Ärger und Empörung über Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke
Bruchsal (ph). Mit Empörung und Verärgerung reagierten die Mitglieder der AG „Umwelt und Energie" auf die beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durch die schwarz-gelbe Koalition in Berlin. „Das ist ein Schlag ins Gesicht jener Menschen und Gruppen, die sich vehement für erneuerbare Energien einsetzen um von der Kernkraft wegzukommen. Dies war einhellige Meinung in der jüngsten Sitzung der AG „Umwelt und Energie" im „Ratskeller" in Bruchsal. Die AG warnte nachdrücklich vor den erheblichen Gefahren durch die Jahrtausende währende Strahlung des Atommülls, ein Umweltproblem für das es keine Lösungsansätze gebe. Das Problem sei weniger die Stromerzeugung als solche, sondern vielmehr die in Europa durch laufende Wiederaufbereitungen von Brennelementen zunehmende latente Zunahme der Radioaktivität in der Luft. Einhellige Meinung der AG: „Es gibt in Deutschland keinen geeigneten Ort für die Endlagerung verbrauchter Brennelemente!" Wer Anderes behauptet, handele leichtsinnig gegenüber allen kommenden Generationen der Menschheit.
Die AG teilt die Sorgen vieler kommunaler Stadtwerke über wirtschaftliche Schwächung allein durch fehlende Beteiligungen an der Abschöpfung der hohen Gewinne von täglich einer Million Euro für die Energiekonzerne durch die Laufzeitverlängerungen. Hier werde die einseitige Klientelpolitik zugunsten der Stromkonzerne mehr als deutlich sichtbar. Ein Nachlassen der Investitionen für erneuerbare Energien sei zu befürchten. Die Stromkunden würden die Folgen dieser einseitigen und langfristig umweltschädlichen Energiepolitik schon bald zu spüren bekommen.
Die AG „Umwelt und Energie" werde sich trotz der atomfreundlichen Energiepolitik in ihrem Wirken für eine atomfreie Energieversorgung nicht beeinflussen lassen. Es gelte, so ihr Sprecher, Dieter Neff, die Öffentlichkeit über die Gefahren der Kernenergie noch stärker zu informieren und bereits begonnene Aktionen erfolgreich zu Ende zu führen. So seien die Bemühungen zur Teilnahme der Stadt Bruchsal an der Solarbundesliga erfreulich fortgeschritten. Mit einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit wolle man Hausbesitzer motivieren ihre Anlagengröße unter Einhaltung des Datenschutzes an eine neutrale Stelle zu melden. Hierfür seien entsprechende Kontakte geknüpft, so dass mit dem Eingang erster Daten für die Anmeldung zur Teilnahme Bruchsals an der Solarbundesliga zum Jahresende gerechnet werden könne. Dieter Neff gab danach Kurzberichte über weitere Maßnahmen zur Begrünung des Stadtgebietes, Baumscheibenbepflanzungen und sonstigen Verschönerungen verschiedener Örtlichkeiten. Was bisher auch bei den Feuerwehren nicht bekannt war, sind Gefahren für die Gesundheit bei der Brandbekämpfung durch das in Solaranlagen enthaltene Cadmium (Cd0) und das im Brandfall entstehende Cadmiumoxid. Es gilt als krebserregend und bei längerem Einatmen als Ursache für schwere Lungenwassersucht. Anlass für die Diskussion war der Brand des Forster Nettolebensmittelmarktes, dessen Dach mit einer großen Photovoltaikanlage bestückt war. Insgesamt diente die jüngste AG-Sitzung der Nachbereitung einer Besprechung der AG „Umwelt und Energie" mit Angehörigen der Bruchsaler Stadtverwaltung und der ewb im August über Fragen weiterer Installation von Photovoltaikanlage auf öffentlichen Dächern und der künftigen Zusammenarbeit zwischen beiden Gremien.
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