„Stätte der Begegnung statt Luxustempel“

DruckversionPer e-Mail versenden
Pfarrgemeinde St. Wendelinus weiht in Untergrombach saniertes Pfarrzentrum ein
Mittwoch, 18. November 2009 - 11:50
Pfarrzentrum St. Wendelinus

Foto: pa

Bruchsal (pa). Es herrscht großer Andrang vor dem Pfarrzentrum St. Wendelinus. Die hereinbrechende Dunkelheit wird nur noch durch das Licht von Baustrahlern verdrängt. Dann greift Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sylvia Holzinger zum Mikrofon und läutet mit begrüßenden Worten die offizielle Segensfeier für das neu sanierte Pfarrzentrum mit barrierefreiem Zugang ein. Pfarrer Claus Bohnert stimmte einen Lob- und Preisgesang für das vollendete Werk an und freute sich über Räume der Begegnung mit Gott und den Menschen. Sein besonderer Segen galt dem Eingangsbereich, der nun dank einer Überdachung vor schlechtem Wetter schützt aber auch der neuen Rampe, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugedacht ist. Symbolisch waren es dann auch Gäste im Rollstuhl, die gemeinsam mit Pfarrer Bohnert, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick das Band zerschnitten und den Zugang zur Rampe freigaben. Einem Menschenwurm gleich wanderten die Anwesenden dann ins Innere des Gebäudes, wo der zweite Teil der Eröffnungsfeier stattfand. „Es war wie der schwierige Aufstieg zum heiligen Berg bei unserer Pilgerreise nach Jordanien“ verglich Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sylvia Holzinger den teilweise mühseligen und vor allem langwierigen Weg von der Idee eines neuen Pfarrzentrums bis zur heutigen Eröffnung. Doch die anstrengende Arbeit habe sich gelohnt: Viele ältere Menschen, denen das Gehen nicht mehr leicht falle, seien in den letzten Monaten nicht mehr zu Veranstaltungen gekommen, da das Treppensteigen für sie zu beschwerlich wurde. Der neue Eingang sei hier eine gute Lösung. Aber auch der Pfarrsaal selbst habe dringend einer Generalsanierung bedurft. Angesichts der Tatsache, dass in den letzten 35 Jahren seit der Erbauung des Pfarrzentrums nur die notwendigsten Sanierungsmaßnahmen erledigt wurden, könne man hier wahrlich nicht von einem Luxustempel sprechen. Reinhard Wolf, der Architekt der Baumaßnahme, nahm in seinem Grußwort Bezug auf die erfolgten Sanierungsmaßnahmen, zu denen auch eine neue Lüftungsanlage, eine neue Toilettenanlage in den Nebenräumen, neue Licht- und Tontechnik zählte. Ergänzt wurde dies durch die Installation von Internetanschlüssen und der Vergrößerung der Bühne ohne Platzverlust für den restlichen Raum. Möglich war dies durch einschiebbare Treppenaufgänge geworden. Sein besonderer Dank gelte allen Nachbarn, Kindergärtnerinnen und sonstigen Betroffenen, die während der Umbauphase „morgens durch Baulärm geweckt wurden“. Für alle Bauarbeiten habe es nur ein enges Zeitfenster gegeben, da diese aufgrund des Kindergartenbetriebes im Obergeschoss während der Sommerferien erfolgen mussten. Einen Gruß im Namen der Stadtverwaltung entbot Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die den Mut der Pfarrgemeinde lobte, den Weg trotz vieler Hindernisse und Kritiker zu gehen. Den neuen barrierefreien Zugang wolle sie symbolisch als Zeichen für die Gesamtstadt mitnehmen. Auch für die Zukunft versprach sie die Unterstützung der Stadt. Den weltlichen Grüßen schloss sich Ortsvorsteher Karl Mangei an, der sich freute, dass eine der zahlreichen Baustellen in Untergrombach nun zu einem guten Ende gekommen sei. Er dankte der Pfarrgemeinde für ihre Bereitschaft, den Raum als Ort der Begegnung der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Bild: Der symbolische Bandschnitt erfolgt durch gehandicapte Menschen. Unterstützt werden sie dabei durch Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick und Ortsvorsteher Karl Mangei.

Noch keine Bewertungen vorhanden
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen