Me too

BRUCHSAL.ORG

Durch alle Medien geistert jetzt die Welle ME TOO, in der Prominente und weniger Prominente ihre Erfahrungen mit Sexismus oder sexueller Belästigung preisgeben. Niemand prüft, ob die Angaben richtig oder falsch sind, es wird einfach veröffentlicht.

Haben wir uns nicht darüber geeinigt, dass jemand so lange als unschuldig zu gelten hat, bis dessen Schuld von einem Gericht festgestellt wurde. Gilt nicht mehr die Verjährung, besonders wenn es sich um meiner Meinung nach läßliche “Vergehen” handelt? Kachelmann hat sich gegen Falschbeschuldigung gewehrt und in einem Interwiev sagte er, er wollte sich nicht (unschuldig) zurückziehen, wie es der eine oder andere Falschbeschuldigte tut (tat).

“Er hat mir ans Knie gefasst”, wie bitte gehts noch? Das war doch bei “Wetten dass” so geläufig, dass selbst mir das Knie-Gegrabsche von Gottschalk manchmal zu viel war. Wer hat da je ein Wort gesagt?

Sexuelle Belästigung mit “Altherrenwitzen”. Ich gestehe, die besten dieser Witze haben mir Frauen erzählt. Wer einmal in einer Firma gearbeitet hat, in dem überwiegend Frauen beschäftigt sind, der braucht sich um neue “Altherren”-Witze nicht bemühen. Was noch fehlte, erzählte Jürgen von der Lippe, Apelt, Gerburg und andere und alle jubelten und klatschten. Sind öffentliche Altherrenwitze eigentlich besser? Schauen da keine “Betroffenen” zu?

Beginnen wir jetzt mit einer neuen Prüderie? Hatten die Starletts keine andere Chance, als auf der Besetzungscouch ihre nächste Rolle zu erhalten? Was anderes als freiwillige Prostitution war das, “Liebe”  gegen Rolle? Natürlich war das auch Machtmissbrauch, aber “nein” zu sagen war schon immer möglich.

Ist es nicht so, dass man bei gegenseitiger Zustimmung auch “sexistisch” sein darf? Ist es nicht so, dass man Unangemessenes auch zurückweisen kann? Dabei halte ich so manche Zumutung im Arbeitsleben für gravierender, als ein unangebrachter Witz.

Manchmal glaube ich, solche Themen kommen hoch, um Wichtigeres zu verschleiern. Wo bleibt die Ehrlichkeit? Ein Beispiel: Was für ein Aufwand, um einen möglichen Terroristen zu überwachen, während wir auf Deutschlands Straßen 10 Tote pro Tag ohne nachzudenken hinnehmen?

In ganz Europa gibt es mehr und drastischere Geschwindigkeitsbeschränkungen und deutlich höhere Bußgelder und Strafen als in Deutschland. Aber die Autolobby sorgt dafür, dass alles in Deutschland bleibt, wie es ist. Die Chance im Straßenverkehr getötet zu werden ist im Durchschnitt 1000 mal so hoch als einem Anschlag zu erliegen. Aber wir blockiern lieber Einfahrten in Fußgängerzonen, machen schärfere Personenkontrollen, und schüren Ängste. Damit meine ich nicht, dass  Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden, aber dann fehlen die Kräfte, um den Verkehr zu kontrollieren und zu lenken.

Und dann zeigt man, wie 2 Beamte Autofahrer aus dem Verkehr ziehen, die “Gras” dabei haben könnten. Und dann berichten sie stolz, wie in einem ganzen Tag 2-3 Kiffer erwischt wurden? Und auf der anderen Seite gibt es in einigen Städten “NoGo-Areas”, in denen es die Polizei aufgegeben hat, den Drogenhandel zu bekämpfen. “Die Richter lassen sie sowieso wieder laufen”, ist die Aussage von Polizisten im Fernsehen.

Nein, beschäftigen wir uns lieber mit Sexismus, mit den großen und kleinen Sternchen. Da können wir uns bequem im Sessel zurücklehnen und was in den Familien passiert …., da können wir sowieso nicht hineinsehen.

