„Herr Kahlo" - von Baden-Baden nach Mexiko - und wieder zurück nach Baden-Baden

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Freitag, 14. Januar 2011 - 14:56
Herr Kahlo

"Herr Kahlo" war der Spitzname den die vier Kahlo-Töchter ihrem Vater gaben. Es war ihre Art damit den Respekt und die Zuneigung für ihn zu zeigen.

Frida war seine Lieblingstochter und Wilhelm Kahlo hatte einen großen Einfluss auf ihr Denken und ihre Entwicklung.

Im Jahr 1950 beschrieb Frida Kahlo selbst ihre Beziehung zu ihrem Vater:
"Ich liebte meinen Vater, weil er gut zu mir war und weil er mir half.

Er war intelligent, erklärte er mir meine Schulaufgaben, gab mir Deutschunterricht und er schenkte mir mit sechzehn Jahren meinen ersten Farbmalkasten" (aus: Bekenntnisse, Salomon Grimberg).

Wilhelm Kahlo wurde 1871 in Pforzheim geboren. Seine Familie zog nach Baden-Baden als er drei Jahre alt war und als seine Mutter starb, wanderte er im Alter von achtzehn Jahren nach Mexiko aus, wo er 1941 starb.

Selbst nachdem er seinen Namen in den spanischen "Guillermo" geändert hatte, so bemerkten doch alle Besucher der Casa Azul in Coyoacán, dass er "anders" war: sein deutscher Akzent, sein eigene, abgesonderte "kulturelle" Welt die er für sich selbst aufgebaut hatte, gefüllt mit der europäischen Musik (er spielte diese klassische Musik für sich auf dem Klavier), deutsche Literatur, Gedichte und Philosophie. Seine umfangreiche Bibliothek der deutschen Philosophen stand Frida noch bevor sie achtzehn Jahren alt war mit Spengler, Schlegel, Engels und Schopenhauer sowie mit Schiller und Goethe zur Verfügung,.

Wilhelm Kahlos Studio

Während 2010 hat das Kunstmuseum Gehrke-Remund untersucht welchen Einfluss Wilhelm Kahlo auf Frida Kahlo hatte und auf welcher Literatur dieser basierte. Ab dem 12. Januar 2011 zeigt das Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden das "Wilhelm Kahlo Studio". Dieser besondere Raum ist Wilhelm Kahlo gewidmet. Dort sehen die Besucher des Museums das Frida Kahlo Gemälde "Portrait meines Vaters", 1951, Öl auf Hartfaser sehen, dazu eine Sammlung von antiken Büchern, die repräsentieren was Wilhelm Kahlo las sowie antik französische Möbeln von etwa 1890.

Untern den Büchern finden die Besucher ein Original Brockenhaus Konversations- Lexikon in 15 Bänden von 1892, ein Originalband mit Schillers Prosa von 1890, dazu Bücher von deutschen Philosophen, Malern der italienischen Renaissance sowie Schach- und Mallehrbücher von 1900.

Wie viele Familien der guten mexikanischen Mittelklasse um 1900 hatte die Familie Kahlo teure französische Möbel in ihrem Haus.

Es ist bekannt, dass Wilhelm Kahlo ab 1920 diese französischen Möbel verkaufen musste, da er in seinem Geschäft als Fotograf nicht mehr genügend Aufträge erhielt um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Die Exponate im "Wilhelm Kahlo Studio" werden zusätzlich zu der Dauerausstellung "Viva La Vida" mit den 116 Ölgemälden Frida Kahlos gezeigt. Die Frida Kahlo Gemälde sind lizenzierte, handgemalte Repliken von © Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museum Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Hier Eindrücke aus der Dauerausstellung "Viva La Vida":

 

Frida Kahlo

Frida Kahlo - Selbstportrait

Frida Kahlo - Museumsdetail

Frida Kahlo - Museumsdetail

Frida Kahlo -

Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940, Öl auf Leinwand, 63,5 x 49,5 cm, lizenzierte Replik: © Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Frida Kahlo - Blick ins Museum

Frida Kahlo - Blick ins Museum

Frida Kahlo - Selbstportrait

Frida Kahlo - Selbstportrait

Mehr zum Kunstmuseum Gehrke-Remund über die Homepage Kunstmuseum Gehrke-Remund

 

Öffnungszeiten:

Dienstag bis einschl. Sonntag geöffnet - jeweils von 11 Uhr bis 18 Uhr

Montags geschlossen, außer an Feiertagen.

 

Adresse:

Kunstmuseum Gehrke-Remund,  76532 Baden-Baden, Industriestraße 9a,  (beim Bahnhof BADEN-BADEN, im Stadtteil Baden-Oos, gegenüber Fa. JUVENA), Tel: +49 (0) 7221 9711899
Das Kunstmuseum ist rollstuhlgerecht.

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