Übersicht über die Auswirkungen der Konzepte S21 und K21

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auf der Strecke Heidelberg – Bruchsal – Bretten - Mühlacker
Dienstag, 11. Oktober 2011 - 23:43

Stuttgart 21

Die Strecke Bruchsal – Mühlacker bleibt auch bei
S21 ein Stiefkind im Regionalverkehr des Landes.

Die S21-Planungen sehen für die RE-Linie Heidelberg
– Bruchsal – Mühlacker – Bietigheim – Stuttgart
– Flughafen – Tübingen weiterhin nur einen
2-Stunden-Takt vor. Auch soll zwischen Vaihingen
und Stuttgart der zeitaufwändige Umweg über
Bietigheim erhalten bleiben.
Der Fernverkehr von Bruchsal nach Stuttgart hat
nur wenig Zukunft. Mit dem weiteren Ausbau der
TGV-Linie Strasbourg – Paris wird die Zahl der
TGV-Züge zwischen München und Paris deutlich
steigen. Diese werden die heutigen IC-Züge von
München über Stuttgart und Bruchsal nach Karlsruhe
ersetzen, ohne in Bruchsal zu halten. Wenn
dann nur noch alle 2 Stunden ein Zug nach Stuttgart
mit einer Fahrzeit von 65 Minuten fährt ist Stuttgart
buchstäblich „weit weg“ von Bruchsal.
Nur wer zum Stuttgarter Flughafen möchte, bekommt
eine kleine Verbesserung, denn das ist
dann von Bruchsal und Bretten ohne Umsteigen
möglich. Allerdings nur alle 2 Stunden und mit einer
wenig attraktiven Fahrzeit von 63 Minuten ab
Bretten.
In welchem Ausmaß in der Verkehrsspitze zusätzliche
Züge wie heute das Angebot verdichten können,
hängt davon ab, zu welchen Zusatzinvestitionen
DB und Land bereit sind. Die Schlichtung hat
gezeigt, dass der geplante 8gleisige Tunnelbahnhof
nicht in der Lage sein wird, zwischen 7 und 8
Uhr das heutige Angebot mit vielen Zusatzzügen
zu verkraften.
Stuttgart 21 wird die Pünktlichkeit verschlechtern,
denn in dem zu kleinen Bahnhof müssen alle
Gleise in dichten Abständen belegt werden, so
dass ein Zug seine Verspätung auf mehrere andere
Züge überträgt. Anschlüsse für Umsteiger werden
schlechter, denn die durchschnittliche Wartezeit
beim Umsteigen wird länger sein als heute,
weil der Fahrplan sich nicht an Anschlüssen orientiert
sondern an der Frage, wann in dem Minibahnhof
Platz für einen Zug ist.

Kopfbahnhof 21

Mit K21 kommt die Strecke Bruchsal – Mühlacker
endlich aus dem Verkehrsschatten heraus. Die
IRE-Linie Heidelberg – Mühlacker – Stuttgart –
Tübingen – Albstadt-Ebingen fährt im Stundentakt
und ab Vaihingen direkt über die Neubaustrecke
nach Stuttgart. Das Zugangebot nach Stuttgart
und Heidelberg wird gegenüber heute und S21
verdoppelt und die Fahrzeit von Bretten nach
Stuttgart verkürzt sich von 52 Minuten bei S21 auf
nur noch 35 Minuten. Ab Mühlacker fährt zusammen
mit der IRE-Linie von Karlsruhe sogar alle halbe
Stunde ein schneller IRE nach Stuttgart.
Auch bei K21 wird davon ausgegangen, dass
Bruchsal seinen Fernverkehr nach Stuttgart verlieren wird.
Die stündlich fahrenden IRE-Züge, die in 47
Minuten in Stuttgart sind, sind aber ein deutlich
besserer Ersatz als die alle 2 Stunden fahrenden
Bummelzüge mit 65 Minuten Fahrzeit bei S21.
Zum Stuttgarter Flughafen muss bei K21 auch
weiter in Stuttgart Hbf umgestiegen werden und
die Fahrzeit ist mit 69 Minuten 6 Minuten länger
als bei S21, aber dafür gibt es eine stündliche Verbindung,
so dass man nicht unnütz früh am Flughafen
ankommen muss.
In der Verkehrsspitze ermöglicht der Erhalt des
17gleisigen Kopfbahnhofs bedarfsabhängig den
Einsatz von stündlich 2 weiteren Zügen (1 IRE, 1
RB) von Mühlacker nach Stuttgart und umgekehrt.
Der zusätzliche IRE hat in Mühlacker optimale Anschlüsse
von und zur S9 nach Bruchsal, so dass im
Berufsverkehr sogar stündlich zwei schnelle Verbindungen
Bretten – Stuttgart bestehen.
Der Erhalt des 17gleisigigen Kopfbahnhofs und der
Ausbau der Zulaufstrecken führt zu einer verbesserten
Pünktlichkeit. Dank des Taktfahrplans nach
Schweizer Vorbild, bei dem sich alle halbe Stunde
die Züge fast aller Linien im Kopfbahnhof zum
„Rendezvous“ treffen, verkürzt sich die durchschnittliche
Wartezeit beim Umsteigen gegenüber heute.

Fazit:

Wenn Sie nicht zufällig regelmäßig zum Stuttgarter Flughafen oder nach Tübingen fahren wollen, ändert sich für Sie durch Stuttgart 21 nichts. Die Strecke Mühlacker – Bretten – Bruchsal – Heidelberg bleibt buchstäblich im Verkehrsschatten Stuttgarts mit einem mangelhaften 2-Stunden-Takt der RE-Züge und einer endlosen Fahrzeit wegen des Umwegs über Bietigheim. Der auf Jahrzehnte einbetonierte Engpass S21 wird für ständige Verspätungen und verpasste Anschlüsse sorgen. Das Alternativkonzept K21 hingegen verbessert die Verbindungen von Mühlacker und Bretten nach Heidelberg und von Bruchsal und Bretten nach Stuttgart durch den  Stundentakt mit schnellen IRE-Zügen deutlich. Außerdem verbessert es die Leistungsfähigkeit des Stuttgarter Knotens und kostet auch noch viel weniger!

Weitere Streckentests sind hier zu finden:

http://infooffensive.de/2011/10/verkehrliche-auswirkungen-der-konzepte-stuttgart-21-und-kopfbahnhof-21/

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