„Zeitschichten" gibt Einblicke in Bruchsaler Stadtgeschichte
Bruchsal (pa). Eine Frage beschäftigt historisch interessierte Bruchsaler Gemüter seit (mindestens) hundert Jahren: Wo genau war er? Im Umfeld der Peterskirche? In der Nähe des heutigen Barockschlosses? Oder eben doch im Herzen von Bruchsal, neben der Stadtkirche? „Er" - gemeint ist der historische Königshof des frühen Hochmittelalters, jener Herrschersitz, an dem im 10. und 11. Jahrhundert deutsche Kaiser verschiedentlich Station machten und an dem beispielsweise auch der „Geburtsschein" des Landes Österreich ausgestellt wurde: jene Kaiserurkunde, in der erstmals von der Region „Ostarrichi" die Rede ist.
Wo also war er? Das ist eine jener Fragen, mit denen sich noch bis 15. Dezember im Schalterraum der Sparkasse Kraichgau am Bruchsaler Friedrichsplatz eine Ausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege beschäftigt. In verschiedenen „Zeitschichten", so der beziehungsreiche Titel, legt die aus Informationstafeln und Fundstücken konzipierte Präsentation die Bruchsaler Stadtgeschichte frei, und dies bis zurück in die Jungsteinzeit. Von prähistorischen Epochen bis zum Trümmerschutt des 1. März 1945 ist hier Historie „ge-schichtet", ein rasanter Durchgang durch die Jahrtausende aus archäologischer Perspektive. Ein Durchgang, der auch Emotionen wachrufen kann, wie Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei der Eröffnung anmerkte: Haben doch die Grabungen auf dem so genannten „Alten Marktplatz" zwischen 2007 und 2009 über etliche Monate hin bei vielen Bruchsalern ein eminentes Interesse an der eigenen Stadtgeschichte geweckt. „Ich denke", so die Oberbürgermeisterin, „die damaligen Ausgräber des Landesamtes für Denkmalpflege werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass manche Bruchsaler regelrecht ‚mitgefiebert' haben, was denn wohl als Ergebnis dieser Grabungen herauskommen mag. Und ich darf sagen: Die Bruchsaler wurden von diesen Ergebnissen nicht enttäuscht."
Und genau davon kann man sich noch bis Mitte Dezember im Schalterraum der Sparkasse Kraichgau zu den üblichen Öffnungszeiten überzeugen (Montag bis Freitag, 8.30 bis 13 Uhr, Montag bis Mittwoch und Freitag, 14 bis 16.30 Uhr, Donnertag, 14 bis 18 Uhr). Dort ist dann auch zu erfahren, ob die Archäologen bei ihren Untersuchungen „ihn" - will meinen: den Königshof - gefunden und damit das Bruchsaler Jahrhunderträtsel gelöst haben.
Veranstaltungen: Aktuelle Termine
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Mittwoch, 19. Juni 2013 - 19:00
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Donnerstag, 20. Juni 2013 - 9:00
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Donnerstag, 20. Juni 2013 - 19:00 - Freitag, 21. Juni 2013 - 21:00
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Samstag, 22. Juni 2013 - 10:00
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Samstag, 22. Juni 2013 - 20:00 - 22:30
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Kommentare
Jahrhunderträtsel
Ich war noch nicht in der Sparkasse, weiß aber von einem der Ausgräber, daß man "ihn" nicht gefunden hat. Man stand zwar kurz vor einer Aufklärung, hätte nur noch weiter graben müssen - aber SEPA war wichtiger. Ich sagte es schon einmal an dieser Stelle: Nun müssen wir weitere 100 Jahre warten, bis der SEPA-Klotz wieder abgerissen wird, um Genaueres zu erfahren. Alles andere sind nur Vermutungen - wie schon seit 100 Jahren.
Sepa-Abriss 2110?
Mitnichten!
So lange wird es nicht dauern, Herr Zimmermann - aber das ist mir derzeit auch kein Trost.
Lebensdauer
Nun ja, soviel mir bekannt, ist die Lebensdauer neuer Gebäude auf 100 Jahre angesetzt.