Gemeinderat der Gemeinde Malsch untersagt Ausbringung von Neonicotinoiden und Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen

BRUCHSAL.ORG

Der Gemeinderat der Gemeinde Malsch hat auf unseren Antrag der Fraktion BfU/Grüne mehrheitlich beschlossen:

*dass künftig auf gemeindeeigenen Flächen keine Neonicotinoide sowie kein Glyphosat ausgebracht werden dürfen.*

Ergänzend bitten wir, die Malscher Landwirte aufzufordern, diesem Beispiel auf eigenen Flächen zu folgen. Die Malscher Bevölkerung gilt es zu informieren, dass sie in eigenen Gärten keine Glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel mehr einsetzen sollten. Listen, welche Produkte das sind, können im Gemeindeanzeiger gedruckt werden.

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Begründung:
In der Süddeutschen Zeitung vom 18.10.2017 ist zu lesen: „Eine Studie, die niederländische, deutsche und britische Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Plos one veröffentlicht haben, belegt nun erstmals, dass die Wahrnehmung, dass sich etwas verändert hat in der Welt der Insekten, richtig ist: In weiten Teilen Deutschlands hat die Zahl der fliegenden Insekten tatsächlich dramatisch abgenommen. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren, nachdem sie den Inhalt von Insektenfallen gründlich analysiert haben.“ Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, kamen Forscher vom Entomologischen Verein in Krefeld zum Ergebnis, dass die Biomasse an fliegenden Insekten um drei Viertel zurück gegangen ist. Was vielen Menschen schon deutlich war, hat nun eine wissenschaftliche Bestätigung. Und dies nicht auf landwirtschaftlichen Flächen, sondern in Naturschutzgebieten, in denen man bisher davon ausging, dass sie von negativen Einflüssen etwas geschützt sind.

Die Fachleute sind sich weitgehend einig, dass für einen großen Teil dieser Entwicklung Pestizide (der meistgebrauchte Wirkstoff in Pestiziden ist Glyphosat) sowie Neonicotinoide verantwortlich sind, die nicht nur Organismen, die auf dem Acker leben, sondern auch alle Fliegen, Mücken, Käfer, die außerhalb der Äcker leben, auch in Naturschutzgebieten töten. Neonicotinoide werden seit etwa 20 Jahren auf Pflanzen gesprüht, als Beizmittel für Saatgut verwendet und zur Bodenbehandlung eingesetzt. Die Folgen der Intensivierung der Landwirtschaft hat damit zwischenzeitlich direkte Auswirkungen auf unsere Lebensqualität. Das Verschwinden von Insekten in diesem Ausmaß gefährdet unsere Lebensgrundlage und die der heimischen Tierwelt. Insekten bestäuben Pflanzen und sind Nahrungsgrundlage für Vögel und Fledermäuse Früher häufige Vogelarten sind heute vom Aussterben bedroht. In nur 30 Jahren hat Deutschland 57 Prozent aller Feldvögel verloren, bei einzelnen Arten sogar 80 bis 90 Prozent.

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