Erzbischof Conrad Gröber in Bruchsal

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Erzbischof Conrad Gröber unterstützte Hitlers Ausrottungskrieg von Anfang an

1939 oder 1940 war Erzbischof Conrad Gröber zu einem Visitationsbesuch in unsere Stadt gekommen. In jener Zeit war ein solcher kirchlicher Würdenträger beinahe wie ein Fürst angesehen. Daher wurde der Erzbischof von der Bruchsaler Bevölkerung mit Freude begrüßt. Man sah ihn sogar als ein Bollwerk gegen das NS-Regime an. Umso enttäuschter waren wir Katholiken, als wir später von seiner Lilaison mit dem Hitler-Staat erfuhren.

Nach der katholischen Naturrechtslehre von Thomas von Aquin war nur eine reine Verteidigung als gerechter Krieg erlaubt. Die überwiegende Mehrheit der dt. Katholiken und der Prietserschaft lehnten daher entschieden die verbrecherischen Angriffspläne Hitlers gegen die friedlichen europäischen Nachbarstaaten ab, zumal ganz Deutschland ab 1933 zu einem rieseigen Zuchthaus umverwandelt worden war. Die brutalen Verfolgungsmaßnahmen gegen die jüdischen Mitbürger öffneten im übrigen die Augen für jedermann, besonders für die gut christlich eingestellten und moralisch denkenden Menschen. Bis 1939 waren bereits über 300.000 Menschen in KZ eingesperrt und über 100.000 waren schon gleich nach 1933 emigriert. Wenn man heute die Zeitungen und die Publizistik der Nazis liest sieht man, dass war nicht mehr die Sprache von Goethe, Schiller und Lessing oder Gleist, sondern der brutale Ausrottungsjargon der Barbaren.

  1. Trotz dieser Ausgangslage schreibt Erzbischof Conrad Gröber in seinem Hirtenbrief 1939 an seine "lieben Soldaten einen Gruß aus dem Schwarzwald: Zum großen deutschen Volk gehört ihr als seine Wache und seine Wehr. Blut, Sprache, Kultur, naturhafte Liebe verbinden euch mit ihm. Ihr seid der machtvollste Schutzwall, der in schwerster Bedrängnis unser Volk und Vaterland umschirmt. Alle anderen Wälle sind tod. Sie leben und kämpfen, sie donnern und sprühen erst durch euch. Ihr schenkt mit eurem Soldatentum dem Volk das Wertvollste, das ihr besitzt: Zeit, Schweiß, Willenskraft, Gehorsam, Liebe und Geist. Und wenn es das Schicksal will: Eure Gesundheit, euer Blut und euer Leben. mehr könnt ihr dem Volk und Vaterland kaum geben. Und ihr leistet diesen alles umfassenden Dienst aus Pflicht, vor Gott übernommen durch einen Eid! Aus Pflicht, die aber keine leidige erzwungene Haltung sein soll, sondern soldatischer Charakter, d.h. Ein überlegtes und mannhaftes : Ich will! Fällt der eine oder andere von euch, so ist das weit mehr als nur die Entrichtung der menschlichen Schuld an den Allesbewzinger Tod. Es ist die letze Hingabe an das Vaterland und Volk. Soldatentod ist damit ein Opfertod. Opfertof ist Heldentod. Heldentod ist ehrenvollster Tod, ein Ruhmeskranz der auch das Grab des unbekannten Soldaten und der Dankbarkeit des Volksgenossen schmückt.Der Nörgler ist oft ein größerer Feind, als der Franzmann oder Engländer, der drüben auf euch zielt oder schießt. Krieg ist eben Krieg, der den Soldaten nun einmal auf Dornen und nicht auf Daunen und Rosen bettet. Nehmt Rücksicht aufeinander! Das ist eine der überzeugendsten Proben der Kameradschaft im Heer. Wer Rücksicht nimmt, beherrscht sich damit selbst und bekundet Verständnis, Einfühlung und Takt. Nur die Feiglinge, der Miesmacher und die faulen Drückeberger haben die Rücksicht verwirkt. Der Tod im Feld ist freilich auch ein sühnendes Opfer und damit ein Weg zum barmherigen Gott". Man sieht also, Erzbischof Gröber hat für die späteren Widerstandkämpfer der "Weißen Rose" von vornherein keine Sympathie. Völlig gleichgültig sind dem Erzbischof die Millionen Opfer in den europäischen Ländern, die der Kriegsmaschinerie Hitlers anheim fallen. Hitlers Krieg war aber ein Angriff auf die Kultur der Menschheit und auf die Lehre von Jesu Christi.
  2. In seinem Hirtenbrief vom 8. Mai 1945 schreibt Erzbischof Gröber ungeachtet der Geschehnisse von Auschwitz und anderen Vernichtungslagern: "wo doch jeder wissen konnte, wie sich die Juden zu Christus und seiner Lehre und zu den urchristlichen Gemeinden in Feindseligkeit stellten....das Judentum wurde uns in seiner ihm aufgezwungenen Abwehr noch gefährlicher als die größte feindliche Armee"
  3. In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass Erzbischof Conrad Gröber, welcher nicht ohne Grund in der Erzdiözese Freiburg der "braune Conrad" genannt wurde, bereits vor 1933 "förderndes Mitglied der SS" gewesen war und bis zum Schluss 1945 offiziell nicht ausgetreten ist. Erzbischof Gröber sah im übrigen das "Alte Testament" nicht als Vermächtniss von Moses an das Jüdische Volk an. Es sollte von den Juden nur treuhänderisch zur Weitergabe an die späteren Christen verwaltet werden. Mit dieser Fiktion sollte gleichsam das ( jüdische ) Testament für die Christen arisiert werden.

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