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5 Responses to Me too

  1. lightningstrike sagt:

    Hallo Herr Karl-Henz Peter,
    Schön, dass das zweite „O“ auch noch seinen Weg in die Überschrift gefunden hat ;-)
    Dass Sie denken, es wäre für Sie angebracht, sexuelle Belästigung oder gar -Gewalt als „läßliche[s] Vergehen“ zu beurteilen, zeugt davon, dass Sie diesen Artikel möglicherweise etwas unüberlegt verfasst haben. Von Gottschalk vor laufender Kamera am Knie berührt zu werden, weil er einen anspricht ist etwas anders, als vom Vorgesetzten im geschlossenen Büro am Knie berührt zu werden, während dieser Anspielungen auf sexuellen Kontakt oder ähnliches macht. Oder wenn Harvey Weinstein einen im Morgenmantel begrüßt und einen auffordert, ihn in seinem Bett zu massieren.
    Auch Ihren Absatz zu „Altherrenwitzen“ scheinen Sie nicht ganz durchdacht zu haben (zumindest hoffe ich, dass es nur daran lag). Nur weil eine Frau eine solche Zote lustig findet bedeutet das noch lange nicht, dass es allgemein in Ordnung ist. Sexismus ist ein auf primitiven Stereotypen basierendes Gesellschaftsphänomen, das es zu überwinden gilt. 
Am weitesten haben Sie sich in Absatz fünf aus dem Fenster gelehnt, als Sie, als vermutlich weißer, heterosexueller, deutscher Mann (privilegierter geht es kaum) das Wort „Prüderie“ in dem Kontext in den Mund genommen haben. Sexuelle Gewalt Frauen gegenüber wird zu 99% von erwachsenen Männern ausgeübt und da Sie vermutlich ein solcher sind, gehören Sie eindeutig nicht zur Minderheit. Insofern halte ich es für äußerst dreist aus Ihrer Position so über das Leid anderer zu urteilen. Als Weißer Urteile ich ja auch nicht darüber ob es in Ordnung ist das „N-Wort“ zu verwenden. Dieses Recht liegt bei der unterdrückten Gruppe.
    Nein sagen ist NICHT immer möglich. (Sollte es aber!)
    Herr Karl-Heinz Peter, nun kommen wir zu der mir am paradoxesten erscheinenden Stelle, ich spreche von Absatz Nummer Sieben. Wenn das Thema nur wichtigeres verschleiert, wieso schreiben Sie denn nicht einen Artikel über das, was ihren Erachtens nacht wichtiger ist. Zum Beispiel der Mangel an Beamten, der zum Zusammenbruch des Straßenverkehrs führt. Ich gebe zu, so radikal haben Sie es nicht ausgedrückt. Ich kann trotzdem nicht nachvollziehen, wie das ein wichtigeres Thema als sexuelle Gewalt darstellt.
    Von der Unüberlegtheit aus der ihr Artikel (hoffentlich) rührt zeugt ebenfalls die letzte Passage. Bei der „Me-Too-Bewegung“ geht es nicht um sexuelle Belästigung oder – Gewalt Personen des öffentlichen Lebens gegenüber, es geht um sexuelle Belästigung oder -Gewalt uns allen gegenüber.
    Und verzeihen Sie mir, aber in keiner Dimension ist Marihuana-Konsum schlimmer als sexuelle Gewalt. Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland steht sowieso bald an.

    Ich hoffe, Sie fallen nach dem Lesen meines Kommentars nicht in die Verteidigungs-Haltung sondern überdenken das Thema noch einmal, lesen sich vielleicht ein paar Beiträge von Anhängern der Me-Too-Bewegung durch und versuchen zu verstehen, was für einen großen Einfluss sexuelle Belästigung und -Gewalt auf die Psyche eines Menschen hat.

    Liebe Grüße,
    LS

    • Ich kann mit jeder Kritik leben, nur dass ich sexuelle Gewalt für gut befunden hätte, kann ich in meinem Artikel nicht finden.

    • Zitat: “Wenn das Thema nur Wichtigeres verschleiert, wieso schreiben Sie denn nicht einen Artikel über das, was ihren Erachtens nacht wichtiger ist.”

      Dazu fallen mir viele Dinge ein, über die schon diskutiert wurde und die mit so einem oder anderem Hype (zB. Trump)immer wieder unter den Tisch fallen. Ich will nur drei von vielen nennen:

      Die Eltern und Großeltern, die in Altenheimen ruhig gestellt werden und zu zehntausenden dahinsiechen. Daran ist nicht nur das Gewinnstreben sondern auch die Unmenschlichkeit oder Unkenntnis oder Kälte der Kinder ursächlich.

      Die im Krankenhaus Infizierten und Sterbenden, weil die Bekämpfung und Verbreitung der resistenten Keime nicht wirklich ernst genommen werden. Dass es anders geht, beweisen die Niederlande.

