Jazzclub holt Michael Fix nach Bruchsal

Michael Fix

Bereits zum vierten Mal brachte der Jazzclub Bruchsal die Fingerstyle Koryphäe Michael Fix nach Bruchsal. Bei vollen Rängen im Theatersaal der Koralle musste der Australier schnell eingestehen, dass sich der weite Weg von Australien auf die andere Seite des Globus nach Bruchsal gelohnt hat. Und wieder hat er den Zuschauern ein fulminantes Konzert geboten.

Mit großer Spannung blickten die Zuschauer auf die noch leere Bühne, während die ersten Klänge der Gitarre mit hohem perkussiven  Anteil zu hören waren. Aus dem Zuschauerraum heraus erschien der Künstler und brachte durch ein Instrumentalstück im Western-/Tex-Mex-Style das Gefühl von weiter Prärie, Wüstenlandschaften und dem Wilden Westen in die Fantasie der Zuhörer.

Die Reise ging weiter nach Südafrika, genauer nach Kapstadt. Dort pflegt Michael Fix eine tiefe Freundschaft zu dem dort lebenden Gitarristen Tony Cox. Seiner Tochter widmete er das Lied „When Thuli Smiles“, welches die Verspieltheit und Leichtigkeit im Leben eines glücklichen Kindes charakterisierte. Die Zuhörer sollten für einen Moment noch in Afrika verweilen. Michael Fix bediente sich am Stück „Africa“ von Toto aus dem Jahre 1982 und zeigte seine Qualitäten als Fingerstyle Gitarrist, indem er Percussion, Bassläufe, Gitarrenakkorde und die Melodien des Gesangs alles gleichzeitig auf der Gitarre spielte.

Seine Vielseitigkeit und die Abwechslung in seinem Programm brachten ihn thematisch schließlich nach Europa, genauer nach Deutschland. Inspiriert von dem deutschen Komponisten Johannes Brahms mit den bekannten Ungarischen Tänzen kreierte Michael Fix seine eigene Interpretation vom Ungarischen Tanz Nr. 5, dem wohl bekanntesten Satz der Tänze, im Fingerstyle und zeigte, wie modern in der Rhythmik und im dramatischen Aufbau dieses fast 140 alte Werk klingen kann. Den Gefallen an Neuinterpretation alter klassischer Stücke fand Michael zudem in Mozarts „Kleine Nachtmusik“. In einer unbeschreiblichen Virtuosität präsentierte Michael Fix Mozarts technisch äußerst anspruchsvolles Stück.

Nach einer kurzen Pause ging die musikalische Reise schließlich in seine Heimat Australien. Mit der Besiedlung Australiens im Jahre 1788 brachten die Briten die europäisch-stämmige Bevölkerung nach Australien, welche zu der Zeit überwiegend aus Straftätern bestand. Die Entstehung der „Bush-Music“ nahm seinen Lauf, welche stark von keltischen Einflüssen geprägt ist. Auch hier gab Michael Fix eine musikalische Kostprobe und nahm die Zuschauer mit ins Australische Outback, während am Himmel die Sterne zu sehen sind und ein Lagerfeuer die einzige Lichtquelle in der Wildnis ist.

Michael Fix präsentierte das Stück „There’s a Hole in the Ground“, welches aus Erinnerungen seiner Kindheit entstand und beschrieb, wie sich das Stadtbild seiner Heimatstadt Brisbane verändert hat.

Mit einer Hommage an Merle Travis, der  wohl zusammen mit Chet Atkins als Begründer des Fingerstyles gilt, beendete Michael Fix sein Konzert. Mit dem Stück „Two Time Shuffle“ ließ er nochmals die Fingerstyle Herzen höher schlagen und versetzte die Zuhörer in die 50er und 60er Jahre zurück. Geprägt von Elementen aus Klassik, Blues, Jazz, Fingerstyle, Weltmusik und viel Gesang wurde die musikalische Reise schließlich beendet und Michael Fix wurde mit gebührendem Applaus verabschiedet.

Felix E. Gaertner

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