lokal-Kabarett, das jetzt bereits seit zwei Jahrzehnten regelmäßig für die politische Hygiene in der Stadt sorgt?

Schlachthof
Es geschah im Jahr 1991 im Theaterzelt der Baden-Württembergischen Theatertage auf dem Bruchsaler Marktplatz, just dort, wo heute das SEPA-Einkaufsparadies steht: Um den Bruchsaler Journalisten Rainer Kaufmann hatte sich eine Gruppe gebildet, die als „1. Bruchsaler Stadtkabarett Dolle Zeiten" im Rahmenprogramm des Theaterfestivals zum ersten Mal die Bretter betrat, die auch am Saalbachstrand nichts anderes bedeuten als die große, weite Welt der Verstellung. Eine Welt, zu der der heimliche Taufpate dieses Kabaretts keinen Zugang fand, er suchte damals vorsorglich das Weite und hatte sich rechtzeitig vor der Premiere seines eigenen Kabaretts in den Urlaub verabschiedet.

Bis heute hat er keine Vorstellung besucht, was die Kabarettisten durchaus als eine Art Ehrenerklärung und Auszeichnung (miss-) verstehen können. Wobei jetzt die Vorstellung Platz greifen sollte, was wäre gewesen, wenn Doll seinen SEPA-Tempel schon vor Jahrzehnten hätte bauen können. Hätte es dann überhaupt ein Theaterzelt mit dieser Kabarett-Premiere gegeben? Was wäre ihm da alles erspart geblieben, wenn..... ja, wenn nur dieses blöde Wörtchen nicht wäre....

So kann das 1. Bruchsaler Stadt-Kabarett "Dolle Zeiten" im Mai 2011 auf ganze zwei Jahrzehnte gepflegte Lokal-Lästereien zurückblicken. Ein Mini-Festival von drei Tagen reicht natürlich beileibe nicht aus, all die Highlights noch einmal auf die Bühne zu bringen, die nach mehr als zwei Dutzend abendfüllender Programme das Kabarett-Archiv füllen. Dennoch, es soll versucht werden. Die Haupt-Veranstaltung findet am Freitag abend mit einer großen

Kabarett-Revue unter dem Titel:
Von dollen und von schicken Zeiten

statt und zwar in der Schlachthof-Strada, um möglichst vielen Interessierten Platz zu bieten. Sketche und Texte aus dem Premierenprogramm vor 20 Jahren werden ebenso aus dem Kabarett-Archiv ausgehoben wie die beiden Brückenheiligen Peter und Paul auf Abwegen in der „Kerchgass", barocke Golf-Anleitungen einer damaligen lokalen Journalistengröße dürfen ebenso wenig fehlen wie der Nachweis der Qualifikation einer Kraichgau-Polit-Größe für den Bundestagsausschuss Hochseefischerei. Lieder, Sketche, Szenen, Texte aus zwei Jahrzehnten Lokal-Kabarett - fast schon eine andere Art lokaler Geschichtsstunde.

Die Schlachthofküche überrascht selbstverständlich ab 18.00 Uhr mit einer entsprechenden Speisekarte. Es gibt - ein letztes Mal selbstredend - Spaghetti Dollonese, Original Bruchsaler Windbeutel, den bekannten Doppikburger, Graf Kunos Spanferkelrollbraten in Dunkelbiersauce mit Schwarzwurzeln und der OBerins Spar- und Diät-Salat.

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick hat übrigens ihre Anwesenheit zugesagt, immerhin fügt sich das 1. Bruchsaler Stadtkabarett in sein und unser aller Schicksal und nennt sich künftig: „Schicke Zeiten". Denn, so das unbestechliche Urteil der Lokal-Kabarettisten, habe die mittlerweile gar nicht mehr so neue Frau an der Spitze der Stadtverwaltung den Nachweis ihrer Kabarett-Fähigkeit bereits hinreichend erbracht.

Ticket-Reservierung unter: www.kaufmanns-schlachthof.de

1Tritt: € 8,-- (VVK), € 10,-- (AK)

Einlass ab 18.00 Uhr.

Kaufmann's Schlachthof

Württemberger Straße 119

76646 Bruchsal

Das weitere Jubiläumsprogramm:

Samstag, 28. Mai, 21.00 Uhr: DZSZ-Geburtstagsparty. Es wird ganz doll gefeiert und schick gegessen, versprochen. Der Bühnen-Haupt-Act ist noch geheime Kommando-Sache.


Neues vom Hock-Her-Berg von RF104G

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