      Die Kinderarmut, die es gar nicht gibt, weil es in Wirklichkeit die Eltern sind, die arm sind. Aber dann müsste man Löhne bezahlen und keine Hungerlöhne.

      Für mich gibt es hunderte Probleme, die wichtiger sind als Me too. Dazu gehört z.B. auch, dass die Freiheit, die Frauen für sich erkämpft haben, mit dem politischen Islam zunichte gemacht werden. Mehr Unterdrückung gibt es wohl nicht, oder doch?

      Aber, wenn Sie Me Too für so wichtig halten …..

  2. Tja, MeToo. Ich habe den Eindruck, dass hier die weibliche Empörungsmafia, die stets von ein paar erbärmlichen männlichen Feministen unterstützt wird, eine neue Prüderie herbeikreischt, die am liebsten den geschlechts- und trieblosen Einheitsmenschen heranzüchten möchte. Der Feminismus, der bis vor kurzem nur noch zwischen Opfergehabe, Selbstmitleid und furienhaften Auftritten oszillierte und bereits ein völlig degeneriertes, geradezu scheintotes Mauerblümchendasein fristete, hat mit MeToo endlich wieder eine Thema gefunden, um seine eigene Reanimation zu probieren. Der Mann von heute steht unter diesem neuen feministischem Dauerfeuer und hat ständigen Rechtfertigungsbedarf, den ihm die dauerempörten und schäumenden Sufragetten der Mainstream-Medien abpressen. Die Medien-Kampagne MeToo beweist beispielhaft, wie aus einem berechtigten Anliegen (man will nicht sexuell belästigt werden) ein Furor gegen die gesamte männliche Handlungsweise konstruiert wird: Politiker müssen zurücktreten, weil sie vor Jahrzehnten einer Frau ans Knie gegriffen haben. Hollywood-Produzenten werden vom Shitstorm verblasen, weil sie die vielzitierte Bewerbungs-Couch, auf die sich diverse Starlets vermutlich sehr oft freiwillig gesetzt haben, plötzlich zum Ort der sexuellen Belästigung geworden sind. Nur komisch, dass dieses “plötzlich” viele Jahre her ist und bis zur aktuellen Kampagne keine der mittlerweile Millionen verdienenden Damen etwas dabei gefunden hat, mit dem namhaften Produzenten näher befreundet gewesen zu sein. Anstatt dass sich diese Feministinnen und ihre sich eunuchenhaft verhaltenden willfährigen Männer auf die wirklich unguten Typen konzentrieren, vermitteln sie sublim die Botschaft an alle Männer: “Nehmt Euch in Acht, in jedem von euch steckt ein Harvey Weinstein, und ob eine intim werdenden Situation uns als Frauen passt oder nicht, das entscheiden wir nicht sofort, sondern immer erst später, oft viel später. Damit haben wir Euch in der Hand, ihr Männer”.
    Getreu der feministischen Irrlehre, die sich in den letzten Jahren als “Third-Wave-Feminism” neu etablierte, wird nun versucht, die Grenzen der Geschlechter und vor allem deren fundamentale Definitionen niederzureissen. Alles soll gleich und jegliche Herrschaft soll abgeschafft werden. Dazu gehört, dass regelhaft auch die Einbeziehung von Rassismus- und Homosexuellen-Debatten erfolgt, denn im Bereich der Ethnizität und der geschlechtlichen Orientierungen soll ebenfalls grenzenlose Gleichheit hergestellt werden. Das gehört alles zusammen und ist das Paket, das uns als die “Brave New World” schmackhaft gemacht werden soll.

    Die abwertende und verächtliche Bezeichnung “mächtige, alte weiße Männer” ist dafür in die Debatte eingeführt worden: Damit sind alle gemeint, die in irgendeiner Weise traditionell denken oder konservative Vorstellungen von Frauen, Müttern und Familien haben. Auch Politiker, die an gewachsenen Begriffen wie “Nation” festhalten, werden in denselben Topf geworfen, denn das hängt aus Sicht der Feministinnen alles zusammen und muss weg. Man will diese Meinungen und Haltungen ausgrenzen, weil modern und gut ist nur das postmoderne Frauenbild, das es nun umzusetzen gilt. Sind erst einmal alle “alten weißen Männer” zum Verstummen gebracht, kann sich die neue Amazone ihrer rücksichts- und grenzenlosen Selbstverwirklichung widmen.

