„Freude in Ehren" bei der Koralle in Bruchsal

DruckversionPer e-Mail versenden
Eine Wein-Lese mit Texten von Johann Peter Hebel
Sonntag, 10. Oktober 2010 - 17:19

Bruchsal. Bekanntlich kehrte der Dichter Johann Peter Hebel gern im Wirtshaus ein, weil er dort nicht nur essen, sondern überdies trefflich Menschen beobachten konnte. Ein im doppelten Wortsinn "wohlfeiles Mittagessen", wie der Titel einer Geschichte lautet, bestand aus seiner angeblichen Lieblingsspeise „Bratwürste" samt der kostenlosen Zugabe an Neuigkeiten und Charakteren, die dort zu in den Schankstuben jeweils zu finden waren.

Johann Peter Hebel

Briefmarke von 1948 - Französische Zone

Was liegt also näher, als unter dem Titel „Freude in Ehren" ein Kapitel Hebel aufzuschlagen, dessen Prosa wie Gedichte schon seinerzeit ungeheuer bekannt und beliebt waren. Auch seine Kalendergeschichten spielen oftmals in Wirtshäusern, wo Zecher versuchen, sich ein schmackhaftes Mahl zu ergaunern und den Wirt übers Ohr zu hauen. Das Gedenkjahr zum 250. Geburtstag  veranlasst die Koralle beim gemütlichen Wein-Lese-Abend „Freude in Ehren" Erquickendes für Leib und Seele anzubieten ". Für Gemütsbewegungen sorgen nicht Geschichten und Gedichte des großen alemannischen Dichters, sondern auch Wein aus Hebels Heimatregion.

Johann Peter Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren. Der Sohn armer Eltern wuchs in der Stadt, später in Hausen im Wiesental (Kreis Lörrach), auf. Von Förderern unterstützt besuchte er 1774 das Karlsruher Gymnasium besuchen. Er studierte Theologie und dazu auch Alte Sprachen. Lehrtätigkeit am Gymnasium in Karlsruhe, dessen Direktor er 1808 wurde, folgte. Hebel  unterrichtete  mehrere Unterrichtsfächer, darunter auch Botanik und Naturgeschichte. An der Karlsruher Hochschule hatte er eine Professor für Hebräisch, Latein, Griechisch und Naturwissenschaften. Er blieb bis zu seinem Lebensende in Karlsruhe. 1800 entstanden die  ersten alemannischen Gedichte. 1807 bis 1819  übernahm Hebel als Hauptautor die Redaktion des badischen Landkalenders, der erstmals 1808 mit dem Titel "Der Rheinländische Hausfreund" erschien. Hierfür schrieb er seine berühmten Kalendergeschichten. 1819 wurde Hebel Prälat der evangelischen Kirche. Er starb auf einer Dienstreise, auf der er als Schulrat das badische Erziehungswesen inspizierte, am 22.9.1826 in Schwetzingen. Dort liegt er auch begraben. Seine wohl bekanntesten Kalendergeschichten sind „Unverhofftes Wiedersehen" und „Kannitverstan".  Aus der Sammlung der beliebtesten Erzählungen im "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" gibt es besondere Kostproben an den Hebel-Abenden im Koralle-Riff, Eggerten 47, am 23. und 24. Oktober, 19.30 Uhr. Kartenvorverkauf über kartenreservierung [at] diekoralle [dot] de oder der Vorverkaufsstelle „Der Club Bertelsmann", Bruchsal, Kaiserstraße.

Kannitverstan

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen