„Ohne ein Korrektiv geht es nicht"
Bruchsal (pa). „Die Sprache der Ästhetik der Stadtplanung ist nicht immer auch die Sprache der Mehrheit... Die Auswirkungen, nicht auf den Stadtplaner zu hören, sind oft erst langfristig spürbar." Mit diesen bedeutungsvollen Worten verabschiedete Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick den langjährigen Leiter des Stadtplanungsamtes, Jürgen Müller, in einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand.
Für das Stadtoberhaupt war es „eine besondere Stunde", die sie bei ihrem Amtsantritt im Oktober in dieser Dimension noch nicht richtig in Blick nehmen konnte. Heute wüsste sie, dass nicht nur der Stadtplaner, sondern auch der Mensch Müller nur schwer zu ersetzen seien. In einer exemplarischen Würdigung seiner Verdienste, die auch die Bruchsaler Spezifika der Kriegszerstörung in Betracht ziehen müsse, zählte sie dann die Highlights der über 24-jährigen Tätigkeit auf. Darunter die Gestaltung der Bruchsaler Stadtmitte, die unter der Ägide von Müller maßgeblich verwirklicht wurde, die Konvertierung der Dragonerkaserne, die eine politische und gestalterische Herkulesarbeit gewesen sei sowie unzählige Baugebiete in der Kernstadt sowie den Stadtteilen, die unter Jürgen Müller rechtskräftig wurden. Symbolisch auch das Geschenk, das sie ihm zum Abschied überreichte: Ein Satz Bauklötze mit vorgestanztem Musterboden.
In seiner bescheidenen Art dankte Jürgen Müller allen Anwesenden für ihr Kommen - viele der Geladenen hatten ihn in seinem planerischen Werden über Jahre hinweg begleitet. An die Oberbürgermeisterin richtete er den Wunsch, dass sie weiterhin einen motivierenden Umgang mit der Verwaltung pflegen möge. Sein besonderer Dank aber galt seinem Team im Amt, die er als „sehr motivierte, sehr engagierte und sehr qualifizierte Mitarbeiter, die aber auch kritisch gewesen sind" bezeichnete. „Ohne ein solches Korrektiv geht es nicht," so sein Resümee.
Lobende Worte fanden auch Vertreter der Fraktionen des Gemeinderates, der Amtsleiterkollegen, des Personalrates sowie seine Mitarbeiter, denen sich eine lange Schlange an Gratulanten anschloss.
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...in den Ruhestand verabschiedet
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"Die Sprache der Ästhetik der Stadtplanung ist nicht immer auch die Sprache der Mehrheit".. oder der des Verabschiedenden. 24 Jahre "kreativen" Schaffens eines Amtsleiters für Stadtplanung, zeigt sich ausschnittsweise in den oben dargestellten Bildern ! Eine traurige Bilanz, aber legen wir den Mantel des Schweigens darüber, es wird vermutlich nicht besser werden in der Zukunft !