    Der Mann scheint nun in einem Dilemma gefangen zu sein, in der er nur mehr verlieren kann. Riskiert er eine Annäherung ans weibliche Geschlecht, hat er mit juristischen Schwierigkeiten zu rechnen. Riskiert er nichts, bleibt er „unbeweibt“ und muss sein Dasein als Junggeselle fristen oder sich eben dem eigenen Geschlecht hingeben. Wobei – auch da könnte ja die Frage der Belästigung auftauchen. Die unerwünschte homosexuelle Zudringlichkeit zwischen Männern ist ein Themenbereich, der noch ziemlich unerforscht ist, aber er wird sicher in der nächsten Zeit seine Aktivisten finden. Das neue „Opfer Mann“ muss sich erst sein Betätigungsfeld suchen, den Linken wird da schon noch was einfallen.

    Aber nun wieder zurück zur Frage zwischen Mann und Frau: Was ist eigentlich mit den Frauen, die am Arbeitsplatz versuchen, ihr Frausein ohne Hemmungen ausnützen, um „nach oben“ zu kommen? Jeder involvierte Mann ist ab nun ein möglicher Täter und man weiß nicht mehr, wie ein Flirt ausgeht oder wie eine charmante Bemerkung aufgefasst wird: Am Ende könnte ein Richter darüber urteilen müssen. Wenn man näher über das offiziell gewünschte politisch korrekte Verhältnis zwischen Mann und Frau eingehender nachdenkt, ist es leicht, die Absurdität der Situation zu erkennen. Die Feministinnen wollen eine völlig neue und definitiv desexualisierte, zumindest aber testosteronfreie Sexualmoral etablieren. Alles, was Mann tut, ist ja männlich und daher potenziell immer gefährlich und womöglich im Grunde sogar kriminell. Und wenn es noch nicht kriminell ist, dann wollen die Damen es zumindest gesellschaftlich ächten. Die linken Opportunisten, die eigentlich Männer sind, tun dabei fleißig mit, es könnten ja ein paar Krümel abfallen. Vielleicht kann man als “Feminist” doch noch in die Gunst einer Frau gelangen?

    Ich erwähnte es schon einmal: Das banale Ziel hinter betulichen Kampagnen wie MeToo ist: Der Mann soll solange verschreckt, angeschwärzt und letztlich kriminalisiert werden, bis endlich Ruhe herrscht und nur noch die Frau bestimmt, was Mann darf, was nicht – und vor allem, was er muss. Dass am Ende dieser von Linken und Feminist(inne)n forcierten Entwicklung ein geschlechts- und farbloses Wesen und nur noch die Karikatur einen Mannes stehen kann, ist den Masterminds der völlig aus dem Ruder gelaufenen kämpferischen Abteilung der Frauenbewegung klar, nur die Mitläufer(innen) haben es noch nicht durchschaut. Im Namen der Gleichstellung und des Schutzes der Frau müssen diese Masterminds den Frauen und Männern vorgeben, was in Ordnung ist und was nicht. Frauen sollen das bitte nicht individuell selber entscheiden, das übernehmen lieber die Vordenkerinnen. Damit verhalten sich diese aber unglaublich zynisch, weil sie auf diese Weise der einzelnen Frau ihr Recht und ihre Kompetenz absprechen, ihre Situation selber in die Hand zu nehmen. Seltsamerweise hört man von den Kampftruppen der Frauenbewegung daher immer nur, was nicht OK ist zwischen Mann und Frau, niemals aber liest man etwas darüber, was denn eigentlich im Umgang miteinander normal ist und dem traditionellen Anstand und Hausverstand entspricht.

    Die politkorrekten und in der Frauenfrage stets hochaktiven Redakteurinnen in allen Medien haben längst in diesen Chor der Belästigten und Tonangebenden eingestimmt und lassen keine andere Meinung zu – nicht einmal eine von Frauen: Die österreichische Schauspielerin Nina Proll hat den Mut gehabt, die MeToo Kampagne in Frage zu stellen und an sich triviale Wahrheiten in die Debatte zu bringen, die ohnehin jede normale Frau (und auch jeder normale Mann) so sieht. Mehr hat sie nicht gebraucht. Sie erntete dafür von ihren an der Front kämpfenden Geschlechtsgenossinnen einen Shitstorm der Extraklasse. Am harmlosesten waren noch Kommentare wie: Frau Proll möge doch ihre Haltung bitte überdenken, sie habe noch nicht verstanden, worum es eigentlich geht. Fazit: Wer nicht mitsingt bei MeToo und all den Kampagnen, die da noch kommen werden, ist halt dumm oder ein hirnloses Weibchen – oder er ist eben ein unbelehrbarer Sexist und Mann.

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